Rente kann auch im Rentenalter noch durch Pflege erhöht werden
Angehörigenpflege zahlt sich bei der Rente aus.

Rente kann auch im Rentenalter noch durch Pflege erhöht werden

 - 

Die 2017 eingeführte Flexirente sollte den Übergang in den Ruhestand flexibler machen. Diese Möglichkeit wird bislang nur wenig genutzt. Allerdings gibt es eine Ausnahme, die eine Regelung betrifft, die wohl eher durch ein Versehen des Gesetzgebers geschaffen wurde: Durch einen zeitweisen Verzicht auf 1 % ihrer Rente können pflegende Angehörige, die selbst schon das reguläre Rentenalter erreicht oder überschritten haben, ab dem Juli des Folgejahrs weitere Rentenansprüche erwerben.

Alle Altersrentner können sich statt einer Vollrente für eine beliebig hohe Teilrente in Höhe von 10 % bis 99 % der Vollrente entscheiden. Das gilt seit 2017 und der Gesetzgeber hatte sich erhofft, dass Arbeitnehmer dieses Angebot nutzen würden, um sich gleitend vom Job zu verabschieden.

Diese Hoffnung hat getrogen. Die Teilrente erweist sich auch nach einer Reform von 2017 weitgehend als Ladenhüter – mit einer Ausnahme: Unter Rentnerinnen und Rentnern, die ihre Partnerin, ihren Partner oder einen pflegebedürftigen Elternteil häuslich pflegen, erfreut sie sich als sogenannte Wunschteilrente zunehmender Beliebtheit.

Genutzt wird diese Variante von Rentnern (vorwiegend von Frauen), die bereits das reguläre Rentenalter überschritten haben und einen Angehörigen pflegen. Die Betroffenen haben sich nach den Daten der Rentenversicherung durchweg für eine Teilrente in Höhe von exakt 99 % der Vollrente entschieden.

Welche Vorteile bringt eine Teilrente?

Leidglich als Teilrentner können die Betroffenen für ihre Pflegetätigkeit weitere Rentenansprüche erwerben – nicht jedoch als Vollrentner. Je nach dem Pflegegrad des Gepflegten können die Betroffenen durch ein Jahr Pflege bis zu etwa einem Entgeltpunkt an Rentenansprüchen erwerben.

Die neuen Rentenansprüche wirken sich ab dem Juli des Folgejahrs auf die Höhe der Altersrente aus. Ein vorübergehender Verzicht auf 1 % der Rente kann damit ab dem Juli des Folgejahrs ein deutliches Rentenplus bringen – und zwar lebenslang.

Den Wechsel in die 99-Prozent-Teilrente können Sie der deutschen Rentenversicherung gegenüber jederzeit in einem formlosen Schreiben erklären. Nach dem Ende der Pflegezeit können Sie sofort wieder in die Vollrente wechseln.

(MS)

Weitere News zum Thema
  • [] Ein besonderes Plus der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) gegenüber der Privaten Krankenversicherung (PKV) ist die kostenlose Mitversicherung von Familienangehörigen – vor allem von Kindern und Ehepartnern. Kaum beachtet wurde bislang: Über diese mehr

  • [] Die Zeit der Angehörigenpflege gilt in vielen Fällen als vollwertige Versicherungszeit in der Deutschen Rentenversicherung (DRV) – ganz ähnlich wie die Zeit der Kindererziehung. Die Anzahl der rentenversicherten pflegenden Angehörigen ist in den letzten mehr

  • [] Niedrig entlohnte Jobs zählen für die Berechnung der Grundrente nicht. Die Grenze liegt bei 30 % des aktuellen Durchschnittseinkommens. Wer betrieblich fürs Alter vorsorgt, sollte diese Markierung im Blick haben, denn wenn das beitragspflichtige Bruttoeinkommen mehr

  • [] Wer 45 Jahre lang rentenversicherungspflichtig gearbeitet hat, kann derzeit mit 64 in Rente gehen – zwei Jahre vor dem regulären Rentenalter und ohne Rentenabschläge. Das kann bei zwanzigjährigem Bezug einer durchschnittlichen Rente ein Rentenplus von mehr

Weitere News zum Thema