Erster Job: Jetzt solltest Du unbedingt eine Steuererklärung machen!

Erst einmal: Herzlichen Glückwunsch zum ersten echten Job! Hoffentlich hast Du Dich inzwischen von dem Schreck erholt, wie wenig netto vom Bruttogehalt übrig bleibt...

Bestimmt weißt Du, dass Du Dir einen Teil der abgezogenen Steuern vom Staat zurückholen kannst. Genau – mit einer Steuererklärung. Die ist gar nicht so schwierig, wie viele Leute behaupten. Insbesondere zu Beginn der Berufstätigkeit ist die Steuererklärung sogar oft in weniger als einer Stunde erledigt. Denn ein Berufsanfänger hat normalerweise keinen besonders komplizierten Steuer-Fall.

Schauen wir uns doch gleich mal Deine Situation an:

In den meisten Fällen dürfte es das gewesen sein. Das sieht jetzt zwar auf den ersten Blick nach ganz schön viel aus, aber vor Deiner Steuererklärung brauchst Du keine Angst zu haben!

Ausbildungskosten in der Steuererklärung

Absetzbarkeit von Ausbildungskosten, unterschiedliche Behandlung von Erst- und Zweitausbildung (und Kriterien für die Einordnung Deiner Ausbildung in die richtige Kategorie), was alles zu den Ausbildungskosten dazugehört usw.

Das Finanzamt beteiligt sich an den Kosten, unterscheidet aber, ob es sich um eine Ausbildung oder um eine Fortbildung handelt:

Ausbildung

Fortbildung

  • Besuch einer allgemeinbildenden Schule,

  • erste Berufsausbildung,

  • erste Lehre oder Berufsausbildung, die in Deutschland oder einem anderen Mitgliedstaat der EU, in Norwegen, Liechtenstein, Island oder der Schweiz absolviert wird,

  • Erststudium (egal in welchem Land).

jede beruflich veranlasste Aus- und Weiterbildung nach Abschluss der ersten Ausbildung oder des Erststudiums, also z. B.

  • Studium nach einer Ausbildung (Lehre),

  • Masterstudium nach einem Bachelorstudium,

  • Zweitstudium

  • Umschulung,

  • innerbetriebliche Fortbildung.

Diese Unterscheidung wirkt sich finanziell aus, denn die Kosten gehören in unterschiedliche Bereiche der Steuererklärung:

Wenn Du jetzt gerade feststellst, dass Du im Finanzamts-Sinn keine Ausbildung, sondern eine Fortbildung gemacht hast, dann lies bitte → hier weiter.

Wenn Du tatsächlich eine Ausbildung im steuerrechtlichen Sinn gemacht hast, dann musst Du fürs Steuersparen folgendes wissen:

Die Kosten für Deine Berufsausbildung gehören steuerlich zu den sogenannten Sonderausgaben. Abziehbar sind maximal 6.000 € pro Jahr.

Wichtig: Die Kosten der Berufsausbildung kann nur derjenige als Sonderausgaben abziehen, der die Ausbildung absolviert. Wenn Deine Ausbildung also von Deinen Eltern bezahlt wurde, dann kannst Du diese die Ausbildungskosten nicht steuerlich geltend machen. Fürs Finanzamt solltest Du also überlegen, ob es möglich ist, dass Du selbst für die Ausbildung aufkommst – und die Eltern zum Beispiel einfach nur Unterhalt bezahlen (den Du frei verwendet darfst – also zum Beispiel für Ausbildungskosten).

Die Kosten für die Berufsausbildung werden immer in dem Kalenderjahr geltend gemacht, in dem sie gezahlt worden sind. Du darfst also auch Aufwendungen für die Berufsausbildung abziehen, die erst nach deren Beendigung anfallen, zum Beispiel Zinsen für ein Ausbildungsdarlehen.

Klingt super – aber hier kommt der Haken

Oben haben wir geschrieben: Aufwendungen für eine Berufsausbildung sind bis maximal 6.000 € pro Jahr als sogenannte Sonderausgaben abzugsfähig. Genau da liegt der Haken: Sonderausgaben helfen nur beim Steuern sparen, wenn man auch über sogenannte positive Einkünfte verfügt, also Geld verdient. Denn das, was in der Steuererklärung im Bereich der Sonderausgaben angegeben wird, wird nur in genau dem Jahr berücksichtigt, für das die Steuererklärung gilt – so lange, bis man Null Steuern zahlen muss.

Wenn dann noch nicht verrechnete Sonderausgaben übrig sind, werden sie ignoriert. Das heißt: Du kannst die bisher nicht berücksichtigten Kosten nicht für die nächste Steuererklärung verwenden.

Kurz gesagt: Wenn Du kein Einkommen hast, brauchst Du hier gar nicht weiterzulesen.

Welche Kosten helfen beim Steuern sparen?

Deine Kosten für die Berufsausbildung kannst Du leider nur bis zu einem Höchstbetrag von 6.000 € pro Jahr als Sonderausgaben in der Steuererklärung geltend machen. Folgende Ausgaben und Situationen werden dabei am meisten zum Steuern sparen beitragen:

Arbeitsmittel

Zu den Sonderausgaben gehören zum Beispiel Fachliteratur (z. B. Studienbücher), ein Computer oder Büromaterial, das Du für Deine Ausbildung kaufen musst. Im Steuerrecht fasst man das unter dem Begriff Arbeitsmittel zusammen.

Du darfst die Kosten für das Arbeitsmittel komplett bei den Sonderausgaben angeben, wenn es nicht mehr gekostet hat als

  • 410 € (ohne MwSt.) bzw.

  • 487,90 € (inkl. 19 % MwSt.) oder 438,70 € (inkl. 7 % MwSt.).

Das Finanzamt spricht dabei von Sofortabschreibung für geringwertige Wirtschaftsgüter: Sofort, weil der Betrag nicht auf mehrere Jahre verteilt werden muss, und geringwertig, weil die Kosten in den Augen der Finanzverwaltung verhältnismäßig niedrig sind.

Wenn Dein Arbeitsmittel teurer war, musst Du die Kosten auf mehrere Jahre aufteilen und darfst jedes Jahr nur einen Teil der Kosten bei den Sonderausgaben eintragen. Das ist die sogenannte Absetzung für Abnutzung, oder kurz: AfA. Umgangssprachlich spricht man von Abschreibung.

Die Dauer dieser Abschreibung richtet sich nach Tabellen der Finanzverwaltung, den sogenannten AfA-Tabellen. Die Tabellen gehen zum Beispiel davon aus, dass ein Computer drei Jahre genutzt wird (Steuer-Fachleute sprechen von Nutzungsdauer). Eine dreijährige Nutzungsdauer bedeutet, dass in den nächsten Jahren jedes Jahr 1 / 3 des Kaufpreises bei den Sonderausgaben angegeben wird.

Das musst Du beim Kauf von gebrauchten Arbeitsmitteln beachten

Auch gebraucht gekaufte Arbeitsmittel kannst Du so bei den Sonderausgaben angeben. Allerdings kommt es doch auch ein bisschen darauf an, von wem Du die Sachen kaufst. Schuld daran ist die Umsatzsteuer: Privatleute geben auf ihren Quittungen keine Umsatzsteuer an (dürfen sie auch gar nicht). Kaufst Du im Second-Hand-Kaufhaus, wird auf der Rechnung 19 % Umsatzsteuer ausgewiesen.

Ob Du die Kosten für Dein Arbeitsmittel in der Steuererklärung auf einen Schlag angeben darfst oder über mehrere Jahre verteilen musst, hängt wieder von einem Höchstbetrag ab. Dieser ist – je nach dem, ob Umsatzsteuer ins Spiel kommt oder nicht – unterschiedlich hoch:

  • für Möbel, die ohne Umsatzsteuer gekauft wurden, beträgt er 800 €,

  • für Möbel, die mit Umsatzsteuer gekauft wurden, beträgt er 952,00 € (das entspricht 800 € plus 19 % Umsatzsteuer).

Arbeitsmittel, die Du für maximal diesen Betrag kaufst, gibst Du gleich in der Steuererklärung als Sonderausgaben an – mit dem vollen Kaufpreis, den Du gezahlt hast (auf keinen Fall mit dem Neupreis!).

Sollte ein gebraucht gekauftes Arbeitsmittel tatsächlich einmal mehr kosten als das, gilt: Auch bei gebrauchten Gegenständen gibt es eine Nutzungsdauer – da die Nutzung aber bereits angefangen hat, spricht man von Restnutzungsdauer.

Mit anderen Worten: Je nach dem, wie alt ein gebraucht gekauftes Arbeitsmittel ist und wie stark es bereits beansprucht wurde, kannst Du die Restnutzungsdauer schätzen. Je niedriger die Restnutzungsdauer ist, desto schneller hast Du das Arbeitsmittel auf die kommenden Steuererklärungen verteilt und abgeschrieben.

