Kaufen auf Pump: Teuerste Ratenkredite seit 15 Jahren
Buy now pay later - davon lässt man am besten die Finger.

Kaufen auf Pump: Teuerste Ratenkredite seit 15 Jahren

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Denken Sie oder jemand in Ihrem persönlichen Umfeld daran, einen Ratenkredit aufzunehmen? Dann sollten Sie die Konditionen genau anschauen. Denn Ratenkredite sind seit der Zinswende Anfang 2022 erheblich teurer geworden: Ende November kosteten die Zinsen für Konsumentenkredite mit einer Laufzeit von 36 Monaten im Durchschnitt bereits 9,20 %.

Zum Vergleich: Anfang 2022 waren es nach Angaben des Verbraucherportals biallo.de noch um die 5,60 %. Damit hat sich diese Kreditform, mit der viele Bankkunden meist Anschaffungen wie Möbel oder Elektrogeräte finanzieren, um mehr als 64 % verteuert. Laut dem Biallo-Index sind Ratenkredite damit so teuer wie seit 15 Jahren nicht mehr.

 

Inhalt

 

Dem Vergleichsportal Verivox zufolge ist es wegen der gestiegenen Zinsen nicht nur deutlich kostspieliger geworden, einen Kredit aufzunehmen. Die Banken setzen bei der Prüfung von Finanzierungsanfragen auch immer strengere Maßstäbe an, wie die vierteljährlichen Umfragen der Bundesbank zeigen. Deshalb sinken auch die Finanzierungsangebote von Banken für potenzielle Kreditnehmer. Dies gilt laut Verivox vor allem für Geringverdiener. Dazu zählt das Vergleichsportal Kunden mit einem Nettoverdienst bis zu 2.000 Euro.

Mittlerweile werden auch zunehmend kleine Alltagseinkäufe immer häufiger in Raten finanziert – vor allem von jungen Menschen.

»Buy now, pay later« ist »in« - aber gefährlich

»Buy now, pay later« ist »in«, wie eine neue Verivox-Umfrage zeigt. Demnach nutzen zwei Drittel aller Kunden spezialisierter Anbieter wie Klarna oder Paypal die Ratenfinanzierung für niedrige Einkaufssummen bis 500 Euro. Vor allem jüngere Menschen, in der Altersgruppe von 18 bis 39, zahlen über die Online-Bezahldienste per Rate. Damit nicht genug: Gut ein Fünftel der Kunden von Paypal und Klarna hat bereits sechs Mal oder öfter die Ratenfinanzierung des Anbieters genutzt. Jeder Zehnte hat dies sogar häufiger als zehnmal getan.

Banken bieten Ratenkredite in der Regel erst ab einem Mindestbetrag von 1.000 Euro an. Den Trend »Kaufe jetzt, zahle später« – und das auch bei kleineren Beträgen – bestätigt auch die Schufa. Einer Studie der Auskunftsdatei zufolge beliefen sich im Jahr 2022 insgesamt 42 % aller neu abgeschlossenen Finanzierungen auf Summen unter 1.000 Euro. Die Zahl dieser Kleinkredite stieg von 2 auf 3,8 Millionen, ein Plus von 90 %.

Wie teuer ist der Ratenkauf?

Der Ratenkauf über Klarna oder Paypal ist allerdings extrem teuer: Die Zinskosten fallen viel höher aus als bei einem günstigen Ratenkredit. Das ergab ebenfalls eine Auswertung von Verivox. Wer die bequeme Ratenkauf-Option der großen Zahlungsdienste nutzt, braucht dafür zwar nur wenige Klicks. »Die Ratenkredite von Klarna sind aber um 86 % und die von Paypal um 51 % teurer als ein herkömmlicher Bankkredit«, so Verivox.

So ergab ein Testeinkauf im Herbst 2023, dass Klarna mit 13,60 % die höchsten Zinsen für eine Ratenfinanzierung mit einer Laufzeit von 2 Jahren verlangte.

  • Bei einem Notebook im Wert von 2.236 Euro summieren sich die Zinskosten bei diesen Bedingungen auf insgesamt 309 Euro.

