Falsche Rechnung bekommen: So reagieren Sie richtig

Falsche Rechnung bekommen: So reagieren Sie richtig

 - 

Wenn Sie als Selbstständiger eine fehlerhafte Rechnung erhalten haben, müssen Sie aktiv werden – sonst ist der Vorsteuerabzug in Gefahr. Und das kann teuer werden.

Was tun bei einer falschen Rechnung?

Eine fehlerhafte Rechnung dürfen Sie nicht einfach selbst korrigieren – das darf nur der Aussteller der Rechnung. Es reicht auch nicht aus, mit dem Aussteller mündlich eine Korrektur zu vereinbaren und sie dann selbst durchzuführen.

So gehen Sie vor:

  • Informieren Sie den Rechnungsaussteller über die festgestellten Mängel und fordern Sie ihn zur Erstellung einer korrekten Rechnung auf.

  • Nutzen Sie dafür am besten unseren kostenlosen Musterbrief »Anfordern einer ordnungsgemäßen Rechnung«. Mit dieser Vorlage können Sie den Rechnungsaussteller auffordern, Ihnen eine vollständige Rechnung auszustellen.

Der Rechnungsaussteller ist nach § 14 Abs. 2 UStG gesetzlich verpflichtet, eine ordnungsgemäße Rechnung auszustellen. Diesen Rechtsanspruch können Sie notfalls auf dem Rechtsweg durchsetzen.

Rückwirkung und Voraussetzungen einer berichtigenden Rechnung

Der Umgang mit mangelhaften bzw. berichtigten Rechnungen ist regelmäßig Thema vor den Gerichten. In einem Urteil vom Anfang dieses Jahres entschied der BFH: Die Rückwirkung einer Rechnungsberichtigung beim Vorsteuerabzug gilt unabhängig davon, ob die Berichtigung zum Vorteil oder zum Nachteil des Leistungsempfängers wirkt.

Die Richter präzisierten:

  • Auch der Stornierung einer Rechnung nebst Neuausstellung einer sie ersetzenden Rechnung kann eine solche Rückwirkung zukommen.

  • Eine Rechnung ist auch dann »unzutreffend« i.S. des § 31 Abs. 5 Satz 1 Buchst. b UStDV, wenn sie im Einvernehmen aller Beteiligten vollständig rückabgewickelt und die gezahlte Umsatzsteuer zurückgezahlt wurde.

(BFH-Urteil vom 22.1.2020, Az. XI R 10/17)

auch interessant:

(MB)

Weitere News zum Thema

  • Corona-Soforthilfen und Umsatzsteuer

    [] Bei den im Rahmen des »Corona-Soforthilfe-Programms« gewährten Leistungen handelt es sich umsatzsteuerlich um sogenannte echte nichtsteuerbare Zuschüsse. Das bedeutet: Sie müssen weder in der Umsatzsteuer-Voranmeldung noch in der Umsatzsteuer-Erklärung angegeben werden. mehr

  • Gastronomie: Umsatzsteuer wird gesenkt!

    [] Heute hat auch der Bundesrat der Umsatzsteuersenkung in der Gastronomie zugestimmt: Vom 1. Juli 2020 bis 30. Juni 2021 beträgt die Umsatzsteuer für Restaurant- und Verpflegungsdienstleistungen nur 7 statt 19 Prozent. Getränke sind von der Steuersenkung allerdings ausgenommen. mehr

  • Istbesteuerung: Mehr Liquidität in der Coronakrise!

    [] Eigentlich müssen Sie die Umsatzsteuer an das Finanzamt abführen, sobald Sie die Leistung an Ihren Kunden erbracht haben. Das heißt: Sie müssen die Umsatzsteuer vorfinanzieren. Aber in der momentanen Coronakrise kann das ein Problem sein. Es gibt aber einen Ausweg. mehr

  • Wie bekommt man eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer?

    [] Zurzeit gehen beim Bundeszentralamt für Steuern vermehrt Anträge auf die Erteilung einer Umsatzsteuer-Identifikationsnummer ein. Wie stellen Sie Ihren Antrag auf eine USt-IdNr. richtig, wann brauchen Sie sie und was ist der Vorteil? mehr

  • Corona: Umsatzsteuersondervorauszahlung zurück?

    [] Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen zahlen Unternehmen auf Antrag bereits geleistete Umsatzsteuersondervorauszahlungen für 2020 wieder zurück. Wir gehen davon aus, dass sich weitere Bundesländer anschließen und kulant reagieren werden. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.