Geschenkte oder geerbte Arbeitsmittel

Auch Gegenstände, die Du geschenkt bekommen oder geerbt hast, kannst Du für berufliche Zwecke nutzen, also umwidmen. Dann darfst Du ab dem Zeitpunkt der Umwidmung für diese Gegenstände Sonderausgaben geltend machen – und zwar in der Höhe, in der der Schenker bzw. Erblasser bei beruflicher Nutzung des Gegenstands Sonderausgaben absetzen könnte, wenn er noch Eigentümer bzw. am Leben wäre.

Das bedeutet: Maßgebend für den Sonderausgabenabzug ist auch hier der Restwert zum Zeitpunkt der Umwidmung. Den Restwert und die Restnutzungsdauer berechnest Du so, wie wir es bei den gebraucht gekauften Arbeitsmitteln beschrieben haben.

Ausbildungsende vor Ende der Abschreibung

Achtung: Beendest Du Eure Ausbildung, bevor das Arbeitsmittel vollständig abgeschrieben ist, darfst Du den verbleibenden Restwert nicht mehr als Sonderausgaben geltend machen.

Auslandssemester, Auslandspraktika

Gilt das Studium als Berufsausbildung, sind auch die Kosten für Auslandssemester und Praktika im Ausland Sonderausgaben.

Das heißt: Solange Du Deinen Lebensmittelpunkt in Deutschland hast, sind die Kosten für die Unterkunft im Ausland Sonderausgaben. Für die ersten drei Monate gibt es außerdem einen pauschalen Betrag für sogenannte Verpflegungsmehraufwendungen. Für Deine Steuererklärung für das Jahr 2019 gelten dabei folgende Beträge:

Mehrtägiger Aufenthalt am Studien- / Ausbildungsort: Kalendertägliche Abwesenheitsdauer 24 Stunden

24 €

Mehrtägiger Aufenthalt am Studien- / Ausbildungsort: An- und Abreistag, wenn die Abwesenheit vom Lebensmittelpunkt diesen, einen anschließenden oder vorhergehenden Tag umfasst (keine Mindestabwesenheit erforderlich)

12 €

Ab 2020 sind die Werte ein bisschen höher:

Mehrtägiger Aufenthalt am Studien- / Ausbildungsort: Kalendertägliche Abwesenheitsdauer 24 Stunden

28 €

Mehrtägiger Aufenthalt am Studien- / Ausbildungsort: An- und Abreistag, wenn die Abwesenheit vom Lebensmittelpunkt diesen, einen anschließenden oder vorhergehenden Tag umfasst (keine Mindestabwesenheit erforderlich)

14 €

Definition: Der Lebensmittelpunkt ist an dem Ort, an den Du persönlich gebunden bist. Dies ist regelmäßig dort, wo Deine Familie oder Deine / e Partner / in wohnt.

Auswärtige Unterbringung

Wenn Du während des Studiums oder der (ersten) Ausbildung nicht zuhause wohnst, sondern zum Beispiel im Studentenwohnheim oder einer WG, dann spricht das Finanzamt von auswärtiger Unterbringung. Die Miete kannst Du dann als Sonderausgaben in der Steuererklärung angeben – vorausgesetzt, Du bezahlst sie selbst! Zuhause bei den Eltern musst Du noch ein Kinderzimmer haben, aber das lässt sich bestimmt machen.

Zusätzlich darfst Du für die ersten drei Monate im Wohnheim, der WG oder der eigenen Wohnung noch die sogenannten Verpflegungspauschalen in der Steuererklärung angeben. Das sind für Deine Steuererklärung für das Jahr 2019 die folgenden festen Beträge:

Mehrtägiger Aufenthalt am Studien- / Ausbildungsort: Kalendertägliche Abwesenheitsdauer 24 Stunden

24 €

Mehrtägiger Aufenthalt am Studien- / Ausbildungsort: An- und Abreistag, wenn die Abwesenheit von der Wohnung der Eltern diesen, einen anschließenden oder vorhergehenden Tag umfasst (keine Mindestabwesenheit erforderlich)

12 €

Eintägiger Aufenthalt am Studien- / Ausbildungsort: Abwesenheit mehr als 8 Stunden

12 €

weniger als 8 Stunden

0 €

Ab 2020 sind die Werte ein bisschen höher:

Mehrtägiger Aufenthalt am Studien- / Ausbildungsort: Kalendertägliche Abwesenheitsdauer 24 Stunden

28 €

Mehrtägiger Aufenthalt am Studien- / Ausbildungsort: An- und Abreistag, wenn die Abwesenheit von der Wohnung der Eltern diesen, einen anschließenden oder vorhergehenden Tag umfasst (keine Mindestabwesenheit erforderlich)

14 €

Eintägiger Aufenthalt am Studien- / Ausbildungsort: Abwesenheit mehr als 8 Stunden

14 €

weniger als 8 Stunden

0 €

Achtung: Verlagerst Du Deinen Lebensmittelpunkt vom Heimat- an den Studienort, ziehst also bei Deinen Eltern komplett aus, sind die Kosten seiner auswärtigen Unterkunft nicht mehr absetzbar!

Fahrtkosten

Für die Fahrt zur Uni oder Ausbildungsstätte darfst Du Fahrtkosten geltend machen. Hier gilt: Das Finanzamt akzeptiert die sogenannte Entfernungspauschale, das sind 30 Cent pro Entfernungskilometer. Entfernungskilometer heißt: Nur die einfache Strecke spart Steuern.

Rechenbeispiel: Laut Routenplaner beträgt die Entfernung vom Studentenwohnheim zur Uni 6 Kilometer. Du darfst bei den Sonderausgaben Fahrtkosten in Höhe von 6 × 30 Cent= 1,80 € angeben für jeden Tag, den Du an der Uni verbracht has. Dabei ist es egal, ob Du den Bus nimmst, das Fahrrad oder mit dem Auto fährst. Du bekommst die Entfernungspauschale sogar dann, wenn Du nur Mitfahrer im Auto bist. Und auch, wenn Du zu Fuß gehst.

Gebühren

Ausgaben für Semester-, Studien-, Kurs-, Repetitoriums-, Lehrgangs-, Zulassungs-, Prüfungsgebühren usw. gehören zu den Ausbildungskosten und damit auch zu den Sonderausgaben.

Lerngruppen

Wenn Du Dich nach der Vorlesung oder am Wochenende mit Kommilitonen in einer privaten Lerngruppe triffst, um das Gelernte gemeinsam nachzubereiten, kann auch das beim Steuern sparen helfen. Voraussetzung dafür, dass Du hier Kosten in der Steuererklärung angeben darfst, ist, dass ihr euch nahezu ausschließlich aus Gründen der Ausbildung zusammensetzt – also nicht nebenbei Geburtstag feiern, Fußball gucken oder die nächste Party planen! Am besten schreibst Du für das Finanzamt genau auf, wann und wo ihr Euch getroffen und welche Themen ihr dabei wiederholt habt.

Dann kannst Du die Fahrt zur Lerngruppe bei den Sonderausgaben wie folgt angeben: 30 Cent pro Kilometer der Hin- und (!) Rückfahrt.

Praktika

Wenn Du ein unbezahltes Praktikum machst, das zum Studium gehört (!), und es entstehen dafür Kosten, dann darfst Du diese im Rahmen der Sonderausgaben angeben. Dazu gehören zum Beispiel: Fahrtkosten (30 Cent für jeden Kilometer, also Hin- und Rückfahrt) oder → Arbeitsmittel, die Du extra für dieses Praktikum gekauft hast.

Bei einem bezahlten Praktikum, bei dem Du die Einnahmen versteuern musst (Indiz: Du hast bei der Praktikumsstelle Deine Steueridentifikationsnummer angeben müssen), können natürlich auch Kosten entstehen – die gehören dann aber nicht zu den Sonderausgaben, sondern sind Werbungskosten. Die Kosten werden genauso berechnet wie Sonderausgaben, sie werden aber in einem anderen Feld eingetragen.

Telefon und Internet

Internet- und Telefonkosten, die durch Ausbildung oder Studium entstehen, gehören ebenfalls zu den Sonderausgaben. Wie viel Du angeben darfst, berechnest Du anhand eines Einzelverbindungsnachweises selbst.

Wenn Du also beispielsweise mit Kommilitonen telefonierst, um Dich für eine → Lerngruppe zu verabreden, oder den Prof, seine Sekretärin, das Prüfungsamt, das Studentenwerk usw. anrufst, dann berechnest Du, wie viel Prozent Deiner insgesamt am Telefon verbrachten Zeit das war. Den entsprechenden Prozentsatz Deiner Rechnung bzw. Flatrate gibst Du bei den Sonderausgaben an.

Unfallkosten

Passiert auf einer Fahrt im Zusammenhang mit Deiner Ausbildung ein Unfall, z. B. bei der Fahrt zur Uni oder zu einer Lerngemeinschaft, kannst Du die dabei entstehenden Kosten wie bei einem Unfall auf einer beruflichen Fahrt absetzen.

