Tagesgeld & Festgeld: Zinsen, Möglichkeiten und Sicherheit
Die besten Zinsen gibt es leider oft nur für Neukunden. -Symbolbild-

Tagesgeld & Festgeld: Zinsen, Möglichkeiten und Sicherheit

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2, 3 und 4 sind Zahlen, an denen sich Sparer zurzeit orientieren können: Deutlich mehr als 2% sind in diesem Jahr für Festgeld bei den besten Anbietern auf jeden Fall drin. 3% plus einen Aufschlag gibt es bei Aktionsangeboten, manchmal sogar 4%. Wie sich das Ersparte sicher anlegen lässt und welche Laufzeiten derzeit infrage kommen – ein Überblick.

Zusammenfassung

Die Zinsen für Tages- und Festgeld sind zuletzt deutlich gestiegen. Viele Banken bieten inzwischen attraktive Aktionszinsen, meist für kurze Zeit und nur für Neukunden. Festgeld bringt höhere Zinsen, ist aber weniger flexibel. Verbraucherschützer empfehlen eine Zinstreppe für mehr Flexibilität. Wichtig ist die Einlagensicherung bei der Bank. Betrüger werben aktuell mit gefälschten Festgeldangeboten, besonders unter dem Namen Allianz. Vorsicht ist geboten.

Inhalt

 

Warum sind die Zinsen für Tagesgeld gestiegen?

Auf dem Markt für Tagesgeld hat sich der Wettbewerb um neue Kunden verschärft. Das zeigte zunächst eine Auswertung des Vergleichsportals Verivox. Demnach boten Anfang Mai 2026 bereits 19 Banken Tagesgeldzinsen in Höhe von 3% oder mehr. Vor einem Jahr galt dies nur für zwei Banken.

Dass es mit den Zinsen für Tagesgeld aufwärtsgeht, hängt vor allem mit der Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) zusammen. Die EZB hatte bei ihrer Ratssitzung Ende April zwar die Leitzinsen zum siebten Mal in Folge noch unverändert gelassen. Damals belief sich der für Sparer wichtige Einlagensatz weiterhin auf 2%. An diesem Zins orientieren sich die Banken bei ihren Konditionen für Tagesgeld und Festgeld.

Doch dann passierte genau das, was die Banken und Sparkassen hierzulande erwartet hatten: Die EZB erhöhte den Einlagensatz im Juni auf 2,25%. Damit hatte das Gros der Marktbeobachter wegen der infolge der höheren Energiepreise gestiegenen Inflation gerechnet. Und das wirkte sich gleich doppelt aus: Etliche Banken erhöhten bereits ihre Sparzinsen, bevor die EZB »zuschlug«. Ihr Kalkül dabei: neue Kunden zu bekommen. Und nach der Zinserhöhung zogen einige Banken nach.

Checkliste Tagesgeld: Ins Kleingedruckte schauen lohnt sich

Bei der Suche nach einem passenden Angebot lohnt es sich, genau auf die Konditionen zu schauen:

  • Wie lang werden die hohen Aktionszinsen gezahlt? Die 3% plus x gab es im Sommer 2026 vorwiegend nur für drei oder vier Monate – und das ohnehin nur für Neukunden.

  • Wie lang soll das Geld geparkt werden? Angebote mit hohen Aktionszinsen und unterdurchschnittlichen Bestandszinsen sind eigentlich nur für Anleger interessant, die hohe fünfstellige Beträge bis zur gesetzlichen Einlagensicherungsgrenze von 100.000 Euro für ein paar Monate parken wollen.

Attraktiv sind die Aktionszinsen außerdem für »Zinshopper«, die bereit sind, mehrmals im Jahr mit ihrem Tagesgeld von Bank zu Bank zu gehen, je nachdem, wer gerade Top-Aktionszinsen zahlt. Die Erfahrung zeigt aber, dass die wenigsten sich die Mühe machen, immer sofort zu wechseln, wenn der Aktionszins ausläuft. Das Geld liegen zu lassen, ist einfach bequemer, das kann dann allerdings den Zinsertrag aufs gesamte Jahr gesehen erheblich mindern.

