Sterbegeld: Teuer für Erben, die nicht Hinterbliebene sind

 - 

Wahrscheinlich sind sich die wenigsten Steuerpflichtigen des Unterschieds zwischen Erben und Hinterbliebenen bewusst. Der Unterschied kann steuerlich teure Folgen haben – zum Beispiel bei der Auszahlung von Sterbegeld.

Hinterbliebene sind nämlich nur Ehegatte, Lebenspartner, Lebensgefährtin und Kinder – nicht aber beispielsweise die Eltern. Das wurde den Eltern eines Verstorbenen, der keine Hinterbliebenen in diesem Sinn hatte, steuerlich zum Verhängnis:

Im Streitfall war den Eltern nach dem Tod ihres Sohnes von einer Pensionskasse ein Sterbegeld ausgezahlt worden. Der Auszahlung lag ein Versicherungsvertrag zugrunde, in dem als Bezugsberechtigte im Todesfall die Hinterbliebenen bestimmt worden waren. Da der verstorbene Sohn keine Hinterbliebenen hinterließ, wurde er von seinen Eltern beerbt. Die Pensionskasse zahlte ihnen die Versicherungsleistung (hier begrenzt auf ein Sterbegeld i. H. v. 8.000 Euro) aus. Das Finanzamt betrachtete die Auszahlung als einkommensteuerpflichtige sonstige Einkünfte und unterwarf sie der Einkommensbesteuerung.

Zu Recht, erklärte das FG Düsseldorf. Allerdings sei an dieser Stelle gleich darauf hingewiesen, dass der Fall inzwischen beim BFH liegt, das letzte Wort also noch nicht gesprochen ist.

Trotzdem sollten Sie die Begründung der Richter kennen: Auch das Sterbegeld sei eine Leistung aus der Versicherung, erklärten diese. Dem stehe eine betragsmäßige Begrenzung des Sterbegeldes nicht entgegen. Zwar werde in der betrieblichen Altersversorgung eine Hinterbliebenenversorgung nur an den Ehepartner, den eingetragenen Lebenspartner, den Lebensgefährten oder die waisenrentenberechtigten Kinder ausgezahlt. Sofern jedoch keine der genannten Hinterbliebenen vorhanden seien, werde aufgrund des Versicherungsvertrags ein Sterbegeld an die Erben ausgezahlt.

Dem Einwand der Eltern, dass keine eigenen Einkünfte, sondern Einkünfte des Sohnes vorlägen, widersprach das Gericht. Die Besteuerung der Leistung knüpfe an den Zufluss an. Dem Sohn sei keine Versicherungszahlung zugeflossen (FG Düsseldorf, Urteil vom 06.12.2018, Az. 15 K 2439/18; BFH-Az.: X R 38/18).

Weitere News zum Thema

  • "Viva la Vida" oder "Einen Cuba Libre auf die Liebe!" (Teil 1)

    [] Von Mannheim aus sind es fast 8.000 Kilometer bis Havanna. Wer noch nie dort war, der verbindet das kommunistisch regierte Kuba meist mit Tabak, Rum, den typischen Oldtimern, halb zerfallenen Häusern im Kolonialstil, den unwiderstehlichen Rhythmen des Salsa und mit Fidel Castro und seinem Kampfgefährten Che Guevara. Kuba ist natürlich noch viel mehr. Aber was hat die südamerikanische Insel mit den steuerlichen Fragen unserer Kollegin Jenny zu tun? mehr

  • Abziehbarkeit von haushaltsnahen Dienstleistungen bei Pflege

    [] Den Steuerbonus für haushaltsnahe Dienstleistungen kann grundsätzlich jeder in Anspruch nehmen, der Auftraggeber einer haushaltsnahen Dienstleistung ist und in dessen Haushalt die jeweilige Tätigkeit ausgeübt wird. Im Zusammenhang mit der Pflege von Angehörigen ist das nicht immer ganz so eindeutig. mehr

  • BSG: Elterngeld berücksichtigt keine Einmalzahlungen

    [] Strittig war jahrelang, wie Einmalzahlungen wie beispielsweise Weihnachts- und Urlaubsgeld bei der Bemessung des Elterngelds berücksichtigt und während des Elterngeldbezugs auf das Elterngeld angerechnet werden. Mit dem Urteil des Bundessozialgerichts (BSG) vom 8.3.2018 sind nun alle Konstellationen durchgeurteilt. Ergebnis: Einmalzahlungen werden beim Elterngeld nie berücksichtigt. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.