Die Kosten ermittelst Du am besten in einer gesonderten Aufstellung, die Du der Steuererklärung beilegst. Einen Mustervordruck, mit dem Du Unfallkosten einfach und vollständig in der Steuererklärung geltend machen kannst, findest Du unter www.steuertipps.de im Bereich Service / Checklisten. Dabei geht es zwar um Unfälle von Berufstätigen, die die Kosten als Werbungskosten in der Steuererklärung angeben können, aber letztendlich ist es das gleiche. Du rechnest den Betrag aber zu den Sonderausgaben dazu, nicht zu den Werbungskosten.

Ausbildungsdarlehen, Stipendien und BAföG in der Steuererklärung

Ausbildungsdarlehen und BAföG-Darlehen

Zinsen für ein Ausbildungsdarlehen gehören zu den abziehbaren Kosten. Das gilt auch für Zinsen, die erst nach Abschluss der Bildungsmaßnahme gezahlt werden – sie werden dann eben erst nach Abschluss der Ausbildung in der Steuererklärung angegeben.

Die Rückzahlung (Tilgung) des Ausbildungsdarlehens dagegen darfst Du in der Steuererklärung nicht angeben – egal ob Du das Darlehen in Raten oder in einem Betrag zurückzahlst. Das gilt auch für die Raten zur Rückzahlung eines BAföG-Darlehens.

Öffentliche Arbeitgeber gewähren oft nicht nur ein Darlehen, sondern vergeben zusätzlich Studienplätze aus einem Studienplatzkontingent. Damit erhalten ihre Studenten über das Darlehen hinaus einen Vorteil. Um diesen Vorteil auszugleichen, müssen die Studenten einen höheren Betrag zurückzahlen, also einen Darlehenszuschlag. Wegen des engen Zusammenhangs mit dem Studium ist der Zuschlag bei den Sonderausgaben abziehbar.

BAföG und Stipendien

Bekommst Du zur Förderung Deiner Berufsausbildung steuer- und rückzahlfreie Zuschüsse, mit denen zum Beispiel Kosten für Arbeitsmittel und Fahrtkosten abgegolten werden, musst Du den entsprechenden Betrag von Deinen Ausbildungskosten abziehen. Das betrifft z. B. den Zuschussanteil beim Meister-BAföG und Leistungen für Weiterbildungsmaßnahmen nach §§ 79, 81 SGB III. Die Zuschüsse werden auch dann auf die Aufwendungen angerechnet, wenn Du sie erst nachträglich erhältst.

Sebastian absolvierte Ende des Jahres 01 eine Ausbildung. Die Kosten in Höhe von 300 € bezahlt er zunächst selbst. Anfang des Jahres 02 erstattet ihm die Arbeitsagentur 170 €. Obwohl Sebastian die Erstattung erst im Jahr 02 erhalten hat, muss er sie im Jahr 01 anrechnen. Deshalb darf er in 01 nur 130 € steuerlich geltend machen (= 300 € ./. 170 €).

Sind die steuerfreien Bezüge dagegen ausschließlich oder teilweise zur Deckung des Lebensunterhalts bestimmt (z. B. Schüler- und Studenten-BAföG nach § 12 und § 13 BAföG, Ausbildungsbeihilfen nach § 59 Nr. 3 SGB III, Unterhaltsgeld nach §§ 77, 153 SGB III), werden sie nicht auf die Ausbildungskosten angerechnet. Sie müssen also auch nicht in der Steuererklärung angegeben werden. Wir sind der Meinung, dass das auch für das nicht rückzahlbare Deutschlandstipendium in Höhe von 300 € gilt. Allerdings: Bei bestimmten Konstellationen privater, staatlich anerkannter Hochschulen sind dabei Ausnahmen möglich. Am besten fragst Du direkt bei Deiner Hochschule nach.

Ein Stipendium aus öffentlichen Mitteln (auch aus EU-Förderprogrammen) ist im Gegensatz zu privaten Stipendien steuerfrei, wenn es zu Studienzwecken gewährt wird und der Empfänger (also Du) im Zusammenhang mit dem Stipendium nicht zu einer bestimmten Arbeitnehmertätigkeit verpflichtet ist. Bei Schülern und Studenten ist diese Voraussetzung normalerweise erfüllt. Die Prüfung, ob die Voraussetzungen für die Steuerfreiheit der Stipendien vorliegen, hat das Finanzamt vorzunehmen, das für die Veranlagung des Stipendiengebers zur Körperschaftsteuer zuständig ist – also nicht Dein Finanzamt.

Deine Ausbildungskosten musst Du um diesen Betrag kürzen. Darf mit dem Geld dagegen der eigene Lebensunterhalt bestritten werden, muss keine Kürzung der Sonderausgaben und keine Angabe in der Steuererklärung erfolgen.

Geldgeschenke zur Finanzierung der Ausbildung

Bekommst Du Geld zur Finanzierung Deiner Ausbildungskosten von Verwandten oder Bekannten geschenkt, werden diese Mittel nicht auf die abziehbaren Ausbildungskosten angerechnet und müssen in der Steuererklärung nicht angegeben werden.

Kosten für Bewerbungen

Bewerbungsmappen, Bewerbungsfotos, Online-Bewerbung, Bewerbungsratgeber usw.

Alle Kosten, die bei der Suche nach einem (neuen) Arbeitsplatz, entstehen, sind Werbungskosten. Weil sie schon vor der Berufstätigkeit anfallen, spricht man von vorab entstandenen Werbungskosten. Das gilt auch für Bewerbungen, die nicht zum Erfolg geführt haben, bei denen Du also eine Absage (oder gar keine Antwort) bekommen hast.

Folgende Kosten sind als Werbungskosten absetzbar:

Deine Bewerbungskosten musst Du nachweisen oder wenigstens glaubhaft machen. Bei hoher Zahl der Bewerbungen ermittelst Du einfach die Kosten für eine Bewerbung und multiplizierst sie dann mit der Anzahl der Bewerbungen. Kannst Du Deine Bewerbungskosten nicht im Einzelnen nachweisen, darfst Du schätzen. Dabei orientierst Du Dich am besten der Schätzung des Finanzgerichts Köln: Für Bewerbungen mit Bewerbungsmappe hat es pauschal 8,50 € anerkannt, für Bewerbungen ohne Mappe 2,50 €, z. B. E-Mail-Bewerbungen, Kurz- und Initiativbewerbungen.

Falls Du im Jahr der Bewerbung keine oder nur sehr geringe Einkünfte hattest, z. B. weil Du das ganze Jahr über arbeitslos oder in Ausbildung warst, mach trotzdem die Bewerbungskosten als Werbungskosten geltend! Diese führen dann zu sogenannten negativen Einkünften aus nicht selbstständiger Arbeit. Diesen Verlust kannst Du vortragen, das bedeutet: er senkt die Steuer im nächsten Jahr, in dem Du Geld verdienst und Steuern zahlen musst.

Fahrten zu Vorstellungsgesprächen

Reisekosten, Pauschale für die Abwesenheit von zuhause usw.

Abziehbar sind die Reisekosten sowie auf diesen Fahrten entstehende Unfallkosten. Die Reisekosten setzen sich zusammen aus dem Betrag, den Du für die An- und Abreise geltend machen darfst – das sind 30 Cent für jeden gefahrenen Kilometer – und einem pauschalen Betrag, den der Staat dafür anerkennt, dass Du Dich auf Deiner Reise irgendwie verpflegen musstest. Dafür gelten bis 2019 diese Beträge:

Nicht absetzbar sind für das Vorstellungsgespräch gekaufte Kleidung sowie Verdienstausfall infolge des Vorstellungsgesprächs, weil Du z. B. bei Deinem Nebenjob einen Tag ausgefallen bist.

Von Deinen Ausgaben musst Du alles abziehen, was Du erstattet bekommen hast – also z. B., wenn ein Unternehmen Deine Anreise zum Vorstellungsgespräch bezahlt hat oder wenn Du einen Zuschuss der Arbeitsagentur bekommen hast.

Umzug wegen des Jobs

Steuern sparen schon bei der Wohnungssuche, an zwei Orten leben, Neuanfang am Arbeitsort, Umzugskosten, Maklerkosten, Wohnungseinrichtung usw.

An zwei Orten leben

Wenn Dein Arbeitsplatz so weit von zu Hause entfernt liegt, dass eine tägliche Heimfahrt nicht möglich ist, und Du deshalb am auswärtigen Beschäftigungsort eine Zweitwohnung nimmst, dann geht das ganz schön ins Geld. Zum Glück senken die Kosten einer doppelten Haushaltsführung wenigstens die Steuerlast – Werbungskosten heißt das Zauberwort.

Abziehbare Werbungskosten sind

  • Fahrtkosten
    (wöchentliche) Heimfahrten zur Familie, Fahrten von der Zweitwohnung zum Arbeitsplatz, Telefonkosten statt Heimfahrt, Besuch von Partner und Familie am Beschäftigungsort usw.

