Grundstücksentnahme aus dem Betriebsvermögen: vor 1999 steuerfrei

 - 

Wenn Sie ein Grundstück vom Betriebsvermögen in Ihr Privatvermögen überführen, gilt das seit 1.1.1999 als Anschaffung. Das betrifft sowohl die Entnahme als auch die Betriebsaufgabe.
Konsequenz: Wenn Sie dieses Grundstück innerhalb von zehn Jahren verkaufen, liegt darin eine steuerpflichtige Veräußerung.

Haben Sie dagegen Ihr Grundstück vor dem 1.1.1999 entnommen und verkaufen es später innerhalb von zehn Jahren, müssen Sie keine Einkommensteuer bezahlen (BFH-Urteil vom 18. 10. 2006, Az. IX R 5/06, BStBl. II 2007 S. 179).

In dem konkreten Fall entnahmen die Eltern im Jahr 1993 ein Grundstück aus ihrem landwirtschaftlichen Betrieb und übertrugen es ihrem Sohn. Der verkaufte es 2001 mit Gewinn, dieser Gewinn bleibt steuerfrei.

Das Bundesfinanzministerium wollte ursprünglich auch Entnahmen vor 1999 der zehnjährigen Spekulationsfrist unterwerfen. Das haben die BFH-Richter unter Hinweis auf den Vertrauensschutz der Grundstückseigentümer abgelehnt und eine rückwirkende Verschärfung nicht zugelassen. Die Finanzverwaltung hat sich dem jetzt gebeugt (BMF-Schreiben vom 7.2.2007, IV C 3-S 2256-1107, BStBl. I 2007 S. 262).

Das bedeutet für Sie: Wenn in vergleichbaren Fällen Ihr Steuerbescheid noch nicht bestandskräftig ist, können Sie beantragen, diesen Bescheid zu ändern und die entsprechenden Veräußerungsgewinne nicht zu besteuern.

Weitere News zum Thema

  • BFH-Urteile zur Sanierung nach Altbaukauf

    [] Nach dem Kauf eines zu vermietenden Altbaus nimmt der neue Eigentümer meist rasch Renovierungs- und Modernisierungsmaßnahmen vor, um das Haus oder die Wohnung besser vermietbar zu machen. mehr

  • Fremdvergleich bei Mietverhältnis zwischen nahen Angehörigen

    [] Ein Mietverhältnis zwischen nahen Angehörigen entspricht nicht den Kriterien des Fremdvergleichs, wenn es in zahlreichen Punkten von den zwischen fremden Dritten üblichen Vertragsinhalten abweicht. Das bestätigte der BFH in diesem interessanten Fall. mehr

  • Keine Erbschaftsteuerbefreiung für das Familienheim bei Weiterübertragung

    [] Die Erbschaftsteuerbefreiung eines selbstgenutzten Familienheims durch den Ehegatten entfällt rückwirkend, wenn dieser es innerhalb von zehn Jahren nach dem Erwerb nicht mehr zu eigenen Wohnzwecken nutzt. Das gilt auch dann, wenn die Erbin das Grundstück unter Nießbrauchsvorbehalt auf ihre Tochter überträgt. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.