Umsatzsteuer bei Fotokunst wird geprüft

 - 

Die Bundesregierung wird prüfen, ob die umsatzsteuerliche Behandlung von Fotokunst geändert werden muss. Durch die Mehrwertsteuer-Systemrichtlinie besteht die Möglichkeit, von einem Künstler aufgenommene Fotografien unter bestimmten Voraussetzungen als Kunstgegenstände zu behandeln, deren Lieferung ermäßigt besteuert werden kann.

Das erläutert die Bundesregierung in ihrer Antwort (19/8886; Link zum PDF auf der Internetseite des Bundestags) auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion (19/8452).

In der Antwort wird außerdem die umsatzsteuerliche Behandlung von Kunstgegenständen erläutert:

Beim Handel mit Kunstgegenständen hat der Unternehmer die Möglichkeit bei Vorliegen der Voraussetzungen des § 25a Absatz 1 des UStG oder nach Abgabe der Erklärung nach § 25a Absatz 2 UStG zur Differenzbesteuerung zu optieren und hat dadurch nur noch die sogenannte Marge, d. h. den Unterschiedsbetrag von Verkaufs- und Einkaufspreis, zu versteuern. Im Bereich des Kunsthandels ergeben sich für den Unternehmer zusätzliche Besonderheiten: Der Wiederverkäufer von Kunstgegenständen kann unter bestimmten Umständen auch dann zur Differenzbesteuerung optieren, wenn er die Gegen-stände selbst eingeführt hat. Zusätzlich ist bei Kunstgegenständen die Differenz-besteuerung auch anwendbar, wenn deren Lieferung an ihn steuerpflichtig war und nicht von einem Wiederverkäufer erfolgte. Somit ergibt sich für erworbene Kunstgegenstände stets die Möglichkeit zur Anwendung der Differenzbesteuerung.

Die Gesamtdifferenzbesteuerung (§ 25a Absatz 4 UStG) trägt dem Umstand Rechnung, dass bei einer Vielzahl von Gegenständen (z. B. Ankauf von Sammlungen oder Nachlässen), die ein Kunsthändler/Galerist erwirbt, die Ermittlung der Differenz für jeden einzelnen Gegenstand sehr aufwändig sein kann. Bei Ge-genständen, deren jeweiliger Einkaufpreis den Betrag von 500 Euro nicht über-steigt, kann daher aus Vereinfachungsgründen die Bemessungsgrundlage nach der Gesamtdifferenz ermittelt werden. Dabei wird für sämtliche Gegenstände, die in einem Besteuerungszeitraum veräußert werden, die Summe der Verkaufspreise ermittelt und der Summe der entsprechenden Einkaufspreise dieses Zeitraums gegenüber gestellt.

Für den Fall, dass der Einkaufspreis eines Kunstgegenstands nicht zu ermitteln oder unbedeutend ist, wird abweichend von dem regelmäßigen anzusetzenden Differenzbetrag 30 Prozent des Verkaufspreises angesetzt (Pauschalmargenbesteuerung). Da die Umsatzsteuer nicht zur Bemessungsgrundlage gehört, ist sie aus der Pauschalmarge herauszurechnen.

Weitere News zum Thema

  • Registrierkassen: Aufschub bei Umstellung in fast allen Bundesländern

    [] Nach dem Kassengesetz besteht seit dem 1.1.2020 die Pflicht, manipulationssichere Kassen (TSE) einzusetzen. Da Entwicklung, Zertifizierung und Produktion dieser TSE'en bis zum 1. Januar nicht so weit vorangeschritten waren, dass tatsächlich eine Ausstattung aller elektronischen Registrierkassen erfolgen konnte, läuft bundesweit eine Nichtbeanstandungsregelung. Diese wird jetzt in fast allen Bundesländern verlängert. mehr

  • Corona-Soforthilfen und Umsatzsteuer

    [] Bei den im Rahmen des »Corona-Soforthilfe-Programms« gewährten Leistungen handelt es sich umsatzsteuerlich um sogenannte echte nichtsteuerbare Zuschüsse. Das bedeutet: Sie müssen weder in der Umsatzsteuer-Voranmeldung noch in der Umsatzsteuer-Erklärung angegeben werden. mehr

  • Gastronomie: Umsatzsteuer wird gesenkt!

    [] Heute hat auch der Bundesrat der Umsatzsteuersenkung in der Gastronomie zugestimmt: Vom 1. Juli 2020 bis 30. Juni 2021 beträgt die Umsatzsteuer für Restaurant- und Verpflegungsdienstleistungen nur 7 statt 19 Prozent. Getränke sind von der Steuersenkung allerdings ausgenommen. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.