  • Verpflegungskosten
    wie viel darf man absetzen, Auswirkungen von Heimfahrten auf die Absetzbarkeit, Wechsel des Beschäftigungsorts usw.

  • Kosten für die Zweitwohnung
    Miete, Maklerprovision, Zweitwohnungsteuer, Möbel kaufen, GEZ, Übernachtung im Hotel usw.

  • Umzugskosten
    Anlass für den Umzug, Reisekosten bei Wohnungsbesichtigungen, Umzugsunternehmen und private Umzugshelfer usw.

Zu diesem Thema haben wir einen eigenen ausführlichen Beitrag geschrieben, den Du → hier findest.

Komplett-Umzug an den Arbeitsort

Wenn Du nicht am Wochenende nach Hause fährst, sondern Deinen Lebensmittelpunkt komplett an den Arbeitsort verlagerst, dann gelten andere Regeln – Du kannst dann zum Beispiel keine Heimfahrten als Werbungskosten geltend machen. Der Umzug selbst führt aber trotzdem zu Werbungskosten. Voraussetzung: Du ziehst wegen der Arbeit um, und nicht aus privaten Gründen (zum Beispiel zur Freundin, um Dir an deren Wohnort später einen Job zu suchen).

Ein Umzug ist beruflich veranlasst, wenn

  • Du Deinen Arbeitsplatz wechselst, versetzt wirst oder erstmals eine Stelle antrittst,

  • sich Deine Fahrzeit zur Arbeit erheblich verkürzt (um mindestens eine Stunde pro Tag, also 30 Minuten pro Strecke),

  • Du durch den Umzug Deinen Arbeitsplatz leichter erreichen kannst,

  • der Umzug im überwiegenden Interesse des Arbeitgebers erfolgt oder

  • Du eine doppelte Haushaltsführung beginnst oder beendest (zur Erinnerung: → das ist eine doppelte Haushaltsführung).

Wenn Du gerade feststellst, dass Du diese Voraussetzungen nicht erfüllst, lies bitte → hier weiter.

War Dein Umzug beruflich veranlasst, stellt sich die Frage, welche Aufwendungen Du steuerlich geltend machen kannst. Das sind sie:

  • Kosten für den Transport des Umzugsguts

  • Reisekosten

  • doppelte Mietzahlungen

  • Maklergebühren

  • Beschaffungskosten für einen Kochherd und für Heizöfen

  • sonstige Umzugskosten (z. B. Trinkgelder für Möbelpacker, Renovierungskosten)

Die Einteilung der Umzugskosten in unterschiedliche Schubladen hat seinen Grund: Denn nur für die sonstigen Umzugskosten brauchst Du keinen Einzelnachweis der Aufwendungen und kannst stattdessen Pauschalen geltend machen. Die anderen Kosten musst Du dagegen immer im Einzelnen nachweisen. (Es gilt aber auch: Wenn Deine sonstigen Umzugskosten höher sind als die Pauschale, kannst Du die höheren – nachgewiesenen – Kosten bei den Werbungskosten angeben. Du brauchst dann nicht die niedrigere Pauschale zu nehmen.)

Höhe der Pauschale:

Umzug ab

Pauschale für Ledige

Pauschale für Verheiratete

Erhöhungsbetrag

1.3.2020

820,00 €

1.639,00 €

361,00 €

1.4.2019

811,00 €

1.622,00 €

357,00 €

1.3.2018

787,00 €

1.573,00 €

361,00 €

Den Erhöhungsbetrag bekommst Du für bestimmte Personen, die mit Dir zusammenleben. Die wichtigsten sind Dein Lebenspartner und Deine Kinder. Der Ehepartner gehört nicht dazu, denn die Pauschale für sonstige Umzugskosten des Ehepartners ist bereits durch die Verdoppelung der Umzugspauschale für Ledige abgegolten.

Falls Du übrigens Kinder hast, die wegen des Umzugs die Schule wechseln müssen und deswegen Nahhilfe-Unterricht brauchen, dann kannst Du auch diese Kosten in einem bestimmten Rahmen bei den Werbungskosten angeben: bei Umzügen ab dem 1.3.2020 maximal 2.066 €, bei Umzügen ab dem 1.4.2019 maximal 2.045 € und bei Umzügen ab dem 1.3.2018 maximal 1.984 €.

Wenn der Umzug privat veranlasst ist

Sogar mit einem privat veranlassten Umzug lassen sich noch Steuern sparen – bzw. Du bekommt einen Teil der Kosten zurück (das ist jetzt steuer-juristisch spitzfindig, aber es stimmt: während zum Beispiel Werbungskosten vom Einkommen abgezogen werden und dann auf entsprechend weniger Geld Steuern fällig werden, bekommst Du bei der gleich beschriebenen Möglichkeit direkt einen Teil der Steuern zurück, am zu versteuernden Einkommen dagegen ändert sich nichts. Spitzfindig, wissen wir – aber wir wollen ja auch unseren Spaß haben!).

Steuern sparen mit einem privaten Umzug funktioniert nur dann, wenn Du eine Spedition oder ein Umzugsunternehmen dafür in Anspruch genommen hast. Dann gehören die Kosten zu den sogenannten haushaltsnahen Dienstleistungen, für die es im Mantelbogen der Steuererklärung einen eigenen Bereich gibt.

Dort trägst Du ein, was Du der Spedition bezahlt hast. Du brauchst außerdem eine Rechnung und musst das Geld überwiesen haben – Barzahlung wird leider vom Finanzamt nicht akzeptiert (die Steuersparmöglichkeit haushaltsnahe Dienstleistungen wurde unter anderem eingeführt, um Schwarzarbeit zu vermeiden, daher der Punkt mit der Rechnung und das Verbot der Barzahlung). Vom eingetragenen Betrag bekommst Du 20 % zurück, maximal 4.000 €.

Dinge kaufen, die Du für die Arbeit brauchst

bring your own device (byod), Computer, Fachliteratur, was ist eigentlich Berufskleidung? usw.

Gegenstände, die der Erledigung beruflicher Aufgaben dienen und weitaus überwiegend für diese Zwecke genutzt werden, werden Arbeitsmittel genannt. Dazu gehören insbesondere:

Arbeitsmittel dürfen auch privat benutzt werden

Werden beruflich genutzte Gegenstände auch privat genutzt (das Finanzamt spricht dann von gemischt genutzten Arbeitsmitteln), dürfen nur dann Werbungskosten geltend gemacht werden, wenn die private Mitbenutzung von ganz untergeordneter Bedeutung ist. Die Grenze liegt bei 10 %. Das bedeutet:

  • Wird ein Arbeitsmittel zu weniger als 10 % privat genutzt und tu mehr als 90 % beruflich, sind die kompletten Kosten des Arbeitsmittels Werbungskosten.

  • Ist es genau umgekehrt, als weniger als 10 % beruflich und mehr als 90 % privat, dann dürfen gar keine Kosten geltend gemacht werden und das Arbeitsmittel taucht in Deiner Steuererklärung nicht auf.

Oft wird die Aufteilung in private und berufliche Nutzung irgendwo zwischen den eben geschilderten Situationen liegen. Dann gilt: Ein Teil der Kosten für das Arbeitsmittel darf als Werbungskosten abgezogen werden. Es muss allerdings ein geeigneter Aufteilungsmaßstab existieren, z. B. die zeitlichen oder flächenmäßigen Nutzungsanteile.

Arbeitsmittel kaufen und in der Steuererklärung absetzen

Wenn Du Dir einen Gegenstand, den Du für die Arbeit brauchst, gekauft hast, dann gibst Du die Kosten in der Steuererklärung bei den Werbungskosten an. Manchmal darfst Du die gesamten Kosten auf einmal eintragen, bei teuren Sachen musst Ihr die Kosten über mehrere Jahre verteilen. Das heißt im Steuer-Jargon Abschreibung. Über wie viele Jahre Du einen Gegenstand abschreibst, ist in den sogenannten AfA-Tabellen festgelegt (AfA steht für Absetzung für Abnutzung, das ist der offizielle Ausdruck für Abschreibung).

Zu den Werbungskosten gehören übrigens neben den eigentlichen Anschaffungskosten (einschließlich Mehrwertsteuer) auch Auslagen für Porto, Verpackung, Fracht usw. Auch Fahrtkosten können dazugehören, wenn die Fahrten ausschließlich unternommen wurden, um das Arbeitsmittel zu kaufen bzw. zu befördern oder um sich vor dem Kauf entsprechend zu informieren.

Das gilt beim Kauf von neuen Arbeitsmitteln

Du darfst die Kosten für das neue Arbeitsmittel komplett bei den Werbungskosten angeben, wenn es nicht mehr gekostet hat als

  • 800 € (ohne MwSt.) bzw.

  • 952,00 € (inkl. 19 % MwSt.) oder 856,00 € (inkl. 7 % MwSt.).

