Partyservice: Umsatzsteuersatz hängt vom Leistungsumfang ab

 - 

Liefert ein Partyservice nicht nur verzehrfertige Speisen, sondern noch dazu Geschirr und Besteck, setzt sich die Gesamtleistung aus einer Lieferung und einer Dienstleistung zusammen, die mit 19% zu versteuern ist.

Die Frage, wie die Lieferung von Speisen und Getränken sowie damit zusammenhängender Dienstleistungen umsatzsteuerlich einzuordnen ist, beschäftigt die Finanzgerichte seit längerem. Streitgegenstand ist dabei stets der anzuwendende Steuersatz. Denn während die bloße Lieferung von Speisen und Getränken grundsätzlich ermäßigt, also mit 7% besteuert wird, unterliegen zusätzliche Service- und Dienstleistungen für sich betrachtet dem regulären Steuersatz von 19%.

Liefert ein Selbstständiger Speisen und überlässt er seinem Auftraggeber gleichzeitig Leihgeschirr und -besteck, handelt es sich nicht etwa um zwei eigenständige Hauptleistungen, sondern eine einheitliche Leistung, die sich aus mehreren Teilen zusammensetzt, so der BFH. Aus diesem Grund kommt auch nur ein Steuersatz in Betracht. Die Höhe des Steuersatzes richtet sich nach dem Leistungsanteil, der am meisten Gewicht hat. Im vom BFH entschiedenen Rechtsstreit war das das Überlassen von Geschirr und Besteck. Damit unterlag die gesamte Leistung dem regulären Steuersatz von 19% (Urteil vom 13.11.2007, Az. 15 K 3123/03 U, Revision des BFH: Az. XI R 3/08, EFG 2008, S. 739).

Steuertipp
Bieten Sie als Selbstständiger Speisen und Getränke zum Verzehr an, dann sollten Sie sich immer der möglichen Folgen zusätzlicher Leistungen bewusst sein. Der Übergang vom ermäßigten zum regulären Steuersatz ist schnell vollzogen. Das gilt nicht nur bei der Anlieferung von Speisen und Getränken, sondern auch bei Betrieb eines Verkaufsstandes.

Weitere News zum Thema

  • Umsatzbesteuerung von Jagdgenossenschaften ab 2017

    [] Ab 2017 unterliegt die Verpachtung der Jagd mit dem Regelsteuersatz von 19 % der Umsatzsteuer. Eine Übergangsregelung ermöglicht jedoch die Anwendung des bisherigen Rechts bis Ende 2020, der Antrag hierzu muss bis 31.12.2016 gestellt werden. Darauf weist das LfSt Bayern hin. mehr

  • Umsatzsteuerliche Einordnung einer Online-Partnervermittlung

    [] Mit auf elektronischem Weg erbrachten sonstigen Leistungen i.S. des Umsatzsteuerrechts beim Bereitstellen einer Datenbank (Suchmaschine) im Internet hat sich der BFH beschäftigt. Einfacher ausgedrückt ging es um eine Online-Partnervermittlung. mehr

  • Tomatis-Therapie nur mit Umsatzsteuer

    [] Die Umsätze aus therapeutischen Maßnahmen für Hör- und Wahrnehmungsstörungen nach der Tomatis-Methode sind nicht als ähnliche heilberufliche Tätigkeit gemäß § 4 Nr. 14 UStG umsatzsteuerfrei. mehr

  • Gewährung des Vorsteuerabzugs aus Billigkeitsgründen

    [] Vorsteuerabzug im Billigkeitsverfahren setzt voraus, dass der Unternehmer gutgläubig war und alle Maßnahmen ergriffen hat, die vernünftigerweise von ihm verlangt werden können, um sich von der Richtigkeit der Angaben in der Rechnung zu überzeugen und seine Beteiligung an einem Betrug ausgeschlossen ist. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.