Nebenjob als Schüler oder Student

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Viele Schüler und Studenten jobben neben dem Studium und möchten ihren Verdienst möglichst brutto für netto kassieren. Und dabei haben sie Glück: Denn gerade für Schüler und Studenten gibt es eine Fülle von Ausnahmeregelungen.

Studenten oder Schüler, die eine Beschäftigung ausüben, müssen grundsätzlich – wie andere Arbeitnehmer auch – Einkommensteuern auf ihren Verdienst bezahlen. Der Arbeitgeber kann entweder den Arbeitslohn über die elektronische Lohnsteuerkarte oder pauschal versteuern.

Normalversteuerung (elektronische Lohnsteuerkarte)

Bei niedrigen Monatsgehältern wird auch bei Versteuerung über die elektronische Lohnsteuerkarte bei ledigen Schülern und Studenten meist keine Steuer vom Arbeitgeber einbehalten. Denn Lohnsteuer wird im Jahr 2015 nach Steuerklasse I erst ab einem Monatsverdienst von 951 € (bei rentenversicherungspflichtiger Beschäftigung) einbehalten.

Mit Abgabe einer Einkommensteuererklärung erhalten Schüler und Studenten in den meisten Fällen die abgeführte Lohnsteuer vom Finanzamt erstattet.

Pauschalversteuerung

Eine Pauschalversteuerung des Arbeitslohns ist möglich für eine geringfügige Beschäftigung (Minijob, 450-Euro-Job) und unter bestimmten Bedingungen für eine kurzfristige Beschäftigung (Arbeitszeit von bis zu drei Monaten oder 70 Arbeitstagen im Jahr – für die Lohnsteuerpauschalierung ist dieser Begriff allerdings eingeschränkt auf eine Arbeitszeit von höchstens 18 zusammenhängenden Arbeitstagen).

Die Zeitgrenzen für kurzfristige Beschäftigungen wurden ab 1.1.2015 vorübergehend von zwei Monaten oder 50 Arbeitstagen auf drei Monate oder 70 Arbeitstage angehoben. Damit soll die Einführung des Mindestlohns ab 2015 insbesondere bei Saisonarbeitskräften erleichtert werden. Damit dies nicht zu einer generellen Ausweitung der sozialversicherungsfreien kurzfristigen Beschäftigung führt, ist diese Regelung auf vier Jahre befristet. Ab 1.1.2019 gelten wieder – wie bis 2014 – die Höchstgrenzen von zwei Monaten oder 50 Arbeitstagen.

Die Unterschiede zur Versteuerung des Arbeitslohns über die elektronische Lohnsteuerkarte sind:

  • Pauschal versteuerter Arbeitslohn braucht in der Steuererklärung nicht versteuert zu werden.

  • Eine Rückerstattung der vom Arbeitgeber abgeführten Pauschalsteuer ist nicht möglich.

  • Werbungskosten im Zusammenhang mit diesem Job können nicht geltend gemacht werden.

Eine Pauschalversteuerung bietet auf den ersten Blick keinen Vorteil, wenn bei der normalen Versteuerung über die elektronische Lohnsteuerkarte gar keine Lohnsteuer anfallen würde. Dies ist bei ledigen Schülern und Studenten bis zu einem Monatsverdienst von 950,00 € der Fall. Und: Wer auf die Pauschalversteuerung verzichtet, kann vielleicht einen höheren Stundenlohn aushandeln, weil der Arbeitgeber die Kosten der Pauschalsteuer spart.

Eine Pauschalversteuerung des Aushilfsjobs kann aber deutliche Vorteile haben für

  • Studenten mit hohen Einkünften und für verheiratete Studenten und Schüler, deren Ehepartner berufstätig ist. Dann nämlich bleibt dieses Einkommen bei der gemeinsamen Steuererklärung außen vor.

  • Studenten, die ihre Aufwendungen für das Studium als Werbungskosten steuerlich geltend machen können. Denn pauschal versteuerter Arbeitslohn mindert nicht den vortragsfähigen Verlust.

Die Pauschalsteuer muss grundsätzlich der Arbeitgeber übernehmen und an das Finanzamt abführen. Es ist allgemein üblich, dass der Arbeitgeber sie zusätzlich zum Verdienst des Arbeitnehmers trägt. Arbeitsrechtlich aber wäre es durchaus zulässig, dass er sie im Innenverhältnis auf den Arbeitnehmer überwälzt und von dessen Verdienst abzieht.

Hinweis für Eltern: Machen die Eltern Unterhaltszahlungen an den Studenten steuerlich geltend, wirkt sich die Pauschalversteuerung dagegen nachteilig aus: Hier zählt der Bruttoarbeitslohn ohne Abzug des Arbeitnehmer-Pauschbetrages als eigene Bezüge, während bei Versteuerung nach der elektronischen Lohnsteuerkarte der Bruttoarbeitslohn nach Abzug des Arbeitnehmer-Pauschbetrages bzw. höherer Werbungskosten als eigene Einkünfte gilt.

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