Das Finanzamt spricht dabei von Sofortabschreibung für geringwertige Wirtschaftsgüter: Sofort, weil der Betrag nicht auf mehrere Jahre verteilt werden muss, und geringwertig, weil die Kosten in den Augen der Finanzverwaltung verhältnismäßig niedrig sind.

Wenn Dein Arbeitsmittel teurer war, musst Du die Kosten auf mehrere Jahre aufteilen und darfst jedes Jahr nur einen Teil der Kosten bei den Werbungskosten eintragen. Das ist die sogenannte Absetzung für Abnutzung, oder kurz: AfA. Umgangssprachlich spricht man von Abschreibung.

Die Dauer dieser Abschreibung richtet sich nach Tabellen der Finanzverwaltung, den sogenannten AfA-Tabellen. Die Tabellen gehen zum Beispiel davon aus, dass ein Computer drei Jahre genutzt wird (Steuer-Fachleute sprechen von Nutzungsdauer). Eine dreijährige Nutzungsdauer bedeutet, dass in den nächsten Jahren jedes Jahr 1 / 3 des Kaufpreises bei den Werbungskosten angegeben wird.

Das musst Du beim Kauf von gebrauchten Arbeitsmitteln beachten

Auch gebraucht gekaufte Arbeitsmittel kannst Du so bei den Werbungskosten angeben. Allerdings kommt es doch auch ein bisschen darauf an, von wem Du die Sachen kaufst. Schuld daran ist die Umsatzsteuer: Privatleute geben auf ihren Quittungen keine Umsatzsteuer an (dürfen sie auch gar nicht). Kaufst Du im Second-Hand-Kaufhaus, wird auf der Rechnung 19 % Umsatzsteuer ausgewiesen.

Ob Du die Kosten für Deine Arbeitsmittel in der Steuererklärung auf einen Schlag angeben darfst oder über mehrere Jahre verteilen musst, hängt wieder von einem Höchstbetrag ab. Dieser ist – je nach dem, ob Umsatzsteuer ins Spiel kommt oder nicht – unterschiedlich hoch:

  • für Arbeitsmittel, die ohne Umsatzsteuer gekauft wurden, beträgt er 800 €,

  • für Arbeitsmittel, die mit Umsatzsteuer gekauft wurden, beträgt er 952,00 € (das entspricht 800 € plus 19 % Umsatzsteuer).

Arbeitsmittel, die Du für maximal diesen Betrag kaufst, gibst Du gleich in der Steuererklärung als Werbungskosten an – mit dem vollen Kaufpreis, den Du gezahlt hast (auf keinen Fall mit dem Neupreis!).

Sollte ein gebraucht gekauftes Arbeitsmittel tatsächlich einmal mehr kosten als das, gilt: Auch bei gebrauchten Arbeitsmitteln gibt es eine Nutzungsdauer – da die Nutzung aber bereits angefangen hat, spricht man von Restnutzungsdauer.

Mit anderen Worten: Je nach dem, wie alt ein gebraucht gekauftes Arbeitsmittel ist und wie stark es bereits beansprucht wurde, könnt Ihr die Restnutzungsdauer schätzen. Je niedriger die Restnutzungsdauer ist, desto schneller hast Du das Arbeitsmittel wie oben bei den neu gekauften Arbeitsmitteln beschrieben auf die kommenden Steuererklärungen verteilt und abgeschrieben.

Geschenkte oder geerbte Arbeitsmittel

Auch Gegenstände, die Du geschenkt bekommen oder geerbt hast, kannst Du für berufliche Zwecke nutzen, also umwidmen. Dann darfst Du ab dem Zeitpunkt der Umwidmung für diese Gegenstände Werbungskosten geltend machen – und zwar in der Höhe, in der der Schenker bzw. Erblasser bei beruflicher Nutzung des Gegenstands Werbungskosten absetzen könnte, wenn er noch Eigentümer bzw. am Leben wäre.

Das bedeutet: Maßgebend für den Werbungskostenabzug ist auch hier der Restwert zum Zeitpunkt der Umwidmung. Den Restwert und die Restnutzungsdauer berechnest Du so, wie wir es bei den gebraucht gekauften Arbeitsmitteln beschrieben haben.

Kosten für eine Fortbildung

Unterschied zwischen Fortbildung und Ausbildung und warum das wichtig ist, Reisekosten, Teilnahme- und Prüfungsgebühren, wenn der Arbeitgeber (teilweise) zahlt, Zuschuss von den Eltern usw.

Wie hoch die Beteiligung des Finanzamts an den Kosten für eine Bildungsmaßnahme ausfällt, hängt davon ab, ob es die Maßnahme als Ausbildung oder als Fortbildung einordnet (auf die Einordnung hast Du leider keinen Einfluss). So unterscheidet die Finanzverwaltung:

Die Kosten einer Fortbildung (Punkt 1 der Liste oben) gehören zu den Werbungskosten und dürfen in unbegrenzter Höhe geltend gemacht werden. Jeder in eine solche Bildungsmaßnahme investierte Euro spart also Steuern: Für die Steuererklärung stellst Du alle abziehbaren Fortbildungskosten in einer Übersicht zusammen (welche das sind, erklären wir gleich!) und ermittelst die Summe. Die Aufstellung gibst Du zusammen mit der Steuererklärung ab. Den Gesamtbetrag trägst Du in die Zeile Fortbildungskosten der Anlage N des Jahres ein, in dem die Fortbildungskosten angefallen sind. Das kann auch nach Abschluss der Fortbildung sein, z. B. bei Zinsen für ein Fortbildungsdarlehen.

Die Kosten für eine Berufsausbildung sind bis zu einer Höhe von jährlich 6.000 € als Sonderausgaben abzugsfähig. Alles was über 6.000 € hinausgeht, hat steuerlich keine Bedeutung mehr. Ausführliche Informationen dazu findest Du im Kapitel Du hast Deine Ausbildung abgeschlossen und möchtest die Kosten in der Steuererklärung geltend machen .

Im folgenden Text wird es ausschließlich um Fortbildungskosten gehen und was Du in diesem Zusammenhang alles bei den Werbungskosten eintragen darfst.

Abziehbare Fortbildungskosten

Reisekosten

Ein wichtiger Kostenfaktor bei der Fortbildung sind die Reisekosten. In welcher Höhe sie abziehbar sind, hängt davon ab, ob die Fortbildung als berufliche Auswärtstätigkeit anerkannt wird: Dann ist der Werbungskostenabzug besonders hoch. Konkret heißt das: Fahrtkosten sind höher abziehbar als sonst; Verpflegungskosten und Reisenebenkosten sind sogar überhaupt nur bei einer Auswärtstätigkeit abziehbar.

Eine Auswärtstätigkeit liegt vor, wenn

  • sich die Fortbildungsstätte (z. B. die Berufsschule oder eine Hochschule) liegt außerhalb Deiner normalen (regelmäßigen) Arbeitsstätte befindet;

  • die Fortbildung mit Deiner ausgeübten beruflichen Tätigkeit überhaupt nichts zu tun hat (z. B. Umschulung);

  • der Schwerpunkt der Fortbildungsmaßnahme sich in Deiner Wohnung befindet (z. B. Fernstudium, Selbststudium) und Du außerhäusliche Kurse bzw. Seminare besuchst.

In den eben genannten Fällen kannst Du Deine Fahrten zwischen Wohnung bzw. Arbeitsplatz und Fortbildungsort in folgender Höhe steuerlich absetzen:

Wer öffentliche Verkehrsmittel benutzt, kann als Werbungskosten die tatsächlichen Kosten ansetzen.

Fährst Du mit dem eigenen (!) Pkw, ist der tatsächliche Kilometer-Kostensatz abziehbar. Dieser ermittelt sich aus den Gesamtkosten des Fahrzeugs bezogen auf die gesamte Fahrleistung. Wenn Dir der Aufwand für die Ermittlung des tatsächlichen Kilometer-Kostensatzes zu groß ist, kannst Du statt der tatsächlichen Fahrtkosten auch die Reisekostenpauschale von 0,30 € pro gefahrenen Kilometer geltend machen, also für Hin- und Rückweg.

Wichtig: Die Reisekostenpauschale gibt es nur, wenn Du die Fahrtkosten mit dem eigenen Pkw tatsächlich selbst getragen hast. Dagegen darf die Entfernungspauschale verkehrsmittelunabhängig angesetzt werden.

Absolvierst Du eine Fortbildung außerhalb Deiner normalen (regelmäßigen) Arbeitsstätte oder schwerpunktmäßig in Deiner Wohnung, kannst Du beim Besuch von auswärtigen Kursen oder Seminaren den sogenannten Verpflegungsmehraufwand geltend machen. Den gibt es dafür, dass Du nicht zuhause essen kannst, sondern Dich auswärtig verpflegen musst – was in der Regel teurer ist als der Gang an den eigenen Kühlschrank.

