Inventarverkauf kann umsatzsteuerpflichtig sein

 - 

Der Verkauf eines Gebäudes ist grundsätzlich umsatzsteuerfrei. Erstreckt sich die Steuerbefreiung auch auf die Veräußerung von Inventar, das sich im Gebäude befindet? Nein, meint das FG München.

Der Verkauf von Grundstücken ist umsatzsteuerfrei. Doch oft gibt es Streit um die umsatzsteuerliche Behandlung des Verkaufs von Wirtschaftsgütern in Zusammenhang mit einem Grundstücksverkauf. Ein aktuelles Urteil gibt dazu Hinweise (FG München vom 16.4.2013, 2 K 3443/10 ). Danach unterliegt der Verkauf von Inventar in Zusammenhang mit einem Grundstücksverkauf nur dann nicht der Umsatzsteuer, wenn es sich bei den Gegenständen um wesentliche Bestandteile handelt. Das ist jedoch bei Mobiliar, Bestuhlung, Fuhrpark, Maschinen usw. nicht der Fall, sodass darauf 19 % Umsatzsteuer zu zahlen ist. Dafür wird keine Grunderwerbsteuer für den Kauf fällig.

Der Verkäufer des Grundstücks blitzte übrigens auch mit seiner Argumentation ab, beim Verkauf des Inventars handle es sich um eine unselbstständige Nebenleistung zum umsatzsteuerfreien Grundstücksverkauf. Dann wäre nämlich der Inventarverkauf ebenfalls umsatzsteuerfrei. Mit zahlreichen Verweisen auf die Rechtsprechung zerpflückten die Richter diesen Ausweg aus der Umsatzsteuerpflicht. Dass das Inventar im Rahmen des notariellen Kaufvertrags veräußert wurde und ein Gesamtpreis vereinbart worden war, spielte für die Richter keine Rolle. Der Verkäufer musste daher die Umsatzsteuer auf die Inventarverkäufe ans Finanzamt nachentrichten.

Weitere News zum Thema

  • Registrierkassen: Aufschub bei Umstellung in fast allen Bundesländern

    [] Nach dem Kassengesetz besteht seit dem 1.1.2020 die Pflicht, manipulationssichere Kassen (TSE) einzusetzen. Da Entwicklung, Zertifizierung und Produktion dieser TSE'en bis zum 1. Januar nicht so weit vorangeschritten waren, dass tatsächlich eine Ausstattung aller elektronischen Registrierkassen erfolgen konnte, läuft bundesweit eine Nichtbeanstandungsregelung. Diese wird jetzt in fast allen Bundesländern verlängert. mehr

  • Corona-Soforthilfen und Umsatzsteuer

    [] Bei den im Rahmen des »Corona-Soforthilfe-Programms« gewährten Leistungen handelt es sich umsatzsteuerlich um sogenannte echte nichtsteuerbare Zuschüsse. Das bedeutet: Sie müssen weder in der Umsatzsteuer-Voranmeldung noch in der Umsatzsteuer-Erklärung angegeben werden. mehr

  • Gastronomie: Umsatzsteuer wird gesenkt!

    [] Heute hat auch der Bundesrat der Umsatzsteuersenkung in der Gastronomie zugestimmt: Vom 1. Juli 2020 bis 30. Juni 2021 beträgt die Umsatzsteuer für Restaurant- und Verpflegungsdienstleistungen nur 7 statt 19 Prozent. Getränke sind von der Steuersenkung allerdings ausgenommen. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.