Steuererklärung: Ist die Abgabe freiwillig oder Pflicht?

Nicht jeder muss eine Steuererklärung abgeben – aber jeder darf! Und oft erhalten genau diejenigen Steuerzahler, die nicht zur Abgabe verpflichtet sind, eine Steuererstattung.

Wer muss eine Steuererklärung abgeben?

Arbeitnehmer, was gilt ohne Job

Abgabepflicht bei Arbeitnehmern

Bei Arbeitnehmern zieht der Arbeitgeber Monat für Monat Lohnsteuer ab und bezahlt so Deine Steuerschuld. Für Dich ist steuerlich damit eigentlich alles erledigt und Du musst Dich nicht weiter mit dem Finanzamt auseinandersetzen. Erst wenn weitere Einnahmen, bestimmte Kombinationen von Lohnsteuerklassen oder andere Besonderheiten vorliegen, kannst zur Abgabe verpflichtet sein.

Der Gesetzgeber vermutet in diesen Fällen, dass er trotz Lohnsteuerabzug und / oder Vorauszahlungen während des Jahres von Dir zu wenig Einkommensteuer bekommen hat. Deshalb musst Du eine Einkommensteuererklärung abgeben.

Eine Verpflichtung zur Abgabe der Steuererklärung besteht u. a. in diesen Fällen:

Im Umkehrschluss heißt das: Wer nicht zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet ist, muss auch keine abgeben. Sie dürfen aber → freiwillig eine abgeben.

Abgabepflicht, wenn Du keinen Job hast

Wenn Du keine Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit (also Arbeitslohn) hast und ggf. Dein / e Partner / in auch nicht, dann musst Du nur dann eine Steuererklärung abgeben, wenn Deine Einkünfte eine bestimmte Grenze überschreiten. Diese Einkünfte kannst Du zum Beispiel mit der Viermietung einer Wohnung erzielen oder als Gewerbetreibender, Freiberufler, Freelancer usw.

Ob Du eine Steuererklärung abgeben musst, hängt in diesen Fällen vom sogenannten steuerfreien Grundfreibetrag: Liegst Du unter der Grenze. Musst Du keine Steuererklärung abgeben. Überschreitest Du sie, machst Du eine Steuererklärung.

So hoch darf Dein Gesamtbetrag der Einkünfte sein (das sind die Einnahmen abzüglich Werbungskosten bei Arbeitnehmern bzw. abzüglich Betriebsausgaben bei Selbstständigen):

Alleinstehende

Verheiratete

2016

8.652 €

17.304 €

2015

8.472 €

16.944 €

2014

8.354 €

16.708 €

Wann lohnt sich die freiwillige Abgabe?

hohe Kosten bei niedrigen Einnahmen, Heirat, wenn das Finanzamt plötzlich Geld will

Die Abgabe der Steuererklärung ist freiwillig, wenn man nicht → per Gesetz zur Abgabe verpflichtet ist.

Oft erhalten genau diejenigen Steuerzahler, die nicht zur Abgabe verpflichtet sind, eine Steuererstattung. Die Abgabe der Steuererklärung lohnt sich besonders dann, wenn Du während eines Jahres zum Beispiel hohe Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen hattest oder geheiratet hast. Dann ist eigentlich immer eine Steuererstattung drin.

Will das Finanzamt wider Erwarten doch Geld sehen, kann die Steuererklärung zurückgenommen werden. Die Steuererklärung gilt dann als nicht abgegeben und das Finanzamt kann keine Steuernachzahlung verlangen.

Warum fordert das Finanzamt Dich zur Abgabe auf?

Kontrollmitteilung, Sozialleistungen, Erbschaft, Schenkung

Du hast noch nie eine Steuererklärung abgegeben – und dann kommt plötzlich ein Brief vom Finanzamt, in dem Du zur Abgabe aufgefordert wirst. Warum? Und was musst Du jetzt tun?

Vor allem darfst Du das Schreiben nicht ignorieren: Wenn das Finanzamt Dich auffordert, eine Einkommensteuererklärung abzugeben, dann musst Du ihm Folge leisten. Durch die Aufforderung entsteht die Pflicht zur Abgabe einer Steuererklärung, auch wenn Du sonst keine Steuererklärung hättest abgeben müssen.

Eine solche Aufforderung ergeht zum Beispiel, wenn das Finanzamt eine Kontrollmitteilung wegen Einkünften aus Kapitalvermögen, von der Deutschen Rentenversicherung Bund oder bei einer Erbschaft oder Schenkung erhält, oder wenn ein Kontenabruf ergeben hat, dass Sozialleistungen geflossen sind, die sich steuerlich auswirken können.

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