Allerdings sind dabei nicht die tatsächlichen Kosten abziehbar, sondern nur gesetzlich festgelegte Pauschalen. Deren Höhe hängt davon ab, wie lange Du von Deiner Wohnung und Deiner regelmäßigen Arbeitsstätte abwesend bist. So hoch sind bis einschließlich 2019 die Verpflegungspauschbeträge:

  • 24 € pro Kalendertag mit Abwesenheit von 24 Stunden von der Wohnung (ab 2020: 28 €).

  • 12 € sowohl für den Anreisetag als auch den Abreisetag, wenn an diesen Tagen, einem anschließenden oder vorhergehenden Tag auswärts übernachtet wird (ab 2020: 14 €).

  • 12 € pro Kalendertag mit Abwesenheit von mehr als 8 bis unter 24 Stunden von der Wohnung, wenn auswärts nicht übernachtet wird (ab 2020: 14 €).

Bei mehrtägigen Fortbildungsveranstaltungen bzw. -reisen können die erforderlichen Übernachtungskosten komplett und in unbegrenzter Höhe geltend gemacht werden. Sie müssen jedoch einzeln durch Belege nachgewiesen werden. Vorsicht: Abziehbar sind nur die reinen Übernachtungskosten, denn die Kosten des Frühstücks sind mit der Verpflegungspauschale abgegolten.

Ebenfalls abziehbar sind die sogenannten Reisenebenkosten. Das sind alle reisebedingten Aufwendungen, die nicht den Fahrt,- Verpflegungs- oder Übernachtungskosten zugeordnet werden. Dazu gehören zum Beispiel Gepäckkosten (Beförderung, Aufbewahrung, Reisegepäckversicherung), Parkplatzkosten oder Mautgebühren. Es sind die tatsächlich entstandenen Kosten abziehbar.

Unfallkosten

Wenn Du auf dem Weg zwischen Deiner Wohnung und der Fortbildungsstätte einen Unfall hast, dann kannst Du die Schadenskosten ebenfalls zu den Werbungskosten dazurechnen. Das gilt auch, wenn Du während der Fortbildungsveranstaltung am Unterrichtsort parkst und dabei Dein Auto / Motorrad / Fahrrad beschädigt wird.

Arbeitsmittel

Alle Aufwendungen für Arbeitsmittel, die Du im Zusammenhang mit Deiner Fortbildung brauchst, sind als Werbungskosten abziehbar. Dazu gehören beispielsweise die Kosten für

  • Computer bzw. Laptop mit Zubehör;

  • Studienliteratur und Fachbücher;

  • Büromaterialien wie z. B. Ordner, Karteikästen, Mappen, Schreib- und Zeichengeräte, Papier etc.;

  • Schreibtisch mit Stuhl, Computertisch, Bücherregal etc.

Arbeitszimmer

Kosten für ein Arbeitszimmer wirst Du leider nur in den allerwenigsten Fällen als Werbungskosten angeben dürfen. Denn wenn Du Dich abends und am Wochenende berufsbegleitend fortbildest, bildet das Arbeitszimmer weder den Mittelpunkt Deiner Berufstätigkeit noch ist es der einzige Arbeitsplatz, der Dir zur Verfügung steht. Die einzige Chance für einen Kostenabzug wäre deshalb ein außerhäusliches Arbeitszimmer.

Bildest Du Dich während einer Arbeitslosigkeit oder der Elternzeit fort, ist das Arbeitszimmer nur insoweit absetzbar, wie es bei der angestrebten beruflichen Tätigkeit der Fall wäre. Das bedeutet:

  • Wirst Du Deine künftige Tätigkeit an einem Arbeitsplatz im Betrieb des Arbeitgebers verrichten, sind die Kosten eines häuslichen Arbeitszimmers nicht absetzbar. Deshalb sollen sie es auch nicht während der Arbeitslosigkeit sein.

  • Wirst Du Deine künftige Tätigkeit zum größten Teil vom häuslichen Arbeitszimmer aus erledigen und wird das Arbeitszimmer daher der Mittelpunkt Deiner beruflichen Tätigkeit sein, kannst Du die Arbeitszimmerkosten auch während der Arbeitslosigkeit geltend machen.

  • Steht Dir für Deine künftige Berufstätigkeit beim Arbeitgeber kein Arbeitsplatz zur Verfügung, sodass Du diese Tätigkeit im häuslichen Arbeitszimmer ausführen musst, kannst Du die Kosten dafür bis zu 1.250 € in der Steuererklärung angeben.

Hinweis: Zum Thema Arbeitszimmer gibt es zahlreiche Verfahren vor den Finanzgerichten. Über die Entscheidungen berichten wir auf steuertipps.de – am besten schaust Du ab und zu dort vorbei!

Teilnahmegebühren

Kosten für die Teilnahme an einer Fortbildung kannst Du immer komplett bei den Werbungskosten angeben, zum Beispiel Kurs-, Lehrgangs-, Studien- oder Prüfungsgebühren.

Finanzierungskosten für ein Bildungsdarlehen

Fortbildungen können ganz schön ins Geld gehen. Wenn Du zur Finanzierung der Fortbildung ein Darlehen aufnehmen musstest, sind die Zinsen dafür im jeweiligen Zahlungsjahr als Werbungskosten abzugsfähig. Das gilt auch dann, wenn die Zinsen erst nach Abschluss der Fortbildung gezahlt werden!

Natürlich sind auch die Fortbildungskosten (also Seminarkosten, Teilnahmegebühren usw.), die Du mithilfe des Darlehens finanziert, im jeweiligen Zahlungsjahr steuerlich abziehbar.

Die Rückzahlung des Darlehens selbst (Tilgung) darfst Du allerdings nicht abziehen. Das gilt auch für die Raten zur Rückzahlung eines BAföG-Darlehens.

Wenn der Arbeitgeber einen Teil der Kosten übernimmt (oder alles bezahlt)

Wenn ein Arbeitgeber seinen Angestellten eine kostenlose Fortbildung anbietet, wendet er ihnen damit einen sogenannten geldwerten Vorteil zu. Geldwerte Vorteile müssen normalerweise versteuert werden (typisches Beispiel: Firmenwagen) – bei einer Fortbildung gilt aber: Der finanzielle Vorteil, den Du aufgrund der Kostenübernahme durch den Arbeitgeber hast, ist steuerfrei, wenn die Teilnahme an der Fortbildung vor allem im betrieblichen Interesse des Arbeitgebers liegt. Diese Voraussetzung gilt schon dann als erfüllt, wenn die Teilnahme zumindest teilweise auf die Arbeitszeit angerechnet wird.

Kosten, die der Arbeitgeber trägt, kannst Du natürlich nicht von Deiner Steuer abziehen – ohne eigene Kosten gibt es keinen Werbungskostenabzug. Aufwendungen, die Dir im Rahmen einer solchen Fortbildung selbst entstehen, zum Beispiel Fahrtkosten, darfst Du aber in der Steuererklärung bei den Werbungskosten eintragen.

Bezahlst Du die Fortbildung zunächst selbst und bekommst die Kosten später vom Arbeitgeber ersetzt, dann handelt es sich dabei um Arbeitslohn. Je nach dem, welche Kosten ersetzt werden, musst Du den finanziellen Vorteil versteuern oder nicht:

  • Fahrt-, Verpflegungs- und Übernachtungskosten darf der Arbeitgeber steuerfrei ersetzen. Aufwendungen, die nicht von dieser Reisekostenerstattung gedeckt sind, gibst Du bei Deinen Werbungskosten an.

  • Ersetzt der Arbeitgeber andere Kosten, zum Beispiel Kursgebühren, handelt es sich bei den Erstattungsleistungen um steuerpflichtigen Arbeitslohn, der auf Deiner Lohnsteuerbescheinigung eingetragen wird. In diesem Fall gilt: Du darfst Deine Fortbildungskosten in der Steuererklärung in voller Höhe bei den Werbungskosten angeben.

Wenn die Eltern sich an den Kosten beteiligen

Wenn die Eltern Deine Fortbildung bezahlen, dann werden die Kosten trotzdem Dir zugerechnet – und Du darfst sie auch in der Steuererklärung angeben. Man spricht hier von einem abgekürzten Zahlungsweg, wenn ein Unterhaltspflichtiger (also hier Deine Eltern) solche Kosten ohne Umweg über den Unterhaltsberechtigten (=Ihr) direkt bezahlt. Das bedeutet konkret:

  • Schenken Eltern ihrem Kind Geld, damit es seine Fortbildungskosten finanzieren kann, sind diese Aufwendungen als vorab entstandene Werbungskosten in der Steuererklärung des Nachwuchses ansetzbar.

  • Das Gleiche gilt für Arbeitsmittel wie PC, Drucker, Schreibtisch oder Ähnliches, die die Eltern ihrem Nachwuchs schenken. Das Kind darf den Betrag steuerlich geltend machen, den der Schenker bei beruflicher Nutzung hätte ansetzen können. Wie das geht, haben wir oben bei den Arbeitsmitteln erklärt.

