Kasse zahlt ambulanten Eingriff bei gutartigem Prostataleiden

 - 

Die Thulium-Laserresektion zur Behandlung einer gutartigen Prostataerkrankung ist künftig Kassenleistung – selbst wenn sie ambulant durchgeführt wird.

Wenn bei einer Prostatavergrößerung eine medikamentöse Behandlung nicht mehr ausreicht, wird oft eine operative Entfernung von Prostatagewebe nötig. Klappt dies, so verbessert sich die Blasenfunktion. Zumeist erfolgt die OP minimalinvasiv, d.h. mit einem Instrument, das durch die Harnröhre eingeführt wird. Alternativ dazu werden verschiedene Laserverfahren angewendet. Dabei wird das »überschüssige« Gewebe mit einem hochenergetischen, gebündelten Lichtstrahl verbrannt oder verdampft.

Eines dieser Verfahren ist die Entfernung des überschüssigen Gewebes (»Resektion«) mit einem Thulium-Laser. Thulium ist ein Metall, das zu den »seltenen Erden« gehört. Stationär wurde dieses Verfahren auch bisher schon angewandt. Künftig ist dies auch ambulant möglich. Die Behandlung soll den Betroffenen ermöglichen »ein Leben mit weniger Einschränkungen und einer höheren Lebensqualität zu führen«, so der Gemeinsame Bundesausschuss.

Das Thulium-Verfahren sei eine bessere und risikoärmere Methode zur Versorgung der Patienten. Genutzt werden kann diese Möglichkeit nun auch ambulant – sobald eine Entscheidung über die Höhe der Vergütung für diese Leistung vorliegt.

Patienten sollten ihren Urologen auf das neue Verfahren ansprechen.

Weitere News zum Thema
  • [] Gesetzliche Krankenkassen bieten zahlreiche Zusatzleistungen für Familien, etwa die in § 24h SGB V geregelte Haushaltshilfe wegen Schwangerschaft oder Entbindung. Doch bei einer Antragstellung drei Monate nach der Entbindung sind Kassen unter Bezug auf diese Regelung nicht mehr verpflichtet, diese Hilfe zu bewilligen, befand das Sozialgericht Stuttgart am 4.5.2020 (Az. S 18 KR 4504/17). mehr

  • [] Früher zahlten Krankenkassen eine medizinische Fußpflege allenfalls bei Diabetes. Das hat sich geändert. Gesetzlich Krankenversicherte haben seit dem 1.7.2020 in mehr Fällen Anspruch auf eine medizinische Fußpflege. mehr

  • [] Roboteranzug nennen ihn manche. Korrekt nennt sich dieses Hilfsmittel Exoskelett. Viele Querschnittsgelähmte setzen ihre Hoffnungen hierauf, denn der Anzug kann den Betroffenen selbstständiges Stehen und Gehen ermöglichen. Offen ist bislang, ob die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten dieses Hilfsmittels übernehmen. Das Landessozialgericht (LSG) Nordrhein-Westfalen sagte hierzu am 27.2.2020 ein klares Ja. mehr

  • [] Wenn ein Brief mit einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung nach einer – gegebenenfalls sogar nachweisbar – rechtzeitigen Absendung per normalem Postbrief irgendwo zwischen Briefkasten und der für die Bearbeitung zuständigen Stelle bei der Krankenkasse verloren geht, ist das dem Versicherten zuzurechnen. Das hat das Bundessozialgericht entschieden (Az. B 3 KR 5/19 R). mehr

  • [] Mancher Arbeitnehmer wünscht sich, im Alter von 58 oder 59 Jahren mit einer sechsstelligen Abfindung aus dem Arbeitsleben auszuscheiden. Doch drohen vor allem die Steuern und teilweise auch die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung sowie zur Renten- und Arbeitslosenversicherung hiervon einen großen Teil aufzufressen. mehr

Weitere News zum Thema