Kosten für Bewerbungen

Bewerbungsmappen, Bewerbungsfotos, Online-Bewerbung, Bewerbungsratgeber usw.

Alle Kosten, die bei der Suche nach einem (neuen) Arbeitsplatz, entstehen, sind Werbungskosten. Weil sie schon vor der Berufstätigkeit anfallen, spricht man von vorab entstandenen Werbungskosten. Das gilt auch für Bewerbungen, die nicht zum Erfolg geführt haben, bei denen Du also eine Absage (oder gar keine Antwort) bekommen hast.

Diese Kosten sind als Werbungskosten absetzbar

Bewerbungsmappe, Fotos, Stellenanzeigen, Assessment-Center-Training usw.

Schriftliche Bewerbungen: Zu den Werbungskosten gehören die Ausgaben für Bewerbungsfotos, amtliche Beglaubigungen, Fotokopien, Schnellhefter, Klarsichthüllen, Briefpapier, Briefumschlag, Briefporto, fremde Schreibarbeiten usw.
Schreibst Du Deine Bewerbungen mit dem Computer, kannst Du sogar von den Anschaffungskosten des Computers den entsprechenden Anteil der Nutzung steuerlich geltend machen. Das wird aber sehr kleinteilig und eher etwas für echte Pfennigfuchser...

Jobbörsen im Internet: Suchst Du im Internet nach einer neuen Arbeitsstelle, sind die Kosten der Internetnutzung abziehbar – also die Verbindungskosten, die Du bei einer Flatrate z. B. so berechnest:
Kosten der Flat im Monat: 25 €,
Internetnutzung im Monat insgesamt: 90 Stunden,
davon Stellensuche: 30 Stunden,
absetzbar ist dann 1 / 3 der Monatsgebühr, also 8,33 €

Telefonate und Korrespondenz im Zusammenhang mit der Bewerbung;

Stelleninserate, die Du selbst in Zeitungen oder Fachzeitschriften aufgegeben hast;

Bücher, die Tipps zur Bewerbung und zur Vorstellung vermitteln, z. B. Wie bewerbe ich mich richtig?;

Wochenendausgaben von überregionalen Tageszeitungen, die bekannt für einen großen Stellenmarkt sind, z. B. Frankfurter Allgemeine Zeitung, Süddeutsche Zeitung;

selbst bezahlte Kurse, die auf Vorstellungsgespräche vorbereiten (z. B. Assessment-Center-Training).

So weist Du die Kosten nach

genau ausrechnen oder schätzen?

Deine Bewerbungskosten musst Du nachweisen oder wenigstens glaubhaft machen. Bei hoher Zahl der Bewerbungen ermittelst Du einfach die Kosten für eine Bewerbung und multiplizierst sie dann mit der Anzahl der Bewerbungen. Kannst Du Deine Bewerbungskosten nicht im Einzelnen nachweisen, darfst Du schätzen. Dabei orientierst Du Dich am besten der Schätzung des Finanzgerichts Köln: Für Bewerbungen mit Bewerbungsmappe hat es pauschal 8,50 € anerkannt, für Bewerbungen ohne Mappe 2,50 €, z. B. E-Mail-Bewerbungen, Kurz- und Initiativbewerbungen.

Falls Du im Jahr der Bewerbung keine oder nur sehr geringe Einkünfte hattest, z. B. weil Du das ganze Jahr über arbeitslos oder in Ausbildung warst, mach trotzdem die Bewerbungskosten als Werbungskosten geltend! Diese führen dann zu sogenannten negativen Einkünften aus nicht selbstständiger Arbeit. Diesen Verlust kannst Du vortragen, das bedeutet: er senkt die Steuer im nächsten Jahr, in dem Du Geld verdienst und Steuern zahlen musst.

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