In diesen Fällen lohnt sich für Dich eine Steuererklärung!

Im besten Fall finanziert Dir die Steuererklärung das Studium – das wär doch was, oder? Aber selbst, wenn das durch eine Steuererklärung gewonnene Geld nicht für die im Studium entstehenden Kosten ausreicht, geht es um eine Menge Geld.

Es lohnt sich also, sich mit dem Thema Steuererklärung zu beschäftigen. Die ist gar nicht so schwierig, wie viele Leute behaupten. Insbesondere als Student wirst Du oft in weniger als einer Stunde mit der Steuererklärung fertig sein.

Für Studenten haben wir → hier eine kostenlose Sonder-Ausgabe unserer Steuererklärungs-Software zusammengestellt – darin findest Du genau die Formulare, die Du abgeben musst. Nicht mehr und nicht weniger. Ganz einfach und übersichtlich am Bildschirm auszufüllen.

Mit oder ohne Job – das ist steuerlich ein Unterschied

Studenten ohne Einnahmen, mit Minijob, mit sozialversicherungspflichtigem Job, was gilt bei Selbstständigkeit

Wie das Finanzamt Dich steuerlich behandelt, hängt davon ab, ob Du neben Deinem Studium noch Einnahmen hast oder nicht. Die Einnahmen können zum Beispiel aus einem 450-Euro-Job kommen, aus einer selbstständigen Tätigkeit, im Rahmen eines Dualen Studiums entstehen usw.

Für jeden dieser Fälle haben wir ein eigenes Kapitel geschrieben. Bevor Du jetzt gleich dort hinspringst, solltest Du aber auch diese Einleitung bis zum Schluss lesen – denn manche Dinge sind für alle Studenten gleich. Wir haben Sie deshalb nur einmal aufgeschrieben.

Schauen wir doch mal, in welche Kategorie von Student Du fällst:

Bitte lesen: Wichtige Infos, die alle Studenten betreffen

Erst- und Zweitausbildung, Unterbrechung des Studiums, Werbungskosten, Sonderausgaben, welche Kosten beim Sparen helfen

Ein wichtiger Teil der Informationen ist für alle Studenten gleich. Wir schreiben das darum hierher und in den Kapiteln nur noch Besonderheiten.

In den Formularen für die Steuererklärung gibt es verschiedene Rubriken, in die Du deine Ausgaben eintragen kannst. Im Zusammenhang mit den Kosten für Dein Studium musst Du Dich mit den Rubriken Sonderausgaben und Werbungskosten beschäftigen.

Faustregel: Für eine erste Ausbildung machst Du Sonderausgaben geltend, für eine zweite Ausbildung Werbungskosten.

Was das finanziell bedeutet, erklären wir Dir später. Erst einmal schauen wir, ob Du eine Erstausbildung machst oder eine Zweitausbildung.

Erstausbildung oder Zweitausbildung?

Bei der Definition von Erst- und Zweitausbildung gab es in den letzten Jahren viel Streit. Seit 2015 ist der Begriff gesetzlich definiert. Es gilt: Eine Erstausbildung liegt vor, wenn

  • eine geordnete Ausbildung (staatlich anerkannte Ausbildung oder Studium, das auf der Grundlage von Rechts- oder Verwaltungsvorschriften oder internen Vorschriften eines Bildungsträgers durchgeführt wird)

  • mit einer Mindestdauer von 12 Monaten

  • bei vollzeitiger Ausbildung (durchschnittliche Dauer von mindestens 20 Stunden wöchentlich) und

  • mit einer Abschlussprüfung

durchgeführt wird.

Wichtig ist vor allem, dass die Ausbildung berufliche Fertigkeiten und Kennnisse vermittelt, die zur Ausübung qualifizierter beruflicher Tätigkeiten befähigen. Dazu muss eine Berufsausbildung

  • Beginn und Abschluss zeitlich festlegen,

  • definierte Ausbildungsziele aufweisen und

  • nach einem festen Lehrplan erfolgen.

Keine Berufsausbildungen sind zum Beispiel

  • Anlerntätigkeiten,

  • Betriebspraktika,

  • Kurse zur Berufsorientierung oder -vorbereitung,

  • Kurse zur Erlangung von Führerscheinen oder

  • Grundausbildung bei der Bundeswehr.

Ein Studium nach vorheriger Berufsausbildung ist eine Zweitausbildung.

Ebenfalls in die Rubrik Zweitausbildung gehört das Referendariat vom Lehrern und Juristen, da es das Staatsexamen voraussetzt – welches dann also der Abschluss der Erstausbildung war.

Für Studenten an einer Dualen Hochschule gilt:

  • Duales Studium ohne Lehre davor: das Duale Studium ist die erste Ausbildung.

