Wer Dir bei der Steuererklärung helfen darf – und wem Du dabei helfen darfst

Ein Steuerberater kostet Geld, und so ist es nahliegend, dass man sich erst einmal selbst mit der eigenen Steuererklärung beschäftigt – und vielleicht auf ein paar Tipps und Hilfe von Eltern, Freunden oder Kommilitonen hofft. Leider darf nicht jeder offiziell bei der Steuererklärung helfen.

Das Steuerberatungsgesetz ist sehr streng und schreibt genau vor, wer bei der Erstellung einer Steuererklärung helfen darf. Für Dich interessant sind vor allem Steuerberater, Steuerbevollmächtigte und Rechtsanwälte sowie Lohnsteuerhilfevereine. Und natürlich Deine Eltern und andere Familienmitglieder, denn die beschäftigen sich ja auch schon seit ein paar Jahren mit dem Thema!

Hilfe von Angehörigen, Freunden, Kollegen und Kommilitonen

wer helfen darf und wer nicht, kostenlose Hilfe

Dass sich Angehörige ohne Bezahlung gegenseitig bei der Steuererklärung helfen, erlaubt sogar das sonst so strenge Steuerberatungsgesetz.

Wem Du helfen darfst und wer Dir helfen darf:

Für diese Angehörigen darfst Du die Steuerformulare ausfüllen (und umgekehrt). Ihr könnt Euch dann auch auf der letzten Seite des vierseitigen Mantelbogens als Mitwirkender zu erkennen geben (Verwandtschaftsverhältnis angeben!) und Euch im Namen des Angehörigen schriftlich oder telefonisch mit dem Finanzamt in Verbindung setzen.

Kommilitonen, Arbeitskollegen oder Freunden bei der Steuererklärung zu helfen ist eine Ordnungswidrigkeit – egal ob mit oder ohne Bezahlung. Wer erwischt wird, zahlt bis zu 5.000 € Strafe. Oft entdeckt das Finanzamt die unerlaubte Hilfe, weil der Arbeitskollege oder Freund die Kosten dafür in seiner Steuererklärung als Steuerberatungskosten angibt. Das solltest Du also unbedingt vermeiden!

Ein gelegentlicher Tipp ist natürlich noch keine Ordnungswidrigkeit. Aber regelmäßige Hilfe und tatkräftige Unterstützung akzeptiert das Finanzamt nicht.

Was macht ein Lohnsteuerhilfeverein?

wer dort Hilfe bekommt und wen der Lohnsteuerhilfeverein nicht beraten darf, Kosten

Lohnsteuerhilfevereine (manchmal liest man auch Lohnsteuerberatungsstellen) helfen ihren Mitgliedern zum Beispiel bei der Einkommensteuererklärung sowie bei Fragen und Anträgen rund um Kindergeld und Unterhalt. Sie dürfen nur Angestellten helfen, Selbstständigen nicht.

Als Mitglied eines Lohnsteuerhilfevereins zahlst Du einen Jahresbeitrag, der oft von der Höhe Deiner Einnahmen abhängt – wer wenig verdient, zahlt also nur einen geringen Beitrag. Manchmal kommt noch eine Aufnahmegebühr dazu, die aber normalerweise nicht sehr hoch ist (ungefähr 10 bis 20 €). Die Kosten sind insgesamt deutlich niedriger als bei einem Steuerberater.

Die Mitarbeiter des Lohnsteuerhilfevereins stehen Dir ohne einen weiteren Aufpreis das ganze Jahr zur Seite: Sie beraten, erstellen Deine Steuererklärung, berechnen, was Du zurückbekommst (oder nachzahlen musst), prüfen den Steuerbescheid, legen Einspruch ein, wenn der Steuerbescheid Fehler enthält und legen sogar Klage vor dem Finanzgericht ein, falls das nötig erscheint.

