Negativzinsen: So vermeiden Sie Verwahrentgelt beim Giro- und Tagesgeldkonto
Gegen Negativzinsen und Verwahrentgelte von Banken helfen drei Maßnahmen.

Negativzinsen: So vermeiden Sie Verwahrentgelt beim Giro- und Tagesgeldkonto

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Mehr als 400 Banken berechnen mittlerweile Negativzinsen, darunter die Postbank für Tagesgeld ab 25.000,- €, Comdirect und ING bei mehr als 50.000,- € und die DKB für über 100.000,- €. Wir empfehlen drei Gegenmaßnahmen.

Negativzinsen sind ärgerlich und kundenunfreundlich von den Geschäftsbanken. Doch diese sind nicht allein daran schuld, sondern vor allem die Zentralbanken und deren Niedrigzinspolitik.

So wehren Sie sich gegen Negativzinsen

Wenn Ihre Bank oder Sparkasse Negativzinsen auf einem bestimmten Anlagebetrag verlangt, können Sie:

  • erstens weitere Konten eröffnen und Ihr Geld geschickt verteilen;

  • zweitens zu einem Anbieter zu wechseln, der keine Negativzinsen erhebt;

  • und drittens, wenn Sie kein zusätzliches Konto eröffnen und auch nicht wechseln wollen: erkundigen Sie sich bei Ihrer Bank oder Sparkasse, ob ein Bankschließfach frei ist und was es kostet. Heben Sie Ihr Geld einfach ab und deponieren Sie es dort. Das ist in der Regel günstiger als Strafzinsen zu zahlen.

Konto wechseln und Kosten sparen

Den Anbieter zu wechseln, ist heute ganz einfach, denn die neue Bank ist verpflichtet, den Anbieter- und Kontowechsel für Sie durchzuführen. Bei einem Anbieterwechsel können Sie sogar viel Geld sparen, denn es gibt noch immer 31 Banken mit kostenlosen Girokonten, die auch keine Negativzinsen für Tagesgeld verlangen. Das sind vor allem regionale Banken und Sparkassen.

Zinsanlagen lohnen sich zwar schon seit sieben Jahren nicht mehr, aber wer sein Geld sicher parken möchte, findet auch weiterhin Banken, die kostenlose Girokonten und verzinste Tages- und Festgeldkonten anbieten. Dazu können Sie u.a. die Angebote unter weltsparen.de und zinspilot.de wahrnehmen. Bei einigen Banken müssen Sie jedoch Abstriche bei der Bonität machten.

Für Tagesgeld erhalten Sie z.B. bei der Südtiroler Sparkasse 0,20 % Zinsen pro Jahr mit italienischer Einlagensicherung. Wenn Sie mehr Zinsen abstauben möchten, werden Sie beim Festgeld fündig: Bei der französischen Credit Agricole und der schwedischen Klarna erhalten Sie derzeit jährlich 0,51 % respektive 0,45 % Festgeldzinsen bei 24 Monaten Laufzeit. Bei der italienischen FCA Bank sind sogar 1,05 % drin – zwar mit geringerer Sicherheit, aber gut als Beimischung.

Wenn Sie verheiratet sind, können Sie bei der Raiffeisenbank im Hochtaunus 100.000,- € in Genossenschaftsanteile investieren, also pro Person 50.000,- €. Die Dividendenrendite liegt bei attraktiven 2,5 %. Zwar greift hier nicht die klassische Einlagensicherung wie bei Tages- oder Festgeld, aber es ist noch nie eine Genossenschaftsbank insolvent geworden – die bundesweit gut 800 Institute stützen sich nämlich gegenseitig.

Zwei Drittel Ihrer überschüssigen Geldbeträge sollten Sie in Sachwerte investieren, z.B. in Aktien, Immobilien oder Rohstoffe. Welche Anlagemöglichkeiten dazu am besten geeignet sind, erläutert "Der große Anlageratgeber: Vermögen aufbauen, vermehren, sichern". Dieses leicht verständliche und praxisbezogene Handbuch zur Geldanlage stellt Ihnen das nötige Expertenwissen zur Verfügung, um mit rasch umsetzbaren Empfehlungen den für Sie geeigneten Anlagemix selbst auszuwählen. Nach dem Lesen werden Sie in der Lage sein, Schritt für Schritt ein kostengünstiges und vernünftig strukturiertes Wertpapierdepot aufzubauen, das perfekt zu Ihren persönlichen Zielen und Vorstellungen passt.

Entscheidet der Bundesgerichtshof den Streit?

Gegen die Verwahrentgelte der Banken laufen bereits mehrere Klagen. Deshalb könnte es sein, dass hierzu bald der Bundesgerichtshof eine Grundsatzentscheidung fällen wird. Jedenfalls hält der ehemalige Verfassungsrichter Paul Kirchhof die Null- und Negativzinsen der EZB für eine unrechtmäßige Enteignung der Bürger.

Die Verbraucherzentralen kritisieren eine unzulässige Doppelbepreisung. Für ein Girokonto mit Grundgebühr dürfe nicht zusätzlich ein Negativzins verlangt werden. Bei Tagesgeldkonten gäben die Kunden der Bank wie bei einem Darlehen Geld, der Darlehensnehmer, also die Bank, dürfe dafür keine Zinsen einnehmen.

Die Banken argumentieren, bei Tagesgeld seien individuelle Vereinbarungen möglich, für oder gegen die sich der Kunde entscheiden könne. Girokonten beinhalteten zwei Dienstleistungen: Die Grundgebühr sei für die Zahlungsdienste fällig, das Verwahrentgelt für die sichere Verwahrung des Gelds.

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(MS)

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