Unfallopfer: Schadenersatz bei der Rente möglich

Unfallopfer: Schadenersatz bei der Rente möglich

 - 

Bei Unfällen, die Dritte verursacht haben, und bei Gesundheitsschäden aufgrund von Behandlungsfehlern im Krankenhaus können für die erlittenen Schäden vielfach die Schuldigen haftbar gemacht werden. Hierbei denkt man zunächst wohl an körperliche Schäden, an bei Unfällen beschädigte Dinge, etwa den Pkw oder das Fahrrad, und an Verdienstausfall.

Vergessen werden dabei mitunter Schäden bei der Rente, die durch ausbleibende oder verminderte Beiträge entstehen. So ging es übrigens auch dem Autor dieses Beitrags. Solche Schäden sollte man jedoch umgehend der Deutschen Rentenversicherung melden. Die kümmert sich dann um Weiteres. Das Stichwort heißt dabei: Beitragsregress.

Nachteile bei der Rente können entstehen, wenn Versicherte beispielsweise wegen der Unfallfolgen Kranken- oder Verletztengeld erhalten haben oder Lohn- oder Gehaltseinbußen hinnehmen mussten. In diesen Fällen fließen auch geringere Beiträge in die Rentenkasse – was später niedrigere Rentenansprüche zur Folge hätte.

Die Deutsche Rentenversicherung prüft in solchen Fällen auf Antrag, ob Ersatzansprüche geltend gemacht werden können, um eventuelle Verluste in den Rentenansprüchen wieder auszugleichen. Das regelt § 119 SGB X. Die nach dieser Regelung vereinnahmten Beiträge gelten in der Rentenversicherung als Pflichtbeiträge. Die Betroffenen werden dann rentenrechtlich so gestellt, als ob sie weiterhin ihre vollen Beiträge an die Rentenversicherung entrichtet hätten.

Unfall- oder Fehlbehandlungsopfer müssen – soweit Schäden bei der Rente geltend gemacht werden – der deutschen Rentenversicherung möglichst schnell eine Mitteilung zusenden. Der dafür vorgesehene Ermittlungsbogen kann im Internet heruntergeladen werden. Dabei handelt es sich um das Formular R0870.

Wer als Schadensersatzpflichtiger infrage kommt

Dies sind Autofahrer oder Autohalter (Verkehrsunfall), Hauseigentümer (Treppensturz, Glatteis), Stadtverwaltung oder Gemeindeverwaltung (etwa bei einem durch einen schadhaften Bürgersteig verursachten Unfall), Tierhalter (Reitunfall, Hundebiss), Mitspieler bei Sportverletzungen (regelwidriges Verhalten), behandelnder Arzt oder Krankenhausträger (ärztliche Behandlungsfehler).

(MS)

Weitere News zum Thema

  • Als Rentner im Ausland leben: Wer muss eine Steuererklärung abgeben?

    [] Grundsätzlich muss jeder Rentner, der im Ausland lebt und eine deutsche Rente bezieht, eine Steuererklärung abgeben. Ausnahmen kann es geben, wenn es zwischen Deutschland und dem Wohnsitzstaat ein Doppelbesteuerungsabkommen gibt, das festlegt, dass Deutschland kein Besteuerungsrecht für die deutschen Renteneinkünfte hat. mehr

  • Rentner mit Erwerbsminderung müssen nicht in Teilzeit arbeiten

    [] Wenn der Teilzeitarbeitsmarkt verschlossen ist, kann es auch für begrenzt Erwerbsfähige die volle Rente wegen Erwerbsminderung (EM) geben. Das Landessozialgericht Hessen stärkte in einer Entscheidung vom 23.8.2019 die Rechtsansprüche der betroffenen gesundheitlich eingeschränkten Arbeitnehmer. Diese haben danach keine Mitwirkungspflichten derart, dass sie von sich aus bei ihrem Arbeitgeber Rechtsansprüche auf eine Stelle mit kürzerer Arbeitszeit, die ihrer Restarbeitsfähigkeit entspricht, geltend machen müssen (Az. L 5 R 226/18). mehr

  • Vereinfachte Steuererklärung für Rentner: Was ist das?

    [] Rentner in Brandenburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen bekommen zurzeit Post vom Finanzamt und werden auf das Angebot einer »Erklärung zur Veranlagung von Alterseinkünften« hingewiesen. Lohnt es sich, das zu nutzen? Wir haben dazu Lob und Kritik. mehr

  • Rentenerhöhung: Wann Rentner eine Steuererklärung abgeben müssen

    [] Plus 4,2 Prozent im Osten, plus 3,45 Prozent im Westen: So hoch fällt die Rentenerhöhung 2020 aus. Für viele Rentner heißt das: Es wird wieder Zeit, eine Steuererklärung einzureichen! Zum Glück heißt steuerpflichtig aber nicht zwangsläufig, dass auch Steuern gezahlt werden müssen – denn auch Rentner haben Ausgaben, die die Steuerlast mindern. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.