Umsatzsteuerpflicht auch bei steuerlicher Liebhaberei
Ein Cavalier-Welpe träumt sicher nicht vom Steuerrecht.

Umsatzsteuerpflicht auch bei steuerlicher Liebhaberei

 - 

Auch wenn Ihr Betrieb vom Finanzamt als Liebhaberei eingestuft wurde, können Sie trotzdem Unternehmer sein – mit der Folge, dass Sie Umsatzsteuer an das Finanzamt abführen müssen!

Wann spricht das Finanzamt von »Liebhaberei«?

Erwerbstätigkeiten, die ohne Gewinnerzielungsabsicht ausgeführt werden, also aus überwiegend privaten Gründen und ohne die Möglichkeit auf Dauer nennenswerte Gewinne zu erzielen, werden bei der Einkommensteuerveranlagung nicht berücksichtigt. Man spricht hierbei von einer einkommensteuerlich unbeachtlichen Liebhaberei.

Wenn Sie eine solche Tätigkeit ausüben, können Sie jedoch trotzdem Unternehmer sein, sodass Sie Umsatzsteuer an das Finanzamt abführen müssen.

 

     

aav_liebhaberei-produktbild.png

     

 

Ratgeber Liebhaberei:

Wenn Verluste wegen fehlender Gewinnerzielungsabsicht nicht anerkannt werden     

 

Dieses E-Book beantwortet u.a. diese Fragen:

  • Wie lange akzeptiert das Finanzamt Verluste?

  • Wie kann man Gewinnerzielungsabsicht beweisen? 

  • Wie reagiert das Finanzamt bei der Vermutung von Liebhaberei?

  • Was passiert, wenn die Gewinnerzielungsabsicht tatsächlich wegfällt?

  • Kann die Einstufung als Liebhaberei auch gut sein? 

 

komplettes Inhaltsverzeichnis lesen

Produkt im Shop

 

Umsatzsteuerpflichtiger Unternehmer trotz Liebhaberei!

Dies zeigt sich in einer Entscheidung des Finanzgerichts Münster (Urteil vom 25.3.2021, 5 K 3037/19 U).

In dem entschiedenen Fall hatte eine Hundezüchterin geltend gemacht, keine Umsatzsteuer abführen zu müssen, da ihre Tätigkeit einkommensteuerlich als Liebhaberei eingestuft werde.

Die Umsätze aus der Veräußerung der Hunde überschritten jedoch die Kleinunternehmergrenze. Daher setze das Finanzamt für die betreffenden Jahre Umsatzsteuer fest.

Zu Recht, wie die Richter nun entschieden haben.

Unternehmer wollen Einnahmen erzielen – von Gewinn steht nichts im Gesetz

Voraussetzung für die Unternehmereigenschaft sei lediglich eine Einnahmeerzielungsabsicht und eine Tätigkeit, die über eine bloße Vermögensverwaltung hinausgehe, erklärten sie im Urteil.

Die Gewinnerzielungsabsicht sei bei der Prüfung der Unternehmereigenschaft nach dem Wortlaut des Gesetzes ausdrücklich nicht erforderlich: »Gewerblich oder beruflich ist jede nachhaltige Tätigkeit zur Erzielung von Einnahmen, auch wenn die Absicht, Gewinn zu erzielen, fehlt [...]« (§ 2 Abs. 1 Umsatzsteuergesetz – UStG).

Zudem verfügte die Züchterin über einen eigenen Internetauftritt, über den sie Werbung für ihre Tiere machte. Deshalb und weil ihre Verkaufstätigkeit auf Dauer angelegt war, sahen die Richter die Unternehmereigenschaft als gegeben an (FG Münster, Urteil vom 25.3.2021, Az. 5 K 3037/19 U).

auch interessant:

(AI)

Weitere News zum Thema
  • [] Wer Lebensmittel oder zubereitete Speisen verkauft, entnimmt gelegentlich Produkte für den eigenen Bedarf. Diese Entnahme muss versteuert werden. Bei der Berechnung der steuerpflichtigen Entnahme kann auf Pauschbeträge zurückgegriffen werden. Jetzt hat mehr

  • [] Online-Glücksspiele und virtuelle Automatenspiele sind umsatzsteuerfrei. Auf die Umsätze von sogenannten terrestrischen Geldspielautomaten in Spielhallen und Kneipen muss dagegen Umsatzsteuer abgeführt werden. Warum ist das so – und darf das so bleiben mehr

  • [] Heilig Abend naht mit großen Schritten, und vielleicht haben auch Sie bereits einen Weihnachtsbaum gekauft. Wussten Sie, dass auf diesen Kauf – je nach Baum – zwischen Null und 19 Prozent Umsatzsteuer anfallen können? mehr

  • [] An die Erstattung von Vorsteuer werden normalerweise hohe formale Anforderungen gestellt. Es gibt aber auch ein einfaches Pauschalverfahren, um den Vorsteuerabzug zu berechnen. Vielleicht erfüllen auch Sie die Voraussetzungen für der pauschalen Vorsteuerabzug mehr

Weitere News zum Thema