  • Für die Finanzierung einer Sofagarnitur zum Kaufpreis von 4.099 Euro fallen insgesamt sogar 690 Euro Zinsen an.

Paypal bot mit 10,99 % etwas günstigere Zinsen, was zu Zinskosten von 251 Euro beim Notebook-Kauf führte. Bei den Wohnzimmermöbeln verteuerte sich der Einkauf durch die Finanzierungskosten um 561 Euro. Nach den Berechnungen von Verivox lassen sich die Zinskosten mit einem klassischen Ratenkredit hingegen halbieren.

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Ausgezogen? Die nackte Wahrheit. Von zuhause raus und auf eigenen Beinen stehen

Mit der ersten eigenen Wohnung und dem ersten »richtigen« Gehalt stehst du vor völlig neuen Fragen. Wir haben Berufsanfänger, Studierende und Auszubildende gefragt, was sie beschäftigt, und haben überlegt, was wir damals, als wir zuhause ausgezogen sind, gerne gewusst hätten. Von Gehaltsabrechnung verstehen über Mietkaution, Auto-Wunschkennzeichen, Aktien kaufen, Steuererklärung machen bis Ordnung halten kamen viele Wünsche und Fragen zusammen, die wir in diesem Buch beantworten möchten.

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Windel voll, Tasche leer? Finanzielle Hilfen für Familien erfolgreich nutzen

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Hohe Schulden und Überschuldung, besonders bei jungen Käufern

Dass mehr und mehr Jüngere sich für den Ratenkauf entscheiden, hat fatale Folgen, das zeigt der »Schuldneratlas 2023«, den die Wirtschaftsauskunftei Creditreform herausgegeben hat.

Demnach hat ausgerechnet unter jungen Menschen zwischen 18 und 30 Jahren die Überschuldung leicht zugenommen. 10 Jahre lang hatte es keinen Überschuldungsanstieg in der Unter-30-Altersgruppe gegeben.

Als überschuldet gilt, wer seinen finanziellen Verpflichtungen langfristig nicht nachkommen kann.

Für seinen Schuldneratlas wertet Creditreform seit 2004 anonymisierte Daten aus amtlichen Registern, Online-Händlern und anderen Quellen aus.

Auch die Experten von Creditreform begründen dies mit der großen Beliebtheit der Zahlungsoption »Buy now, pay later«, vor allem im Online-Handel. Laut Creditreform ist die Anzahl neu abgeschlossener Ratenkreditverträge allein im vergangenen Jahr um etwa 30 % von 7 auf 9,1 Millionen gestiegen.

Schulden fallen bei jüngeren Menschen auch deshalb stark ins Gewicht, weil sie noch vergleichsweise wenig Geld haben, aber etwa bei einem überzogenen Bankkonto teure Dispozinsen zahlen müssen. Und die Zinsen für Dispokredite sind mit dem Zinsanstieg am Kapitalmarkt ebenfalls kräftig geklettert.

Auswirkungen auf den Schufa-Score

Auch kleinste Finanzierungen stellen grundsätzlich einen Kredit dar und werden in der Schufa registriert.

Vorsicht: Viele Banken und Sparkassen schätzen Kreditinteressierte mit mehreren monatlichen Ratenabbuchungen als weniger kreditwürdig ein. Dadurch haben es Menschen, die sich auch kleinere Anschaffungen auf Pump finanzieren, umso schwerer, bei einem späteren Finanzierungswunsch noch einen Kredit zu erhalten.

Ratenkredite und Ratenkauf: Darauf sollten Sie achten

Wir raten generell, bei Ratenkrediten und dem Ratenkauf selbst dann vorsichtig zu sein, wenn es um kleinere Beträge geht. Darauf sollten Sie achten:

  • Einen Kredit sollten Sie nur dann in Erwägung ziehen, wenn dieser wirklich nötig ist. Sind genug Mittel vorhanden, sollten Sie besser kleinere Alltagsausgaben aus dem laufenden Haushaltsbudget oder den eigenen Ersparnissen finanzieren.

  • Scheinbar niedrige Monatsraten und der einfache Abschluss mit ein paar Klicks sind verführerisch. Doch auch kleine Ratenzahlungen erhöhen die laufenden Kosten. Sie sollten daher darauf achten, dass Sie Ihre finanziellen Möglichkeiten nicht überlasten.