  • Duales Studium mit Lehre davor: das Duale Studium ist die zweite Ausbildung, die lehre war die erste Ausbildung.

  • Duales Studium und anschließend Universitäts-Studium: das Duale Studium ist die erste Ausbildung, das Uni-Studium die zweite.

Studium unterbrochen oder Fach gewechselt?

Wenn Du keine andere Erstausbildung (z. B. Lehre) gemacht hast, handelt es sich bei Deinem Studium auch dann um die erste Ausbildung, wenn Du das Studium nach einer Unterbrechung wieder aufnimmst oder das Studienfach ohne einen Abschluss wechselst.

Wenn Du ein Studium oder eine Ausbildung ohne Abschluss abbrichst, zählt das nicht als erste Berufsausbildung. Du fängst also beim nächsten Versuch wieder mit Ausbildung Nr. 1 an.

Studium oder Ausbildung im Ausland

Wenn Du ein Studium im Ausland abgeschlossen hast und der Abschluss in Deutschland anerkannt wird, zählt das als Erststudium. In welchem Land Du studierst hast, ob innerhalb der EU oder außerhalb, spielt keine Rolle. Studierst Du danach noch einmal in Deutschland, ist das Deine zweite Ausbildung.

Eine Lehre oder eine andere Berufsausbildung im Ausland wird dagegen nur anerkannt, wenn Du sie in einem Mitgliedstaat der EU, in Norwegen, Liechtenstein, Island oder der Schweiz absolviert hast. Ein Studium nach einer solchen Lehre / Ausbildung ist eine zweite Ausbildung. Oder umgekehrt: Hast Du außerhalb der EU (plus Norwegen, Liechtenstein, Island, Schweiz) eine Lehre / Ausbildung gemacht und studierst anschließend in Deutschland, betrachtet das Finanzamt dieses Studium als die erste Ausbildung.

Übersicht

Erste Ausbildung

Zweite Ausbildung

  • erste Lehre oder Berufsausbildung, die in Deutschland oder einem anderen Mitgliedstaat der EU, in Norwegen, Liechtenstein, Island oder der Schweiz absolviert wird

  • Erststudium (egal in welchem Land)

  • Studium nach einer Ausbildung (Lehre),

  • Masterstudium nach einem Bachelorstudium,

  • Zweitstudium.

Werbungskosten und Sonderausgaben: Was ist das?

Das Finanzamt beteiligt sich an den Kosten Deiner Ausbildung, unterscheidet aber, ob es sich um die erste oder zweite Ausbildung handelt.

Diese Unterscheidung bedeutet einen enormen finanziellen Unterschied, denn die Kosten gehören in unterschiedliche Bereiche der Steuererklärung:

  • Kosten einer Zweitausbildung sind in unbegrenzter Höhe sogenannte Werbungskosten.

  • Aufwendungen für eine erste Berufsausbildung sind bis maximal 6.000 € pro Jahr als sogenannte Sonderausgaben abzugsfähig.

Im Gegensatz zu Werbungskosten können Sonderausgaben außerdem nicht in spätere Jahre vorgetragen werden – sie helfen also nur dann beim Steuern sparen, wenn sie im Jahr ihrer Entstehung mit Einkünften verrechnet werden können (mehr zum Thema Verlustvortrag findest Du → hier – das ist insbesondere dann wichtig, wenn Du studierst, aber keine Einnahmen hast).

Werbungskosten und Sonderausgaben: Definitionen

Das Einkommensteuergesetz definiert Werbungskosten als Aufwendungen zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung der Einnahmen. Dazu gehören alle Aufwendungen, die durch den Beruf veranlasst sind. Ein beruflicher Anlass ist gegeben, wenn ein objektiver Zusammenhang mit dem Beruf besteht und die Aufwendungen subjektiv zur Förderung des Berufs getätigt werden. Das trifft auf ein Studium ohne Zweifel zu – schließlich willst Du mit den Kenntnissen aus dieser Ausbildung später Geld verdienen!

Sonderausgaben sind Aufwendungen, die eigentlich privat veranlasst sind und mit dem Job nichts zu tun haben, ausnahmsweise aber zum Steuern sparen genutzt werden dürfen. Das Einkommensteuergesetz zählt auf, welche Arten von Ausgaben zu den Sonderausgaben gehören. Es gibt verschiedene Untergruppen – Kosten für eine erstmalige Berufsausbildung oder ein Erststudium gehören zu den allgemeinen Sonderausgaben.

Es geht also genau genommen nicht um verschiedene Arten von Ausgaben, sondern darum, in welches Feld des Steuerformulars der Betrag geschrieben wird. Und ob alles verrechnet wird oder nur maximal 6.000 € (was erst einmal viel klingt, aber mit Miete, Büchern und Fahrtkosten kann man das schnell zusammenbekommen!).

