Öffnungsklausel: Wer darf auf die niedrigere Besteuerung seiner Rente hoffen?

 - 

Ab dem Jahr 2005 werden alle Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung höher besteuert - Altersrenten, Erwerbsminderungsrenten und auch Hinterbliebenenrenten. Eine Ausnahme gibt es nur durch die »Öffnungsklausel« (§ 22 Nr. 1 Satz 3 Buchstabe a Doppelbuchstabe bb Satz 2 EStG).

Wer kann von der Öffnungsklausel Gebrauch machen?

Voraussetzung ist, dass Sie vor dem Jahr 2005 in mindestens zehn Jahren Beiträge über dem Höchstbeitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung gezahlt haben. Dann wird nur der Teil der Rente höher besteuert, der auf den Beitragszahlungen unterhalb des Höchstbeitrages beruht. Der andere Teil der Rente wird dagegen mit dem wesentlich günstigeren Ertragsanteil besteuert.

Höchstbeitrag ist die Summe des Arbeitgeberanteils und des Arbeitnehmeranteils zur gesetzlichen Rentenversicherung.

Eine Aufstellung der maßgeblichen Höchstbeiträge für die Jahre 1927 bis 2004 finden Sie in diesem Beitrag.


Es reicht übrigens nicht aus, dass Sie mit Ihrem Gehalt über der jeweiligen Beitragsbemessungsgrenze lagen. Sie müssen tatsächlich Beiträge über dem Höchstbeitrag gezahlt haben. Dabei kommt es nicht darauf an, für welche Jahre, sondern dass Sie mindestens in zehn Jahren Beiträge über dem Höchstbetrag gezahlt haben. Die Jahre müssen nicht unmittelbar aufeinander folgen. Für Angestellte bestand diese Möglichkeit allerdings nur bis zum Jahr 1997 durch die Höherversicherung nach § 234 SGB VI.

Sie erfüllen die Voraussetzungen - was müssen Sie tun?

Betroffen sein können Bestandsrentner und auch künftige Rentner. Kommt für Sie die Öffnungsklausel infrage, müssen Sie einmalig einen formlosen Antrag bei Ihrem zuständigen Finanzamt stellen. Dies können Sie mit Abgabe der Steuererklärung für 2005 tun.

Neurentner sollten beachten, dass der Antrag nicht vor Beginn der Rentenzahlungen gestellt werden kann. Beifügen müssen Sie eine Bescheinigung des Rentenversicherungsträgers, aus der die in den einzelnen Jahren geleisteten Beiträge ersichtlich sind (BMF-Schreiben vom 24.2.2005, BStBl. 2005 I S. 429 Tz. 121-138).

Weitere News zum Thema

  • Für Hinterbliebenenrente: Heiratsvermerk erforderlich

    [] Hinterbliebenenrenten werden – genau wie Altersrenten – nicht automatisch gezahlt, sondern nur auf Antrag. Wer eine Hinterbliebenenrente beantragt, muss dabei belegen, dass sein Ehepartner bzw. eingetragener Lebenspartner verstorben ist. Dazu reicht der Totenschein nicht. Es bedarf einer Sterbeurkunde. mehr

  • Witwenrente: Wann wird Rentenfreibetrag neu berechnet?

    [] Wie bei allen Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung ist auch bei der gesetzlichen Witwen-/Witwerrente der Teil der Rente steuerpflichtig, der über dem Rentenfreibetrag liegt. Dieser im Jahr nach dem Rentenbeginn (bzw. im Jahr 2005) festgesetzte Betrag gilt in dieser Höhe grundsätzlich für die gesamte Laufzeit der Rente. Doch es gibt Ausnahmen. mehr

  • BSG: Zweijährige Mütterrente verfassungskonform

    [] Die Mütterrente für erziehende Elternteile, deren Kind vor 1992 geboren wurde, wurde ausgebaut. Nun hat das Bundessozialgericht (BSG) eine Entscheidung zur Mütterrente-Regelung vom Juli 2014 getroffen. mehr

  • Solarstrom kann Rente mindern

    [] Der Klimawandel macht allem Anschein nach in Deutschland Solarstromanlagen profitabler. Wer eine solche Anlage betreibt, sollte allerdings auch Nebenwirkungen auf Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung im Blick haben. mehr

  • Internet-Rechner zu Flexi-Rente und Hinzuverdienst

    [] Die Kombination von Teilzeitbeschäftigung und (Teil-)Rente ist seit dem 1.7.2017 für viele ältere Arbeitnehmer attraktiver. Die Rente wird dabei anteilmäßig gemindert, wenn der kalenderjährliche Hinzuverdienst über 6.300,– € brutto steigt. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.