  • Wer immer wieder größere Ausgaben wie eine Waschmaschine, den neuen Fernseher oder gar eine Urlaubreise auf Pump finanziert, läuft Gefahr, in eine Verschuldungsfalle zu geraten. Lieber dafür Schritt für Schritt Geld zurücklegen, um die Ausgaben dann aus dem Ersparten zu finanzieren.

  • Ratenkredite sollten dann infrage kommen, wenn Sie Ihr Dispolimit auf dem Girokonto ständig ausreizen und monate- oder gar jahrelang hohe Dispozinsen zahlen. Dann ist ein Ratenkredit zur Umschuldung in der Regel günstiger. Eine Umschuldung, um aus der Dispofalle herauszukommen, sollte jedoch stets mit dem Ziel und dem festen Willen verbunden sein, mittelfristig schuldenfrei zu werden, auch auf dem Girokonto.

  • Die auf verschiedenen Online-Portalen offerierten Zinsen für Ratenkredite sind nicht selten Konditionen fürs Schaufenster. Was Kunden tatsächlich zu zahlen haben, hängt vor allem von ihrer Bonität ab.

  • Bei der Suche nach einem günstigen Angebot kann es hilfreich sein, mehrere Banken zu fragen. Je nach Größe und Laufzeit des Kredits kann der Unterschied zwischen einer teuren und günstigen Bank schnell mehrere Hundert Euro an Zinsen mehr oder weniger ausmachen. Unterschreibt den Kredit ein zweiter Darlehensnehmer, sollte die Bank normalerweise mit den Zinsen nach unten gehen.

  • Wer regelmäßig auf Raten einkauft und gleichzeitig mehrere parallel laufende Finanzierungen abbezahlt, verliert leicht den Überblick über die einzelnen Abbuchungen. Weist das Konto dann einmal keine ausreichende Deckung auf, erzeugt die Rücklastschrift einen negativen Schufa-Eintrag. Die Folge: Die säumigen Kreditnehmer gelten künftig als weniger kreditwürdig. Sie müssen bei späteren Finanzierungswünschen dann entweder höhere Zinsen zahlen oder haben sogar Schwierigkeiten, überhaupt noch einen Kredit zu erhalten.

  • Wer bereits parallel mehrere Finanzierungen abgeschlossen hat, sollte prüfen, ob eine Umschuldung auf einen Ratenkredit nicht günstiger ist. Vorteil: Kreditnehmer bündeln so alle offenen Verbindlichkeiten in einem einzigen Vertrag und zahlen somit auch nur noch eine monatliche Rate. Das bringt mehr Übersicht in die eigenen Finanzen und spart außerdem oft Zinsen.

  • Vermeiden Sie den Abschluss einer sogenannten Restschuldversicherung, erst recht, wenn Sie dazu gedrängt werden. Unterm Strich zahlen Kunden dann Zinsen von weit mehr als 10 %, schlimmstenfalls auch mal 20 % im Jahr. Die Zusatzkosten für die Versicherung sind aber nicht in dem effektiven Jahreszins für den Kredit eingerechnet.

Schärfere EU-Regeln für Kleinkredite

Um Verbraucher besser vor den Risiken einer Überschuldung zu schützen, hat die Europäische Union gerade erst schärfere Regeln für Kleinkredite verabschiedet.

Künftig müssen Banken und alle anderen Anbieter auch bei kleinen Finanzierungssummen vor der Auszahlung genau prüfen, ob sich die potenziellen Kunden die Rückzahlung überhaupt leisten können. Bislang muss eine solche Prüfung der Kreditwürdigkeit bei Darlehensbeträgen ab 200 Euro erfolgen. In Zukunft werden diese Vorschriften auf Kleinkredite unterhalb dieser Grenze ausgeweitet.

So steht es in der novellierten Verbraucherkreditrichtlinie, die der Rat der Europäischen Union im Oktober 2023 angenommen hat. Die Mitgliedstaaten, und damit auch Deutschland, haben nun 2 Jahre Zeit, die neuen Regeln umzusetzen.

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(AI)

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