Mit Auto, Bahn und U-Bahn zur Arbeit: Das gilt für die Pendlerpauschale

 - 

Das Finanzamt gewährt für jeden Kilometer, den Ihre Wohnung von der regelmäßigen Arbeitsstätte entfernt liegt, eine verkehrsmittelunabhängige Entfernungspauschale von zurzeit 30 Cent pro Kilometer. Bei der Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln gibt es einige Besonderheiten.

Die abzugsfähigen Fahrtkosten Wohnung–regelmäßige Arbeitsstätte sind grundsätzlich begrenzt auf einen jährlichen Höchstbetrag von 4.500 €. Betroffen sein können Arbeitnehmer, deren Arbeitsstätte mehr als 65 km von der Wohnung entfernt liegt (bei 230 Arbeitstagen). Denn 66 km × 230 Tage × 0,30 €/km ergeben bereits 4.554 € als anzusetzende Entfernungspauschale.

Es gibt aber Ausnahmen: Der Höchstbetrag kommt nicht zur Anwendung:

  • wenn Sie mit dem Pkw zur Arbeit fahren;

  • bei Familienheimfahrten im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung;

  • wenn die tatsächlichen (!) Kosten für öffentliche Verkehrsmittel höher sind. Die höheren Kosten sind dann ohne Höchstbetrag statt der Entfernungspauschale als Werbungskosten absetzbar.

Betroffen vom Höchstbetrag sind also vor allem Bahnfahrer und nicht selbst fahrende Teilnehmer einer Fahrgemeinschaft mit einem weiten Weg zum Arbeitsplatz.

Wenn verschiedene Verkehrsmittel benutzt werden

Viele Arbeitnehmer benutzen für den Weg zur Arbeit verschiedene Verkehrsmittel: Sie fahren beispielsweise mit dem Pkw zum nächsten Bahnhof und von dort aus mit der Bahn zur Arbeit (park and ride), oder sie fahren nur einen Teil des Jahres mit dem Pkw und den anderen Teil mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

Maßgebende Entfernung für die Berechnung der Pendlerpauschale ist auch in diesen Fällen die kürzeste Straßenverbindung. Die Teilstrecke, die mit dem Pkw zurückgelegt wird, wird voll angesetzt. Der verbleibende Teil der maßgebenden Entfernung ist die Teilstrecke, die auf öffentliche Verkehrsmittel entfällt. Nur für diese Teilstrecke gilt der Höchstbetrag von 4.500 €.

Wenn verschiedene öffentliche Verkehrsmittel benutzt werden

Die Begrenzung der Entfernungspauschale auf 4.500 € gilt auch bei der Nutzung verschiedener öffentlicher Verkehrsmittel, entschied kürzlich das FG Münster.

Geklagt hatte dort ein Arbeitnehmer, der für den Weg zu seiner 130 km entfernt liegenden Arbeitsstätte auf drei Teilstrecken seinen privaten Pkw, einen Zug der Deutschen Bahn und die U-Bahn benutzte. Für die mit dem Auto und dem Zug zurückgelegte Entfernung machte er die Pauschale von 0,30 € pro Entfernungskilometer geltend, wobei er den auf den Zug entfallenden Betrag entsprechend der gesetzlichen Regelung auf 4.500 € begrenzte. Daneben forderte er jedoch den Abzug der tatsächlichen Kosten für die U-Bahnfahrten. Sein Argument: Da es sich um verschiedene öffentliche Verkehrsmittel handele, dürfe insoweit der Höchstbetrag überschritten werden. Das Finanzamt berücksichtigte die Kosten für die U-Bahn jedoch nicht, da es der Meinung war, mehrere öffentliche Verkehrsmittel seien einheitlich zu behandeln.

Das FG Münster folgte der Auffassung des Finanzamts: Die Begrenzung der Entfernungspauschale auf jährlich 4.500 € greife für alle Teilstrecken ein, die nicht mit dem eigenen Pkw zurückgelegt werden, präzisierten die Richter. Dies gelte unabhängig davon, ob hierfür eines oder mehrere öffentliche Verkehrsmittel genutzt werden, da das Gesetz lediglich zwischen zwei Teilstrecken (privater Pkw einerseits und öffentliche Verkehrsmittel andererseits) differenziere (FG Münster vom 2.4.2014, 11 K 2574/12 ).

Weitere News zum Thema

  • BFH: Zuzahlungen zum Firmenwagen mindern geldwerten Vorteil

    [] Auf diese Entscheidung haben Firmenwagen-Nutzer lange gewartet: Der BFH erklärt, dass Nutzungsentgelte und andere Zuzahlungen für die außerdienstliche Nutzung eines Firmenwagens den geldwerten Vorteil mindern – und damit auch die Steuern. mehr

  • Umzugskosten absetzen: Werte für 2016 und 2017

    [] Für einen beruflich bedingten Umzug dürfen Werbungskosten geltend gemacht werden. Seit dem 1.2.2017 gelten neue Beträge für umzugsbedingte Unterrichtskosten und sonstige Umzugsauslagen. mehr

  • Zugbegleiterin hat keine regelmäßige Arbeitsstätte

    [] Eine Zug-Servicemitarbeiterin, die ihren Dienst täglich am selben Bahnhof beginnt und beendet, hat an diesem Bahnhof dennoch keine regelmäßige Arbeitsstätte, weil sie ihre Haupttätigkeit im Zug erbringt. Das entschied das FG Rheinland-Pfalz. mehr

  • Doppelte Haushaltsführung im Kinderzimmer?

    [] Einen eigenen Hausstand in einer nicht abgeschlossenen Wohnung im Haus der Eltern und ohne eigene finanzielle Beteiligung akzeptiert das FG Nürnberg nur bei Mitbestimmung. Was meinen die Richter damit? mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit dem Captcha von Google versuchen wir Spam-Anfragen zu verhindern. Sofern das System vermutet, dass Angaben von einem Roboter oder eine Auswahl fehlerhaft ist, werden neue Bilder nachgeladen bzw. weitere Fragen gestellt.

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.