Mindestlohn steigt bis Mitte 2022 auf 10,45 Euro
Der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland steigt bis zum 1.7.2022 in vier Stufen von derzeit 9,35 € auf 10,45 €. Seit dem 1.1.2021 gilt zunächst ein Betrag von 9,50 €.

Mindestlohn steigt bis Mitte 2022 auf 10,45 Euro

 - 

Der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland steigt bis zum 1.7.2022 in vier Stufen von derzeit 9,35 € auf 10,45 €. Seit dem 1.1.2021 gilt zunächst ein Betrag von 9,50 €.

Der Mindestlohn war zum 1.1.2015 in Kraft getreten und hatte bei Einführung 8,50 € brutto je Arbeitsstunde betragen.

Zum 1.1.2021 stieg er für ein halbes Jahr auf 9,50 €. Weitere Erhöhungen folgen. In etlichen Branchen gelten allerdings höhere Branchen-Mindestlöhne.

Bei der Anhebung des Standard-Mindestlohns wurde unter anderem die Veränderungsrate des Tarifindexes der Bruttostundenverdienste ohne Sonderzahlungen des Statistischen Bundesamts berücksichtigt.

Der Mindestlohn soll in den kommenden beiden Jahren in vier Stufen um insgesamt 11,8 % steigen:

1.1.2021–30.6.2021: Mindestlohn 9,50 €,

1.7.2021–31.12.2021: Mindestlohn 9,60 €,

1.1.2022–30.6.2022: Mindestlohn 9,82 €,

1.7.2022–31.12.2022: Mindestlohn 10,45 €. 

Ausnahmen vom Mindestlohn gelten inzwischen lediglich für Auszubildende, Jugendliche unter 18 Jahren ohne abgeschlossene Berufsausbildung, ehrenamtlich Tätige und Langzeitarbeitslose in den ersten sechs Monaten einer Beschäftigung.

Schüler und Studenten ab 18 Jahren und Rentner mit Nebenjobs haben dagegen Anspruch auf den vollen Mindestlohn.

Im Zweifelsfall muss der Mindestlohn eingeklagt werden – und zwar beim Arbeitsgericht. Der Mindestlohn kann auch noch nach Beschäftigungsende eingeklagt werden. Vielfach gilt dabei die dreijährige Verjährungsfrist nach § 195 BGB, soweit keine Sonderregelungen greifen, etwa aufgrund von Tarifverträgen. Zum Jahresbeginn 2021 muss der Stundenlohn – soweit dieser unter 9,50 € liegt – automatisch und ohne Antrag angepasst werden. Arbeitnehmer, insbesondere Minijobber sollten daher die Lohnabrechnung vom Januar besonders überprüfen.

(MS)

Weitere News zum Thema
  • [] Deutsche Behörden haben in der Vergangenheit mehrfach gestohlene Datensätze über Bankkonten in der Schweiz aufgekauft und konnten so Tausende Steuer-Sünder überführen. Dass durch diese Steuer-CDs auch Hartz-IV-Betrug aufgedeckt wurde, ist weniger bekannt. mehr

  • [] Gewinne aus Online-Pokerspielen können der Einkommensteuer und der Gewerbesteuer unterliegen. Unter welchen Voraussetzungen das der Fall ist, das das Finanzbericht Münster in einem aktuell veröffentlichten Urteil entschieden. mehr

  • [] Verluste aus dem Verkauf von Aktien können nur mit Gewinnen aus der Veräußerung von Aktien verrechnet werden – und nicht mit den Gewinnen aus anderem Kapitalvermögen. Das hält der Bundesfinanzhof (BFH) für verfassungswidrig. Jetzt muss das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) entscheiden. Ein auch für Kleinaktionäre wichtiges Thema! mehr

  • [] Wer sich beruflich oder privat für eine befristete Zeit im Ausland aufhält, möchte danach gerne in seine eigenen vier Wände zurückkehren. Für Mieter bietet sich dann eine zeitweise Untervermietung an. Doch darf er überhaupt untervermieten? mehr

Weitere News zum Thema