Arbeits-Alltag

mit Auto, Fahrrad oder Straßenbahn zur Arbeit fahren, Unfall auf dem Weg zur Arbeit, Jobticket usw.

Die tägliche Fahrt zur Arbeit

Für jeden Kilometer, den Deine Arbeitsstelle von Deiner Wohnung entfernt liegt, bekommst Du vom Finanzamt die sogenannte Entfernungspauschale (manchmal wird sie auch Pendlerpauschale genannt). Das bedeutet: Für jeden Kilometer der einfachen Strecke (also nur den Hinweg) darfst Du einen bestimmten Betrag bei den Werbungskosten anlegen. So zahlt Dir der Staat einen Teil der Fahrtkosten.

Die Entfernungspauschale gibt es unabhängig davon, mit welchem Verkehrsmittel Du zur Arbeit fährst, wie Du zur Arbeit kommst und ob Dir überhaupt Kosten entstehen. Die Entfernungspauschale gibt es also nicht nur für Autofahrer, sondern auch dann, wenn Du mit dem Motorrad, dem Fahrrad oder zu Fuß zur Arbeit kommst.

In welcher Höhe Du Werbungskosten in Deiner Steuererklärung angeben kannst, hängt davon ab,

  • wie weit die regelmäßige Arbeitsstätte von Deiner Wohnung entfernt ist (also die einfache Wegstrecke, wobei die laut Routenplaner kürzeste Straßenverbindung gewählt werden muss!),

  • an wie vielen Tagen im Jahr Du an Deinen Arbeitsplatz fährst und

  • wie hoch die Entfernungspauschale ist. (Zurzeit beträgt sie 0,30 € je Entfernungskilometer.)

Keine Angst – Du müsst jetzt nicht den Kalender durchblättern und Arbeitstage zählen: Viele Finanzämter fordern keine umständlichen Berechnungen oder gar Nachweise, sondern akzeptieren in der Regel

  • bei einer 5-Tage-Woche: 230 Arbeitstage

  • bei einer 6-Tage-Woche: 280 Arbeitstage

Berechnung: Als Werbungskosten sind also absetzbar: ... Arbeitstage × ... Entfernungskilometer × 0,30 €/km

Berücksichtigt werden nur volle Entfernungskilometer. Das bedeutet: Angefangene Kilometer zählen nicht mit, Du musst immer auf volle Kilometer abrunden.

Du fährst mit dem Fahrrad 7 km an Deinen Arbeitsplatz und benutzt hierfür die Abkürzung durch den Wald. Mit dem Pkw würde die Fahrstrecke 11,6 km betragen. In der Steuererklärung darfst Du eine Entfernung von 11 km ansetzen.

Rechenweg bei 230 Arbeitstagen: 230 Tage × 11 km × 0,30 €/km = 759,00 € Werbungskosten!

Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel

Eine Ausnahme von der Entfernungspauschale gilt, wenn Du mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit fährst: Dann kannst Du statt der Entfernungspauschale die höheren tatsächlichen Fahrtkosten (also die Kosten für die einzelnen Fahrscheine) ansetzen. In der Praxis ist das vor allem für Pendler im innerstädtischen Bereich vorteilhaft, da die Tickets für U-Bahn, Straßenbahn usw. verhältnismäßig teuer sind.

In der Steuererklärung trägst Du Deine Fahrtkosten dann in die Spalte Aufwendungen für Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln auf Seite 2 der Anlage N ein.

Jobticket

Auch wenn Du mit einem Jobticket zur Arbeit fährst, setzt Du entweder die Entfernungspauschale oder (wie eben schon beschrieben) die tatsächlichen Kosten an.

Die Tatsache, dass Du mit dem Jobticket den öffentlichen Nahverkehr zu einem Sonderpreis nutzen darfst, führt nicht dazu, dass Du die Entfernungspauschale bzw. die Werbungskosten kürzen musst.

Fahrgemeinschaften

Bei Fahrgemeinschaften kann jeder (Mit-)Fahrer selbst für seinen Weg von der Wohnung zur Arbeitsstätte die Entfernungspauschale als Werbungskosten geltend machen. Denn wie bereits oben beschrieben: Die Entfernungspauschale gibt es unabhängig davon, mit welchem Verkehrsmittel Du zur Arbeit fährst, wie Du zur Arbeit kommst und ob Dir überhaupt Kosten entstehen.

Das gilt auch für Ehepartner, die beide gemeinsam zur Arbeit fahren, selbst wenn sie beim gleichen Arbeitgeber beschäftigt sind. Maßgebend für den einzelnen (Mit-)Fahrer ist immer die Entfernung von seiner Wohnung zu seiner Arbeitsstätte. Umwegstrecken zum Abholen der Mitfahrer werden für die Berechnung der Entfernungspauschale ignoriert.

Park & Ride

Auch bei Park & Ride, wenn Du also beispielsweise mit dem Auto zum Bahnhof und von dort mit öffentlichen Verkehrsmitteln weiter zur Arbeit fährst, ist für die Berechnung der Entfernungspauschale die kürzeste Straßenverbindung maßgeblich. Dabei gilt:

  • Die mit dem Pkw gefahrene Teilstrecke wird voll angesetzt und in die Spalte davon mit eigenem oder zur Nutzung überlassenem Pkw zurückgelegt auf Seite 2 der Anlage N eingetragen.

  • Der verbleibende Teil der maßgebenden Entfernung ist die Teilstrecke, die auf die öffentlichen Verkehrsmittel entfällt. Diese trägst Du in die Spalte davon mit öffentl. Verkehrsmitteln, ..... zurückgelegt auf Seite 2 der Anlage N ein.

Unfall auf dem Weg zur Arbeit

Unfallkosten, sagen die Steuerrechtler, teilen das rechtliche Schicksal der Fahrtkosten. Will heißen: So wie die Fahrtkosten behandelt werden, werden auch die durch einen Unfall verursachten Kosten behandelt. Passiert also auf einer Fahrt, die als Werbungskosten abgezogen werden darf, ein Unfall, dann gibst Du auch die Unfallkosten bei den Werbungskosten an.

Die berufliche Fahrt beginnt mit Verlassen der Wohnung und endet mit der Rückkehr dorthin, solange sie nicht aus privaten Gründen unterbrochen wird. Als Unfallkosten absetzbar sind daher auch Aufwendungen zur Beseitigung von Schäden, die an einem vor der Arbeitsstelle geparkten Pkw entstehen.

Zu den Werbungskosten gehören dann alle Aufwendungen, die Dir im Zusammenhang mit einem Unfall auf einer beruflichen Fahrt entstehen, soweit sie nicht erstattet werden. Die Kosten werden also nicht etwa anteilig gekürzt, weil das Auto auch privat genutzt wird.

Die abzugsfähigen Unfallkosten trägst Du in der Steuererklärung in einer Zeile unter Weitere Werbungskosten / Sonstiges ... auf Seite 2 der Anlage N ein. Die Kosten ermittelst Du am besten in einer gesonderten Aufstellung, die Du der Steuererklärung beilegst. Einen Mustervordruck, mit dem Du Unfallkosten einfach und vollständig in der Steuererklärung geltend machen kannst, findest Du unter www.steuertipps.de im Bereich Service / Checklisten.

Übrigens: Wenn Du in der Mittagspause von Deiner Arbeitsstätte nach Hause oder fährst oder in ein Restaurant, um dort zu Mittag zu essen, dann sind weder die Fahrtkosten noch die Aufwendungen infolge eines Unfalls als Werbungskosten absetzbar!

Versicherungen

der Unterschied zwischen privaten und betrieblichen Risiken, Berufsunfähigkeitsversicherung, Arbeitslosenversicherung, Reisegepäckversicherung, Unfallversicherung, Kranken(zusatz)versicherung, wenn der Arbeitgeber Kosten übernimmt usw.

Für die Steuererklärung musst Du zwischen Versicherungen, die berufliche Risiken abdecken, und Versicherungen, die private Risiken abdecken, unterscheiden. Je nach dem, in welche Kategorie eine Versicherung fällt, können die Beiträge als Werbungskosten oder als Sonderausgaben absetzbar sein:

berufliches Risiko = Werbungskosten

privates Risiko = Sonderausgaben

  • Rechtsschutzversicherung (Arbeitsrechtsschutz),

  • Unfallversicherung (für ausschließlich berufliche Unfälle),

  • Berufshaftpflichtversicherung,

  • Diensthaftpflichtversicherung für öffentlich Bedienstete

  • gesetzliche Renten-, Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung,

  • private Kranken- und Pflegeversicherungen,

  • Erwerbs- und Berufsunfähigkeitsversicherungen,

  • Unfall- und Haftpflichtversicherungen,

  • Lebensversicherungen (nur unter bestimmten Voraussetzungen)

  • Kfz-Haftpflichtversicherung

Manche Versicherungen decken sowohl berufliche als auch private Risiken ab, zum Beispiel könnte der Arbeitsrechtsschutz in einer größeren Rechtsschutzversicherung enthalten sein. Die Kosten werden in der Steuererklärung dann auf Werbungskosten und Sonderausgaben aufgeteilt.

