Altersvorsorge-Freibetrag bei Grundsicherung im Alter: DRV weist freiwilligen Teil der Rente aus

 - 

Für Einkünfte aus einer zusätzlichen Altersvorsorge gilt bei der Grundsicherung im Alter ein Freibetrag von mindestens 100,– € und höchstens 212,– € im Monat. Der Freibetrag gilt auch für den Teil der gesetzlichen Rente, der auf freiwilligen Beiträgen beruht. Eine Bescheinigung über diesen Anteil erstellt die gesetzliche Rentenversicherung – allerdings nur auf eine entsprechende Anfrage des Sozialamts.

Nach § 82 Abs. 5 SGB XII ist bei der Grundsicherung im Alter seit Anfang 2018 "Einkommen aus einer zusätzlichen Altersvorsorge", durch das die Einkommenssituation von Beziehern bzw. Antragstellern verbessert wird, in bestimmtem Maße anrechnungsfrei.

Das gilt für zusätzliche Altersbezüge bis 100,– € und für 30 % des 100,– € übersteigenden Betrags, maximal jedoch 212,– € (gilt für 2019) im Monat. Voraussetzung ist, dass die Einkünfte tatsächlich zusätzlich sind. Daneben oder hauptsächlich müssen also (Pflicht-)Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung oder der Beamtenversorgung bestehen.

Privilegiert ist durch diese Regelung auch der durch freiwillige Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung erworbene Teil der Altersrente. Dabei kann es sich auch um Beiträge handeln, die ggf. in den 70er- oder 80er-Jahren des letzten Jahrhunderts gezahlt wurden.

Standardmäßig wird der freiwillige Teil der Rente bislang in den Rentenbescheiden nicht ausgewiesen. Bislang ist auch nicht vorgesehen, dass dieser Anteil den Rentnern selbst mitgeteilt wird.

Voraussetzung hierfür ist vielmehr – so die Deutsche Rentenversicherung Bund – eine Anfrage des Grundsicherungsamts. Liegt eine solche vor, werden in einer speziellen Auskunft die anteiligen Rentenleistungen in brutto und prozentualen Anteil zur Gesamtrente ausgewiesen. Die Umrechnung des Brutto-Anteils in einen Netto-Anteil (nach Abzug der Sozialversicherungsbeiträge) müssen dann die Grundsicherungsämter übernehmen.

(MS)

Weitere News zum Thema

  • Beitragsentlastung für Millionen Betriebsrentner

    [] Seit etlichen Jahren sind Betriebsrentner entsetzt darüber, dass ein knappes Fünftel ihrer Rente an die Sozialversicherungen abgeht. Seit Januar dieses Jahres winkt den Betroffenen durch dasGKV-Betriebsrentenfreibetragsgesetzeine Entlastung. Die Neuregelung gilt gleichermaßen für Neu- und Bestandsrentner, allerdings nur für diejenigen, die pflichtversichert sind und nicht für freiwillig gesetzlich Versicherte. mehr

  • Früh in Rente plus 5.000,- € im Monat

    [] Frührentner können im Jahr 2020 ausnahmsweise bis zu 44.590,- € (= Bezugsgröße 3.185,- € x 14 Monate) zu ihrer Rente hinzuverdienen, ohne dass dieser Hinzuverdienst auf ihre Rente angerechnet wird. Wer ab April 2020 diese Mehrarbeit in Kauf nimmt, kann monatlich bis zu 4.954,- € brutto (= 44.590,- € : 9 Monate) hinzuverdienen. Somit kommt es im Jahr 2020 nicht zur Teilrente. mehr

  • BSG: Rentenkappung in Kindererziehungszeit okay

    [] Die Zeit der Kindererziehung wird bei der Rente berücksichtigt. Ein Jahr Kindererziehung bringt für die Rente etwa einen Entgeltpunkt. Das Rentenrecht sorgt allerdings dafür, dass Frauen – um die geht es hier ja vor allem –, die in den ersten Lebensjahren ihres Kindes bereits erwerbstätig sind und ein überdurchschnittliches Einkommen erzielen, nicht voll von der entsprechenden Regelung profitieren. Und Frauen, die ein Arbeitseinkommen in Höhe der Beitragsbemessungsgrenze erzielen, wird für die Kindererziehungszeit sogar keinerlei Rentenplus gutgeschrieben. mehr

  • Rentenbeginn: Beim Renteneintritt auch an Resturlaubsansprüche denken

    [] Nach dem Renteneintritt gibt es ohnehin Urlaub ohne Grenzen. Da mag der Gedanke an den Resturlaub im Jahr des Übergangs in den Ruhestand in den Hintergrund treten. Doch auch in diesem Übergangsjahr bestehen Urlaubsansprüche – und wenn der Urlaub bis zum Renteneintritt nicht genommen werden kann, haben die betroffenen älteren Arbeitnehmer Anspruch auf Urlaubsabgeltung. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.