Kryptowährungen verkauft: Gewinne sind einkommensteuerpflichtig
Gewinne aus dem Verkauf von Kryptowährungen können steuerpflichtig sein.

Kryptowährungen verkauft: Gewinne sind einkommensteuerpflichtig

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Wenn beim Handel mit Kryptowährungen Gewinne erzielt werden, sind diese einkommensteuerpflichtig. Der Grund: Es handelt sich um ein privates Veräußerungsgeschäft, denn Bitcoin, Ethereum und andere Cryptocurrencies sind »andere Wirtschaftsgüter« im Sinne des Einkommensteuergesetzes.

Mit dem Urteil schließen sich die Kölner Finanzrichter ihren Kollegen aus Baden-Württemberg an, die in einem ähnlich Fall entschieden hatten, dass Gewinne bei Verkauf von Kryptowährungen innerhalb eines Jahres steuerpflichtig sind. Der Fall aus Baden-Württemberg ist inzwischen am Bundesfinanzhof (BFH) anhängig (mehr dazu hier).

Verkauf von Kryptowährungen: Urteil des FG Köln

Der vor dem FG Köln verhandelte Fall betrifft das Jahr 2017.

  • Zu Beginn des Jahres 2017 verfügte der Kläger über Bitcoins, die er vor 2017 erworben hatte.

  • Diese Bitcoins tauschte er im Januar 2017 zunächst in Ethereum-Einheiten und die Ethereum-Einheiten im Juni 2017 in Monero-Einheiten.

  • Ende des Jahres 2017 tauschte er seine Monero-Einheiten teilweise wieder in Bitcoins und veräußerte diese noch im gleichen Jahr.

Für die Abwicklung der Geschäfte hatte er über digitale Handelsplattformen entweder Kaufverträge mit Anbietern bestimmter Kryptowerte zu aktuellen Kursen geschlossen oder Tauschverträge, bei denen er eigene Kryptowerte als Gegenleistung eingesetzt hat.

Kryptohandel: 3,4 Mio Euro Gewinn – einkommensteuerpflichtig!

In seiner Steuererklärung für 2017 erklärte der Kläger den aus der Veräußerung erzielten Gewinn von rund 3,4 Millionen Euro im Rahmen der Einkünfte aus privaten Veräußerungsgeschäften gemäß § 22 Nr. 2, § 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 des Einkommensteuergesetzes (EStG).

Das Finanzamt setzte die Einkommensteuer erklärungsgemäß fest. Der Kläger legte daraufhin Einspruch ein.

«Strukturelles Vollzugsdefizit« bei der Besteuerung von Krypto-Verkäufen?

Zur Begründung führte er im Wesentlichen aus, dass bei der Besteuerung von Veräußerungsgewinnen aus Kryptowährungen ein strukturelles Vollzugsdefizit bestehe und ein Verstoß gegen den Bestimmtheitsgrundsatz vorliege.

Daher dürften diese Gewinne nicht besteuert werden.

Im Übrigen fehle es bei Kryptowährungen an der erforderlichen Veräußerung eines »Wirtschaftsguts«.

FG Köln: Vergleichbarkeit mit Fremdwährungen

Dem folgte das Finanzgericht Köln nicht und wies die Klage ab. Ein strukturelles Vollzugsdefizit liege nicht vor. Dieses werde insbesondere nicht durch die anonyme Veräußerung begründet.

Im Übrigen lägen die Voraussetzungen eines privaten Veräußerungsgeschäfts vor. Bei den Kryptowährungen handele es sich um »andere Wirtschaftsgüter« im Sinne des § 23 Abs. 1 Nr. 2 EStG. Die Qualifikation als Wirtschaftsgut verstoße nicht gegen den Bestimmtheitsgrundsatz, da über den Gegenstand des Wirtschaftsguts keine Unklarheiten bestünden. Die vom Kläger gehandelten Kryptowerte (Bitcoin, Ethereum und Monero) seien verkehrsfähig und selbstständig bewertbar. Zudem bestehe eine strukturelle Vergleichbarkeit mit Fremdwährungen.

Wie im Fall von Baden-Württemberg ist auch diese Entscheidung noch nicht rechtskräftig: Das Revisionsverfahren ist beim Bundesfinanzhof unter dem Aktenzeichen IX R 3/22 anhängig (FG Köln, Pressemitteilung vom 25.02.2022 zu Urteil vom 25.11.2021, Az. 14 K 1178/20).

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