Selbstständige müssen private Telefonnutzung versteuern

 - 

Selbstständige müssen für die private Mitbenutzung des betrieblichen Telefons einen Privatanteil versteuern - oft einige Hundert Euro im Jahr. Anders dagegen Arbeitnehmer. Bei Ihnen ist die private Nutzung von betrieblichem Telefon, Internetanschluss oder Handy steuerfrei (§ 3 Nr. 45 EStG). Ein selbstständiger Rechtsanwalt klagte dagegen, weil er darin eine Verletzung des Verfassungsrechtlichen Gleichheitssatzes sah.

Der BFH sieht das leider anders (BFH-Urteil vom 21.6.2006, Az. XI R 50/05, DB 2006 S. 1816). Für die unterschiedliche steuerliche Behandlung gäbe es sachlich einleuchtende Gründe: Der Arbeitgeber habe ein finanzielles Interesse daran, die private Mitbenutzung des betrieblichen Telefons durch seine Arbeitnehmer in Grenzen zu halten. Bei einem Selbstständigen dagegen bestehe kein vergleichbarer Kontrollmechanismus. Auch liege erfahrungsgemäß das Interesse eines Unternehmers eher darin, betriebliche Einrichtungen zulasten des steuerlichen Gewinns privat zu nutzen. Deshalb durfte der Gesetzgeber die steuerfreie private Telefonnutzung auf Arbeitnehmer beschränken.

Es bleibt also dabei: Als Freiberufler oder Gewerbetreibender müssen Sie leider weiterhin einen Privatanteil für die private Telefonnutzung versteuern.


Weitere Informationen zu »Entnahmen aus dem Betriebsvermögen« finden Sie im »SteuerSparBerater business«.

Weitere News zum Thema

  • Bescheidkorrektur bei übersehenen Betriebsausgaben

    [] Wenn ein Selbstständiger erst nach Jahren bemerkt, dass er versehentlich Betriebsausgaben nicht geltend gemacht hat, kann er manchmal eine Korrektur des bereits bestandskräftigen Steuerbescheids erreichen, wie ein aktuelles Urteil des Bundesfinanzhofs zeigt. mehr

  • Überentnahmen: Kurzfristige Einlage nicht erlaubt

    [] Wenn Sie mehr aus dem Betriebsvermögen entnehmen, als Ihrem Betrieb zuvor durch Einlagen und Gewinne zugeführt worden ist, spricht man von einer Überentnahme. Für Schuldzinsen gilt dann: Soweit sie auf Überentnahmen beruhen, dürfen sie nicht abgezogen werden. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.