Steuererklärung: Frist verpasst – was nun?

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Der 31.5.2012 ist vorbei, und wer verpflichtet war, eine Steuererklärung für das Jahr 2011 abzugeben, hatte dafür bis gestern Zeit. Für einen Antrag auf Fristverlängerung ist es jetzt natürlich zu spät. Aber wie schlimm ist die Situation wirklich?

Wenn Sie zur Abgabe der Steuererklärung verpflichtet sind

Müssen Sie eine Steuererklärung abgeben, haben Sie fünf Monate Zeit für die Abgabe. Meist ist der letzte Abgabetermin der 31.05.. Fällt dieses Datum auf einen Sonn- oder Feiertag, haben Sie für die Abgabe Zeit bis zum nächsten Werktag (§ 108 Abs. 3 AO).

Glück im Unglück: In der Regel hat das Finanzamt nichts dagegen, wenn die Steuererklärung ein paar Tage oder eine Woche später eintrifft. Danach müssen Sie aber mit Sanktionen rechnen, wenn Sie sich nicht vorher melden.

Da bleibt Ihnen also für dieses Jahr nur: Halten Sie sich ran – und vielleicht klappt es ja nächstes Jahr früher (wenigstens mit dem Antrag auf Fristverlängerung. Denn fünf Monate sind wahrlich nicht viel Zeit für die Anfertigung einer Steuererklärung. Insbesondere dann, wenn man z.B. noch auf Unterlagen von der Bank warten muss.)

Sie haben übrigens leider keinen Anspruch auf Fristverlängerung. Ob und wie lange die Abgabefrist verlängert wird, liegt im Ermessen der Finanzämter – und nach unseren Erfahrungen sind sie nicht allzu großzügig. Die Finanzämter können also nur eine kurze Fristverlängerung erlauben oder sogar Ihren Antrag ablehnen. Sie steigern Ihre Chancen für einen erfolgreichen Antrag auf Fristverlängerung: mit einer guten Begründung.

Wenn Sie freiwillig eine Steuererklärung abgeben

Wenn Sie freiwillig eine Steuererklärung abgeben, dann haben Sie vier Jahre Zeit dafür.

Es ist absolut notwendig, dass Sie diese Abgabefrist einhalten. Denn wenn die freiwillige Steuererklärung zu spät beim Finanzamt eintrifft, wars das leider: Die Steuererklärung wird nicht mehr bearbeitet, die Steuererstattung fällt aus, die ganze Arbeit war umsonst! Selbst wenn Sie lange krank oder längere Zeit auf Dienstreise waren, es gibt hier keine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand (BFH-Urteil vom 19.8.1999, III R 57/98, BStBl. 2000 II S. 330).

Ihre Steuererklärung muss am 31.12., 24 Uhr, beim Finanzamt sein. Es reicht nicht, wenn Sie Ihre Steuererklärung erst am 31.12. losschicken. Sie können aber Ihre Unterlagen auch noch bis 24 Uhr in den Hausbriefkasten Ihres Finanzamts einwerfen.

Der Versand der Einkommensteuererklärung per Fax ist leider nicht möglich (BMF-Schreiben vom 20.1.2003, BStBl. 2003 I S. 74). Die Steuererklärung einscannen und per E-Mail verschicken ist auch nicht erlaubt.

Wenn das Finanzamt Sie zur Abgabe einer Steuererklärung auffordert

Fordert das Finanzamt Sie zur Abgabe einer Steuererklärung auf, setzt es Ihnen auch gleichzeitig eine Frist (§ 149 AO). Innerhalb dieser Frist sollten Sie Ihre Steuererklärung abgeben, sonst droht eine Strafe in Form des Verspätungszuschlags.

Falls Sie die Frist nicht einhalten können, stellen Sie rechtzeitig einen Antrag auf Fristverlängerung (§ 109 AO).

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