Sind die Zinsen auch für Festgeld gestiegen?

Wer Erspartes in Festgeld anlegt, kommt normalerweise während der vereinbarten Laufzeit nicht an sein Guthaben ran. Dafür gibt es von den Banken höhere Zinsen als für Tagesgeld – jedenfalls dann, wenn man die Festgeldzinsen mit Tagesgeldzinsen ohne den Aktionszuschlag vergleicht. Auch beim Festgeld hat sich die Aussicht auf steigende Leitzinsen bereits frühzeitig in diesem Jahr positiv bemerkbar gemacht, und das deutlich stärker als beim Tagesgeld, jedenfalls, wenn man den Gesamtmarkt in den Blick nimmt.

Auch die langfristigen Zinsen zogen leicht an: Bei einigen Banken stand eine Drei vor dem Komma für Erspartes, das zehn Jahre festgelegt wird.

Ein Nachteil der Zehn-Jahres-Offerten, neben der mangelnden Flexibilität: Es gibt oft keinen Zinseszins, da die Zinsen jährlich ausgeschüttet werden. Wer das Geld nicht sofort wieder verzinst anlegt, kann nicht vom Zinseszinseffekt profitieren. Idealerweise achtet man also beim Vergleich von Sparzinsen gleich darauf, wann die Zinsen gutgeschrieben werden: Werden die Zinsen jährlich oder wie bei manchen Tagesgeldkonten üblich gar vierteljährlich gutgeschrieben und nicht erst am Ende der Laufzeit, verzinsen sich die bereits gutgeschriebenen Zinsen mit. Wegen des Zinseszinseffekts entsteht so etwas mehr Rendite, als der nominale Zinssatz vermuten lässt. Das mag über kurze Laufzeiten und für geringe Anlagesummen eine Marginalie sein, doch über fünf oder zehn Jahre summiert sich schon der Unterschied, erst recht bei höheren fünfstelligen Beträgen auf entsprechenden Festgeldkonten.

Welche Laufzeiten werden bei Festgeld empfohlen?

Wer bei der Festgeldanlage möglichst flexibel bleiben will, baut sich eine Zinstreppe. Dabei wird eine Gesamtsumme Geld in kleinere Chargen aufgeteilt und zu verschiedenen Laufzeiten angelegt, zum Beispiel für ein, drei, fünf und sieben Jahre. Läuft ein Festgeldkonto aus, kann man den frei gewordenen Betrag erneut anlegen.

So kann man immer mal wieder über einen Teil des Ersparten verfügen und es neu zu einem bestenfalls höheren Zinssatz investieren. Natürlich können in der Zinstreppe auch zehnjährige Laufzeiten eingebaut werden – ob sich das bei diesem Zinsniveau lohnt, ist aber fraglich und sollte von jedem Anleger selbst entschieden werden.

Einlagensicherheit bei Festgeld

Anleger sollten stets darauf schauen, bis zu welcher Obergrenze das Ersparte vor einer Insolvenz der Bank gesichert ist. Höchste Sicherheit bieten Banken, die an einem der deutschen Einlagensicherungssysteme hängen. Bei ihnen sind Einlagen weit über die in der EU übliche Grenze von 100.000 Euro pro Kunde geschützt.

Außerdem ist es ratsam, darauf zu achten, ob Tages- und Festgeldangebote von Banken aus Ländern mit sehr guter Wirtschaftskraft kommen. Diese können das Kapital bei einer Bankenpleite notfalls zurückzahlen, wenn die jeweiligen Entschädigungsfonds nicht ausreichend gefüllt sind. Eine gute Orientierung bietet dafür das Länder-Rating, das in den einschlägigen Vergleichsportalen stets genannt wird.

(LBW, MB)

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