Rente und Steuern: Interessante Zahlen aus dem BMF

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Die rund 4,4 Millionen Rentner und Rentner-Ehepaare zahlen rund 33 Milliarden Euro Steuern pro Jahr. Das geht aus einer Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Anfrage des FDP-Abgeordneten Frank Schäffler hervor – die noch einige weitere interessante Zahlen rund um Rente, Rentner und Steuern enthält.

So werden beispielsweise infolge der Rentenerhöhung zum 1. Juli 2019 voraussichtlich rund 48.000 Rentnerinnen und Rentner erstmals (wieder) steuerpflichtig.

Zum 1. Juli 2019 steigen die Renten im Westen um 3,18 Prozent und im Osten um 3,91 Prozent. Viele Rentner werden dadurch erstmals steuerpflichtig – Sie auch?

Wie kann das sein, wenn die durchschnittliche Netto-Monatsrente bei nur 866 Euro liegt – 828 Euro in den alten und 1.117 Euro in den neuen Bundesländern (monatlicher Zahlbetrag, also Rentenbetrag gemindert um den Eigenanteil des Rentenbeziehenden zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung; Stichtag 31.12.2017)?

Das liegt daran, dass für die Steuerpflicht nicht nur die Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung ausschlaggebend ist, sondern Rentner natürlich auch noch andere Einnahmen haben können – die ebenfalls steuerpflichtig sein können. Dazu gehören beispielsweise Mieteinnahmen oder Kapitaleinnahmen. Nur etwa 600.000 Rentnerinnen und Rentner haben tatsächlich nur ihre Rente, alle anderen haben daneben noch weitere Einnahmen.

So viel Geld haben Rentner im Durchschnitt zur Verfügung

Das Bundesfinanzministerium zitiert in seiner Antwort auf die Anfrage der FDP-Fraktion Zahlen, die zuletzt für das Jahr 2015 von TNS Infratest Sozialforschung im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales erhoben wurden. Danach verfügten bei den Rentnerhaushalten mit einer Bezugsperson ab 65 Jahren im Jahr 2015

  • in den alten Ländern

    • Ehepaare über ein monatliches Nettoeinkommen von 2.572 Euro,

    • alleinstehende Männer über ein monatliches Nettoeinkommen von 1.593 Euro und

    • alleinstehende Frauen über ein monatliches Nettoeinkommen von 1.422 Euro;

  • in den neuen Ländern

    • Ehepaare über ein Nettoeinkommen von durchschnittlich 2.257 Euro,

    • alleinstehende Männer über ein Nettoeinkommen von 1.389 Euro und

    • alleinstehende Frauen über ein Nettoeinkommen von 1.370 Euro je Monat.

Rentenbesteuerung: Keine Änderungen geplant

Die Antwort auf die Frage, ob die die Bundesregierung eine Änderung der Besteuerung von Renten beabsichtige, fällt denkbar knapp aus: Nein – dafür sehe man derzeit keine Notwendigkeit.

Und auch eine "vereinfachte Steuererklärung für Rentner" scheint nicht geplant zu sein. Vielmehr sei die Bundesregierung "bestrebt, die Steuererklärung für alle Bürgerinnen und Bürger zu vereinfachen."

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Problematisch in Sachen Rentenbesteuerung ist unter anderem, dass Rentner von sich aus eine Steuererklärung erstellen und einreichen müssen – es gibt keinen Steuerabzug während des Jahres, wie es bei Arbeitnehmern der Fall ist. Wäre es da nicht praktisch, wenn die Rentenversicherung direkt die Steuern abführen würde? Plant die Bundesregierung vielleicht eine entsprechende Reform?

Nein, denn dann müssten all diejenigen Rentner eine Steuererklärung einreichen, die keine Steuern zahlen müssen: Ihnen wäre während des Jahres zu Unrecht Geld abgezogen worden. Oder in den Worten des Bundesfinanzministeriums: "Derzeit bleibt mehr als die Hälfte der Rentnerinnen und Rentner steuerunbelastet, wenn sie keine weiteren veranlagungspflichtigen Einkünfte bezieht. Bei einem Einbehalt der Steuer durch die Rentenversicherung müssten die bisher steuerunbelasteten Rentner allein wegen dieses Steuereinbehalts eine Steuererklärung abgeben, um die einbehaltene Quellensteuer erstattet zu bekommen."

Fast ein Zehntel des gesamten Einkommensteuer-Aufkommens kommt von Senioren! Gleichzeitig fließt auch immer mehr Steuergeld die Rentenkasse: 27,5 Prozent des Bundeshaushalts gehen an die Rentenversicherung – das entspricht 97 Milliarden Euro (Jahr: 2017).

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