Achten Sie auf die korrekte Anschrift des Rechnungsausstellers!

 - 

Der Vorsteuerabzug setzt das Vorliegen einer ordnungsgemäßen Rechnung voraus. Ordnungsgemäß ist eine Rechnung unter anderem dann, wenn sie die Anschrift des die Leistung ausführenden Unternehmers enthält. Muss die Anschrift auch stimmen?

Der BFH hat entschieden: Die korrekte Adresse des leistenden Unternehmers ist regelmäßig Voraussetzung für den Vorsteuerabzug. Das gilt auch dann, wenn die Rechnung nicht von einer GmbH ausgestellt wurde.

Auf den ersten Blick hat der BFH damit nur bestätigt, was bereits im Gesetz steht. Denn nach Paragraf 14 Abs 4 UStG muss eine Rechnung den vollständigen Namen und die vollständige Anschrift des leistenden Unternehmers enthalten.

Letztlich hat der BFH durch sein Urteil aber auch klargestellt, dass der Rechnungsempfänger grundsätzlich keinen Vertrauensschutz genießt, er sich also nicht ohne weiteres auf die Angaben in der Rechnung verlassen kann. Ist in der Rechnung eine falsche Anschrift angegeben, geht dies im Zweifel zu Lasten des Empfängers (Urteil vom 6.12.2007, Az. V R 61/05, DStR 2008, S. 821).

In der Konsequenz verpflichtet der BFH den Rechnungsempfänger, die Anschrift des Ausstellers der Rechnung zu überprüfen. Eine solche Pflicht besteht insbesondere dort, wo bereits die äußeren Umstände auf eine falsche Adresse hindeuten. Das ist zum Beispiel bei hohen Barzahlungen der Fall, aber auch bei Geschäften mit Ausländern, wenn diese auf ihre Warenverkäufe Umsatzsteuer berechnen, weil sie angeblich einen Geschäftssitz im Inland haben.

Steuertipp
Auch nach dem BFH-Urteil ist es nicht ausgeschlossen, dass ein Rechnungsempfänger auf die Angaben in einer Rechnung vertrauen kann und vor nachteiligen Folgen geschützt ist. Davon ist allerdings nur im Ausnahmefall auszugehen. Um das Risiko einer falschen Rechnungsanschrift von vornherein auszuschalten, sollten Sie die Angaben in jeder Eingangsrechnung überprüfen. Fordern Sie vom Rechnungsaussteller gegebenenfalls Nachweise an, die die Korrektheit der Angaben belegen.

Weitere News zum Thema

  • Immer noch strittig: Umsatzsteuer-Vorauszahlung und Zehn-Tage-Regel

    [] Das FG Thüringen entschied, kalendarische Zufälle, die in einzelnen Jahren zu einer Verschiebung der Fälligkeit führen, könnten nicht darüber entscheiden, wann sich eine Zahlung als Betriebsausgabe auswirke. Leider wurde gegen das Urteil Nichtzulassungsbeschwerde eingelegt. mehr

  • Sportwagen: Zu viel Luxus für vollen Vorsteuerabzug

    [] Für einen als Geschäftswagen genutzten Ferrari gibt es nicht die komplette Vorsteuer zurück. Die Kosten für den Sportwagen berühren die Lebensführung des Steuerpflichtigen oder anderer Personen und sind (anteilig) unangemessen, so das FG Baden-Württemberg. mehr

  • Umsatzsteuer: Hochzeitsredner und Trauerredner als ausübende Künstler

    [] Laut Umsatzsteuergesetz werden die Eintrittsberechtigung für Theater, Konzerte und Museen, sowie die den Theatervorführungen und Konzerten vergleichbaren Darbietungen ausübender Künstler mit 7 % ermäßigt besteuert. Doch wo fängt ausübende Kunst an und wann können Sie als Steuerpflichtiger von dem ermäßigten Steuersatz profitieren? mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.