Investition in Rente: Eher für Gutverdiener ratsam

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Einzahlungen in die gesetzliche Rente (ohne Arbeitgeberbeteiligung) rentieren sich erst nach etwa 18 Jahren, bei privaten Renten kommt man derzeit erst nach rund 30 Jahren zu einem Plus. Lohnt sich das? – lautet dabei naturgemäß eine naheliegende Frage. Immerhin ist das Leben endlich.

Eine aktuelle Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) belegt eines sehr deutlich: Statistisch gesehen lohnen sich solche Einzahlungen für Gutverdiener jedenfalls viel häufiger, denn die Ungleichheit zwischen Arm und Reich in Bezug auf die Lebenserwartung wächst.

Das DIW hat im Zeitverlauf untersucht, wie lange ärmere und reichere Rentner im Schnitt noch leben. Dazu analysierten die Autoren Daten der Deutschen Rentenversicherung von männlichen Rentnern. Anhand ihrer zu Rentenbeginn erreichten Rentenpunkte – also der Höhe ihrer Rente – teilten sie die Rentner in fünf Gruppen ein. Die Rentenpunkte interpretierten sie als eine Art Lebenseinkommen.

Berufsgruppen, bei denen die Höhe der gesetzlichen Rente den sozialen Status nur verzerrt wiedergibt (Selbstständige, Beamte), wurden in der Studie nicht berücksichtigt. Aus der Rentenbezugsdauer konnten die Forscher ableiten, wie lange die jeweiligen Rentner noch lebten.

Das Ergebnis: Die Lebenserwartung von Männern mit hohen Bezügen ist erheblich stärker gewachsen als die Lebenserwartung ihrer Altersgenossen mit niedriger Rente. So hatten 65-Jährige mit sehr hohen Altersbezügen im Jahr 2005 eine durchschnittliche verbleibende Lebenserwartung von knapp 19 Jahren.

Das unterste Einkommens-Fünftel dagegen erreichte den 80. Geburtstag in der Regel nicht mehr. Ihnen verblieben nach dem 65. Geburtstag im Durchschnitt nur noch knapp 15 Jahre – also vier Jahre weniger. Während dieser Unterschied noch 1997 bei ungefähr drei Jahren gelegen hatte, vergrößerte er sich bis zum Jahr 2016 weiter auf mehr als fünf Jahre.

Zwar hat die Lebenserwartung in allen Einkommensschichten zugenommen, aber während sie in der untersten Einkommensgruppe in Westdeutschland von 1997 bis 2016 lediglich um 1,8 Jahre wuchs, hat die oberste Gruppe im gleichen Zeitraum fast doppelt so viel Lebenszeit hinzugewonnen.

Im Osten ist das Plus in der obersten Einkommensgruppe mit 4,7 Jahren ebenfalls deutlich höher als in der untersten Gruppe mit drei Jahren. Nach den Ergebnissen der Studie gibt es für die Aufbesserung von niedrigen Renten durchaus gute demografische Gründe: Wer nur kurze Zeit Rente bezieht, dessen Rente sollte wenigstens höher ausfallen – könnte man argumentieren.

Klar ist jedenfalls: Zusatzvorsorge lohnt sich für Besserverdiener im Schnitt deutlich mehr als für diejenigen, die finanziell gesehen eher auf der Schattenseite des Lebens stehen.

(MS)

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