Kasse muss Ultraschalluntersuchung zahlen
Rund 30.000 Menschen erleiden in Deutschland pro Jahr einen Schlaganfall, der durch eine verengte Halsschlagader verursacht wird. Wären die Adern rechtzeitig vorher per Ultraschall untersucht worden, hätte der Schlaganfall unter Umständen verhindert werden können. Wichtig zu wissen: In Risikofällen ist die Ultraschalluntersuchung eine Kassenleistung.

Kasse muss Ultraschalluntersuchung zahlen

 - 

Rund 30.000 Menschen erleiden in Deutschland pro Jahr einen Schlaganfall, der durch eine verengte Halsschlagader verursacht wird. Wären die Adern rechtzeitig vorher per Ultraschall untersucht worden, hätte der Schlaganfall unter Umständen verhindert werden können. Wichtig zu wissen: In Risikofällen ist die Ultraschalluntersuchung eine Kassenleistung.

Eine Untersuchung der Halsschlagader gehört bei den gesetzlichen Krankenkassen für Versicherte ab dem 35. Lebensjahr zum Check-up, auf das alle drei Jahre (früher: alle zwei Jahre) Anspruch besteht.

Dabei werden auch die Halsschlagadern abgehört. Stellt der Arzt dabei Hinweise auf eine Störung fest, kann er eine Ultraschalluntersuchung anordnen. Sinnvoll ist dann in der Regel eine Überweisung zu einem Gefäßspezialisten (Angiologe), ggf. auch zu einem Kardiologen oder Internisten, soweit diese Erfahrungen bei der Untersuchung der Halsschlagadern haben (in Berichten werden sie stattdessen auf den Fachbegriff "Carotiden" stoßen).

Diese führen dann eine Dopplersonografie durch. Dies ist eine Ultraschalluntersuchung, bei der gemessen wird, mit welcher Geschwindigkeit das Blut durch die Halsschlagadern strömt. Manche Hausärzte bieten diese Untersuchung an, manchmal zu moderaten Preisen. So schreibt eine Tübinger Praxis: "Aufgrund der Aufteilung in eine fach- und eine hausärztliche Versorgung dürfen wir als Allgemeinmediziner unabhängig von unserer fachlichen Qualifikation diese spezialisierte Leistung nicht mehr zulasten der Krankenkassen abrechnen. Die Kosten betragen für die Untersuchung der Halsschlagader 25,– € und für die Bauchschlagader 15,– €".

Bei diesem Angebot handelt es sich um eine sogenannte IGeL-Leistung (individuelle Gesundheitsleistung). Meist nehmen Ärzte, wenn die Leistung als IGeL-Leistung angeboten wird, deutlich mehr, zum Teil über 100,– €.

Bietet Ihr Hausarzt Ihnen eine solche Untersuchung an, so brauchen Sie das Angebot nicht anzunehmen. Der Hausarzt kann Sie nämlich – falls eine solche Untersuchung erforderlich ist – zu einem Spezialisten schicken. Dieser kann die Untersuchung bei der Krankenkasse abrechnen, weshalb diese für Sie als Patient kostenlos ist, und wahrscheinlich ist der Spezialist auch kompetenter in der Auswertung der Ultraschallbilder.

Untersuchung muss notwendig sein

Eine Indikation für eine solche Leistung besteht, wenn der Hausarzt beim Abhören der Halsschlagader Unregelmäßigkeiten feststellt und generell unter anderem bei Patienten, die an Arterienverkalkung leiden, insbesondere für Herzkranke, die bereits eine Bypass-Operation hinter sich haben bzw. denen Stents eingesetzt wurden.

Natürlich gilt auch bei Menschen, die bereits einen Schlaganfall erlitten haben, eine entsprechende Indikation. In diesen Fällen übernehmen die Krankenkassen die Kosten der Untersuchung, wenn der behandelnde Arzt berechtigt ist, diese abzurechnen.

(MS)

Weitere News zum Thema
  • [] Versicherte müssen im Schadensfall zumutbare Maßnahmen ergreifen, um den Schaden möglichst gering zu halten. Beispielsweise muss bei einem geplatzten Wasserrohr umgehend das Wasser abgestellt werden. Diese Regel gilt auch bei gesundheitlichen Beschwerden mehr

  • [] Haben Sie – wie der Autor dieses Textes – Knie- und Hüftbeschwerden? Und fliegen Sie auch dann und wann? Dann kennen Sie bestimmt auch folgende Situation: Immer wieder strecken Sie – je nachdem, ob Sie den linken oder rechten Korridorplatz gebucht haben mehr

  • [] Wenn sich Arbeitnehmer kurz vor einem bewilligten Urlaub mit Corona infizieren, sollten sie unbedingt zum Arzt gehen. Selbst wenn sie keine Symptome haben. mehr

  • [] Wenn Sie an den Langzeitfolgen einer Corona-Erkrankung leiden, besteht die Gefahr, dass Ihre Erwerbsfähigkeit dauerhaft beeinträchtigt wird. Deshalb ist es besser, sich rechtzeitig um eine Reha zu kümmern, als später erwerbsunfähig zu werden. mehr

  • [] Die Krankheits-Beihilfe für Beamte hängt nicht von der Höhe ihres Einkommens ab. Doch bei Ehegatten und im Pflegebereich gibt es Grenzen, die oft übersehen werden und dann sogar zu Betrugsvorwürfen führen können. mehr

Weitere News zum Thema