In den Lohnsteuerhilfevereinen arbeiten normalerweise keine Steuerberater, sondern zum Beispiel Steuerfachwirte oder Betriebswirte. Lohnsteuerhilfevereine werden durch eine Aufsichtsbehörde anerkannt und überwacht.

Übrigens: Auch manche Berufsvertretungen helfen ihren Mitgliedern bei der Erstellung der Steuererklärung in bestimmtem Umfang. Wenn Du also z. B. Mitglied in einer Gewerkschaft bist, erkundige Dich, ob es dort einen Lohnsteuerservice gibt, der Dir helfen kann.

Hilfe von Steuerberatern, Steuerbevollmächtigten und Rechtsanwälten

wann es sich lohnt und was das kostet

Der Steuerberater oder Rechtsanwalt ist die kostspieligste Hilfe, die Du Dir holen kannst – aber bei komplizierten Fällen durchaus sein Geld wert.

Die Bezahlung des Steuerberaters (und auch eines Steuerbevollmächtigten und einer Steuerberatungsgesellschaft) hängt ab von der Höhe Deines Einkommens und dem Umfang der zu bearbeitenden Sachverhalte. Eine umfangreiche Steuererklärung mit vielen Posten ist teurer als eine einfache Standarderklärung, bei der nur der Mantelbogen und die Anlage N gebraucht werden.

Bei seiner Preisliste muss sich der Steuerberater an die Steuerberatervergütungsverordnung halten (früher hieß sie Steuerberatergebührenverordnung, vielleicht habt Ihr das schon einmal irgendwo gelesen oder gehört). Für Rechtsanwälte gilt das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz. Dieses ist ähnlich wie die Steuerberatervergütungsverordnung aufgebaut, sodass wir im folgenden Text einfach nur noch von der Steuerberatervergütungsverordnung sprechen.

Um die Kosten anhand der Steuerberatervergütungsverordnung selbst zu ermitteln, ist einiges an Rechenarbeit erforderlich. Denn in Tabelle A / Anlage 1 der Verordnung steht immer die volle Gebühr, die für einen (in Euro angegebenen) Gegenstandswert in Rechnung gestellt werden darf. Für die Erstellung einer Steuererklärung bekommt der Steuerberater aber zum Beispiel nur einen Teil dieser Gebühr – das wiederum steht in § 24 der Verordnung. Und vor der eigentlichen Erstellung – also dem bloßen Ausfüllen der Formulare – muss der Steuerberater ja auch schon gearbeitet haben, für das er natürlich auch Geld verlangen darf.

Dein Einkommen beträgt 30.000 € und Du hast einen ganz einfachen Steuerfall: nur dieses Einkommen aus einer Tätigkeit als Angestellter und dazu ein paar Werbungskosten, zum Beispiel für die Fahrt zur Arbeit.

Für diesen Gegenstandswert von 30.000 € liegt die volle Gebühr laut Tabelle bei 796 €. Für die Anfertigung der Steuererklärung bekommt der Steuerberater 1 / 10 bis 6 / 10 der vollen Gebühr (je nachdem, wie schwierig die Steuererklärung war), also mindestens 79,60 € und höchstens 477,60 €. In der Praxis werden viele Fälle als irgendwie mittelschwer eingestuft und mit 3,5 / 10 abgerechnet – hier also 278,60 €.

Bevor er die Steuererklärung anfertigt, muss der Steuerberater ausrechnen, wie viel Du versteuern musst – also im einfachsten Fall die Werbungskosten und ein paar Pauschalen von Deinen Einnahmen abziehen. Die Gebühr für die Ermittlung des Überschusses der Einnahmen über die Werbungskosten beträgt 1 / 20 bis 12 / 20 einer vollen Gebühr nach Tabelle A (Anlage 1). Das kommt auf die Erstellungskosten noch drauf. Außerdem kommen noch Auslagen für Porto, Kopien und Ähnliches sowie die Umsatzsteuer (19 %) dazu.

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