Häusliches Arbeitszimmer

Aufwendungen für das häusliche Arbeitszimmer können unbegrenzt als Betriebsausgaben oder Werbungskosten steuerlich berücksichtigt werden, wenn das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen oder beruflichen Tätigkeit bildet. Bis zu einem Betrag von 1.250,00 € jährlich werden Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer anerkannt, wenn für die betriebliche oder berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht. Diese Neuregelung gilt rückwirkend ab dem Veranlagungszeitraum 2007.

Das häusliche Arbeitszimmer wird steuerlich nur anerkannt, wenn Wohnung und Arbeitszimmer räumlich voneinander getrennt sind und dem Steuerpflichtigen und seiner Familie ein ausreichendes Raumangebot für seine privaten Wohnbedürfnisse verbleibt.

Wichtige Indizien für die berufliche und betriebliche Nutzung gibt die Ausstattung des Raumes. Im Arbeitszimmer sollten sich keine Gegenstände befinden, die auf eine private Nutzung schließen lassen.

  • Folgende Gegenstände lassen auf eine private Nutzung schließen:

    Fernseher, Musikinstrumente (z.B. Klavier), einziges Telefon, private Literatur, Kleiderschränke, Bügelbretter, Bett, Nähmaschine, Heimtrainer, sonstige Hausratsgegenstände, Kunstgegenstände (es sei denn, diese dienen repräsentativen Zwecken), eine Sitzecke mit Sesseln (es sein denn, es werden aus beruflichen Gründen Besucher empfangen), Geweihe und Jagdwaffen.

  • Folgende Gegenstände sind hingegen unbedenklich:

    Mobiliar, Teppiche, Liege, Klappcouch, Schaukelstuhl, ein kleines Radio.

Zu beachten ist, dass nur ein separater Raum, der von der übrigen Wohnung durch eine Tür oder Wand abgetrennt ist, als Arbeitszimmer anerkannt wird. Nach der aktuellen Rechtsprechung wird ein Arbeitszimmer nicht anerkannt, wenn es lediglich eine Arbeitsecke, getrennt durch Vorhänge oder Raumteiler, ist. Das Finanzamt ist berechtigt, einen Grundriss der Wohnung zu verlangen oder das Arbeitszimmer zu besichtigen.

Wenn ein häusliches Arbeitszimmer auch als Warenlager genutzt wird, ist für den Abzug der Aufwendungen entscheidend, welche Nutzungsart überwiegt (Bundesfinanzhof, Urteil vom 22.11.2006, X R 1/05).

Auch während einer Erwerbslosigkeit können Kosten für das Arbeitszimmer als Werbungskosten abgesetzt werden. Voraussetzung: Aufwendungen für das Arbeitszimmer werden voraussichtlich auch bei der späteren Berufstätigkeit anerkannt (Bundesfinanzhof, Urteil vom 2.12.2005, VI R 63/03).

Gesetze und Urteile (Quellen)

BMF 2.3.2011, IV C 6 - S 2145/07/10002

BMF 12.8.2010 -  IV A 3 - S 0338/07/10010–03

BMF 3.4.2007 - IV B 2 - S 2145/07/0002

§ 9 EStG