Wir beschreiben im Folgenden kurz die Möglichkeiten, wie Du die in der Tabelle genannten Versicherungen zum Steuern sparen nutzen kannst. Am Ende des Beitrags gibt es noch ein Sammelsurium an weiteren, mehr oder weniger verbreiteten Versicherung (z. B. Versicherung gegen Diebstahl und Beschädigung von Arbeitsmitteln, Reisegepäckversicherung).

Unfallversicherung

Werden mit der Unfallversicherung ausschließlich berufliche Unfälle versichert, sind die Versicherungsbeiträge in voller Höhe Werbungskosten. Berufliche Unfälle sind z. B. Unfälle im Betrieb oder auf dem Weg zur Arbeit.

Bei Unfallversicherungen, die sowohl berufliche als auch private Unfälle abdecken, gilt das oben gesagte zur Aufteilung auf Werbungskosten und Sonderausgaben: Der Anteil, der auf die Absicherung gegen berufliche Unfälle entfällt, ist als Werbungskosten abziehbar. Den Anteil, der auf die Versicherung von privaten Unfällen entfällt, setzt Ihr bei den Sonderausgaben ab.

Mit welchem Anteil am Gesamtbeitrag die beruflichen Risiken versichert sind, kann Dir Deine Versicherung bescheinigen. Diese Bescheinigung legst Du dem Finanzamt zusammen mit der Steuererklärung vor.

Falls Du keine Bescheinigung der Versicherung vorlegen kannst, erkennt das Finanzamt die Versicherungsbeiträge auch ohne Nachweis an: Vom Versicherungsbeitrag für Deine Unfallversicherung kannst Du dann pauschal jeweils die Hälfte bei den Werbungskosten und den Sonderausgaben eintragen.

Rechtsschutzversicherung

Insbesondere Familien-Rechtsschutzversicherungen bieten neben der Absicherung privater Risiken auch die Abdeckung beruflicher Risiken an (also Arbeitsrechtsschutz). In diesen Fällen muss der Versicherungsbeitrag aufgeteilt werden – allerdings mit einem ungünstigeren Ergebnis als bei der Unfallversicherung:

  • der Beitrag für den Arbeitsrechtsschutz gehört zu den Werbungskosten,

  • der Beitragsanteil, der auf die Absicherung privater Risiken entfällt, darf in der Steuererklärung nicht angegeben werden, reduziert also nicht Deine Steuern.

Wie hoch der Prämienanteil für den Arbeitsrechtsschutz ist, weist Du dem Finanzamt durch eine Bescheinigung der Versicherungsgesellschaft nach. Ohne Nachweis darfst Du keine Kosten machen – es gibt hier keine Regelung mit Pauschalen, so wie es oben bei der Unfallversicherung der Fall ist.

Nicht in der Steuererklärung angegeben werden dürfen außerdem

  • Beiträge zu einer Verkehrs-Rechtsschutzversicherung;

  • Beiträge zum Straf- und Steuerrechtsschutz.

Berufshaftpflichtversicherung

Es gibt Berufe, bei denen man eine Berufshaftpflichtversicherung abschließen muss, z. B. Steuerberater und Rechtsanwalt. Ohne Berufshaftpflichtversicherung darf man diese Berufe nicht ausüben. Daher ist auch klar: Die Ausgaben für diese Versicherung sind zu 100 % beruflich bedingt – und daher bei angestellten Rechtsanwälten und Steuerberatern auch zu 100 % als Werbungskosten absetzbar. (Bei selbstständigen Rechtsanwälten und Steuerberatern handelt es sich um sogenannte Betriebsausgaben. Das Ergebnis – die volle steuerliche Anerkennung – ist das gleiche.)

Diensthaftpflichtversicherung

Wer im öffentlichen Dienst arbeitet (z. B. Lehrer, Beamte) kann eine Diensthaftpflichtversicherung abschließen, die berufliche Haftungsrisiken abdeckt. Wird diese Versicherung separat zu einer Privathaftpflichtversicherung mit einem eigenen Versicherungsvertrag abgeschlossen, gehören die Beiträge in voller Höhe zu den Werbungskosten.

Beinhaltet eine Haftpflichtversicherung die Absicherung privater und beruflicher Risiken, muss der Beitrag aufgeteilt werden:

  • der Beitrag für die Absicherung beruflicher Risiken gehört zu den Werbungskosten,

  • der Beitragsanteil, der auf die Absicherung privater Risiken entfällt, wird bei den Sonderausgaben eingetragen.

Für die Aufteilung brauchst Du auch hier einen Nachweis der Versicherung darüber, wie hoch der jeweilige Anteil ist. Ohne diesen Nachweis kannst Du Deine Versicherungsbeiträge steuerlich nicht geltend machen.

gesetzliche Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung

Beiträge zur gesetzlichen Arbeitslosenversicherung, zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung sind Sonderausgaben: Den auf der Lohnsteuerbescheinigung als Arbeitnehmerbeitrag eingetragenen Betrag schreibst Du in Deine Steuererklärung.

private Kranken- und Pflegeversicherungen

Im Rahmen der Sonderausgaben absetzbar sind

  • die Beiträge für eine Basis-Krankenversicherung und

  • die Beiträge für die gesetzliche Pflege-Pflichtversicherung (soziale Pflegeversicherung und private Pflege-Pflichtversicherung).

Die Basisabsicherung der privaten Krankenversicherung entspricht mehr oder weniger dem Niveau der gesetzlichen Krankenversicherung. Beiträge für eine darüber hinausgehende Versorgung sind erst einmal nicht begünstigt. Das sind vor allem

  • Beiträge für eine Chefarztbehandlung oder ein Einbettzimmer im Krankenhaus;

  • Beiträge und Beitragsanteile, die der Finanzierung des Krankengeldes dienen;

  • Beiträge für zusätzlich abgeschlossene private Pflegeversicherungen,

  • Krankentagegeld-, Krankenhaustagegeld- oder Krankengeldversicherungen,

  • Auslandskrankenversicherungen (Reisekrankenversicherungen) und

  • Kurkostenversicherungen.

Aber: Durch die Hintertür kannst Du auch diese Beiträge eventuell zum Steuer sparen nutzen. Denn sie sind als sogenannte weitere sonstige Vorsorgeaufwendungen absetzbar. Sie wirken sich aber nicht immer steuermindernd aus.

Beiträge zu diesen Wahlleistungen und Zusatzversicherungen trägst Du in der Steuererklärung in der Anlage Vorsorgeaufwand in Zeile 30 (gesetzliche Krankenversicherung) oder Zeile 35 / 36 (private Versicherung) ein.

Erwerbs- und Berufsunfähigkeitsversicherungen

Beiträge zur Berufsunfähigkeitsversicherung sind Sonderausgaben.

Kfz-Haftpflichtversicherung

Die Kfz-Haftpflichtprämie gibst Du komplett bei den Sonderausgaben an. Eine Ausnahme gilt nur für den auf dienstliche Fahrten bei Auswärtstätigkeit: Der Prämienanteil, der hierauf entfällt, geht in den tatsächlichen Kilometer-Kostensatz bei Dienstreisen ein oder ist mit der Reisekostenpauschale abgegolten – und darf daher nicht in Deiner Steuererklärung auftauchen.

Lebensversicherungen und private Rentenversicherungen (mit und ohne Kapitalwahlrecht)

Beiträge zu Kapitallebensversicherungen und privaten Rentenversicherungen sind eigentlich auch Sonderausgaben – eigentlich deshalb, weil das nur noch für Altverträge gilt, die vor 2005 abgeschlossen wurden. Das heißt: Bis spätestens 31.12.2004 muss die Laufzeit des Vertrages begonnen haben und mindestens ein Versicherungsbeitrag eingezahlt worden sein. Das trifft bei Dir vermutlich nicht zu, daher gehen wir an dieser Stelle nicht näher auf die Abzugsmöglichkeiten ein.

Sonstige Versicherungen

Man kann sich gegen fast alles versichern – und manche Beiträge dieser weiteren unzähligen Versicherungen sind Werbungskosten: Das ist dann der Fall, wenn sich die Versicherung auf Gegenstände bezieht, mit deren Hilfe Du steuerpflichtige Einnahmen erzielst. Anders ausgedrückt: Wenn Sachen versichert sind, die Du für den Beruf brauchst, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Du die Versicherungsbeiträge in der Steuererklärung bei den Werbungskosten angeben darfst. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Beiträge zu einer Versicherung gegen Diebstahl und Beschädigung von Arbeitsmitteln;

  • Beiträge zu einer Reisegepäckversicherung, die auf das Risiko bei Auswärtstätigkeiten beschränkt ist;

  • die anteilig auf ein steuerlich anerkanntes häusliches Arbeitszimmer entfallenden Beiträge zu Hausrat- und Gebäudeversicherungen.

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