Abziehbar – entweder als Sonderausgaben oder als Werbungskosten – sind im Rahmen einer Ausbildung zum Beispiel die Kosten für die Fahrt von Deiner Wohnung zur Uni oder Hochschule, Studienliteratur und Fachbücher aus Deinem Fachbereich sowie unter bestimmten Umständen sogar die Miete für Dein Zimmer in einer WG oder einem Studentenwohnheim. Was im Einzelnen dazu gehört, erklären wir → hier.

Werbungskosten und Sonderausgaben belasten erst einmal den eigenen Geldbeutel, führen aber zu einer Steuerersparnis: Sie werden von Deinen Einnahmen aus nichtselbstständiger Arbeit (Bruttoarbeitslohn) abgezogen. Versteuern musst Du dann nur den verbleibenden Betrag.

Steuerliche Behandlung von Kosten einer Erstausbildung

Die Regelungen zum Sonderausgabenabzug im Bereich der Erstausbildung sind umstritten. Konkret wird darüber gestritten, ob Kosten der beruflichen Bildung tatsächlich der privaten Lebensführung zugeschrieben werden können – wie es ja aktuell bei den Kosten für die erste Ausbildung gemacht wird.

Nach der geltenden Gesetzeslage sind also die Kosten für eine Erstausbildung keine Werbungskosten, sondern gehören zu den Sonderausgaben. Zur Erinnerung: Im Gegensatz zu Werbungskosten können Sonderausgaben nicht in spätere Jahre vorgetragen werden – sie helfen also nur dann beim Steuern sparen, wenn sie im Jahr ihrer Entstehung mit Einkünften verrechnet werden können (das ist schlecht, wenn man keine Einkünfte hat, dann spart man nämlich nichts). Zudem sind sie auf 6.000 € im Jahr begrenzt, während Werbungskosten in unbeschränkter Höhe geltend gemacht werden können.

Wenn Du Student bist und Einnahmen hast (zum Beispiel aus einen sozialversicherungspflichtigen Nebenjob oder aus einer selbstständigen Tätigkeit), dann ist zwar die Grenze von 6.000 € ärgerlich, aber immerhin kannst Du prinzipiell Ausgaben geltend machen, sie mit Deinen Einnahmen verrechnen und musst so einen geringeren Betrag versteuern.

Wenn Du keine Einnahmen hast oder nur einen 450-Euro-Job, dann gehst Du leer aus: Es gibt ja keine Einnahmen, von denen Du Deine maximal 6.000 € Sonderausgaben abziehen kannst. Du hast aber trotzdem noch eine Chance, Geld vom Finanzamt zurück zu bekommen. Wie das geht, kannst Du → hier nachlesen.

Die Kosten der Berufsausbildung kann nur derjenige als Sonderausgaben abziehen, der die Ausbildung absolviert. Wenn Dein Studium also von Deinen Eltern bezahlt wird, dann können diese die Kosten nicht in ihrer Steuererklärung geltend machen. Fürs Finanzamt könnt ihr aber gemeinsam überlegen, ob es möglich ist, dass Du selbst für die Dein Studium aufkommst – und die Eltern zum Beispiel einfach nur Unterhalt bezahlen (den Du frei verwenden darfst – also zum Beispiel für Semesterticket, Lehrbücher usw.).

Steuerliche Behandlung von Kosten einer Zweitausbildung

Dieser Fall ist völlig unproblematisch und bringt Dir steuerlich nur Vorteile: Die Kosten für eine Zweitausbildung sind immer Werbungskosten.

Diese Kosten sparen Steuern!

Grundsätzlich fallen natürlich bei allen Studenten mehr oder weniger die gleichen Kosten an: Fahrtkosten, Bücher fürs Studium, Laptop, Miete im Studentenwohnheim oder für ein WG-Zimmer usw. Was zu den Studienkosten gehört und von Dir in der Steuererklärung (bzw. Verlustfeststellung) eingetragen werden kann, haben wir in einem eigenen Beitrag zusammengefasst, den Du → hier findest.

Wichtig: Du musst dem Finanzamt gegenüber nachweisen, dass Du dieses Geld tatsächlich ausgegeben hast. Hebe also jeden Beleg und jede Quittung auf.

Wenn Dir keine Kosten entstanden sind, kannst Du nichts in der Steuererklärung angeben.

Lara wird von ihrem Vater zu einem Wochenendseminar gefahren. Ihr entstehen dabei keine Kosten. Konsequenz: Sie kann für diese Fahrt keine Werbungskosten absetzen.

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