Partyservice: Wann gelten 7% Umsatzsteuer?

 - 

Wer einen Partyservice betreibt, muss aufpassen. Denn nicht alles, was außer Haus zum Kunden geliefert wird, unterliegt dem ermäßigter Umsatzsteuersatz. Das zeigt ein aktuell veröffentlichter Beschluss des FG Hamburg.

Die Richter hatten es dabei mit einem Restaurantbetreiber zu tun, der neben seinem Lokal auch einen Partyservice betrieb. Bei einer Betriebsprüfung waren Unregelmäßigkeiten aufgefallen – unter anderem waren nach Ansicht des Prüfers (und der Richter) viel zu viele Lieferungen mit dem ermäßigten Umsatzsteuersatz von 7% besteuert worden (FG Hamburg, Beschluss vom 1.8.2016, Az. 2 V 115/16).

Die Richter nahmen das zum Anlass, noch einmal aufzuzählen, wann keine Lieferung, bei der nur 7% Umsatzsteuer abzuführen sind, mehr vorliegt:

  • Von einer Lieferung kann nicht mehr ausgegangen werden, wenn keine Standardspeisen geliefert werden. Standardspeisen sind dabei nur solche, bei denen sich die Zubereitung auf einfache, standardisierte Handlungen beschränkt (Kochen, Braten, backen, aufwärmen) und die nicht speziell auf Kundenbestellung gefertigt werden, sondern vorgehalten werden, wie dies bei Imbissen und Verkaufsständen der Fall ist.

  • Von einer Lieferung ist zudem dann nicht mehr auszugehen, wenn wesentliche weitere Serviceanteile in der Leistung enthalten sind (besondere Kreativität in der Zubereitung und Darreichungsform, dienliche Elemente wie Gestellung von Geschirr, Besteck oder Mobiliar, die einen gewissen personellen Einsatz für Transport und Reinigung erfordern).

Keine Lieferung bedeutet für die Umsatzsteuer: Der Unternehmer muss 19% abführen.

Weitere News zum Thema

  • Umsatzsteuerliche Rückabwicklung in sog. Bauträger-Fällen

    [] Ein Bauträger schuldet die Umsatzsteuer aus den von ihm bezogenen Bauleistungen solange, bis er den Steuerbetrag an die leistenden Bauunternehmer bezahlt hat, wenn er rechtsirrig von einer nach § 13b Abs. 5 Satz 2, Abs. 2 Nr. 4 UStG bestehenden Umkehr der Steuerschuldnerschaft ausgegangen ist. mehr

  • BFH: Umsatzsteuerpflicht bei Fahrschulen zweifelhaft

    [] Der BFH zweifelt an der Umsatzsteuerpflicht für die Erteilung von Fahrunterricht zum Erwerb der Fahrerlaubnisklassen B (Pkw-Führerschein) und C1. Er hat dem Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH) daher die Frage vorgelegt, ob Fahrschulen insoweit steuerfreie Leistungen erbringen. mehr

  • Umsatzsteuer: Wenn Sie Ihr Wissen weitergeben...

    [] Sie sind schon eine Weile selbstständig und können sich noch gut an Ihre Probleme in der Anfangsphase erinnern. Daher möchten Sie Ihr Wissen weitergeben und engagieren sich für einen Lotsendienst für Gründer. Preisfrage: Sind Ihre Leistungen umsatzsteuerpflichtig? mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.