Typisch stille Beteiligungen richtig versteuern

 - 

Während es sich bei sogenannten atypisch stillen Beteiligungen in den meisten Fällen um Einkünfte aus Gewerbebetrieb handelt, sind die Erträge aus typisch stillen Beteiligungen in den meisten Fällen als Einkünfte aus Kapitalvermögen anzusetzen.

Bei einer typisch stillen Beteiligung ist der stille Gesellschafter an Gewinnen und Verlusten beteiligt, nicht aber an Steigerungen des Geschäfts- und Firmenwertes der Gesellschaft.

Erhält der typische stille Gesellschafter eine Gewinnzuweisung oder eine Verlustzuweisung aus seiner Beteiligung an dem Handelsgewerbe eines Dritten, sind diese Ergebniszuweisungen als Einkünfte aus Kapitalvermögen zu versteuern. Bei Zuweisung sind die Gewinn- beziehungsweise Verlustanteile im Rahmen der Einkommensteuererklärung in der Anlage KAP anzugeben und werden gemeinsam mit den übrigen Kapitaleinkünften der Abgeltungsteuer unterworfen.

Erhält der typische stille Gesellschafter im Rahmen der Auseinandersetzung der Gesellschaft sein Guthaben zugewiesen, müssen die bereits berücksichtigten zugewiesenen Gewinn- oder Verlustanteile bei der Versteuerung eines möglichen Ertrages berücksichtigt werden. Dazu werden zu dem ausgeschütteten Ertrag bereits verrechnete Verlustzuweisungen addiert, bereits versteuerte Gewinnanteile abgezogen und zur Ermittlung der steuerpflichtigen Einkünfte die Anschaffungskosten der Beteiligung subtrahiert.

Beispiel:

Herr Schäfer ist am Einzelunternehmen von Herrn Müller mit einer stillen Einlage von 80.000 € beteiligt. In den beiden ersten Jahren der Beteiligung erhält er eine Verlustzuweisung von jeweils 10.000 €, die von seiner Einlage abgebucht werden. Nach drei Jahren wird ihm ein Gewinnanteil von 15.000 € gutgeschrieben. Im vierten Jahr erhält er bei seinem Ausscheiden ein Auseinandersetzungsguthaben von 75.000 €.

Da die Gewinn- und Verlustzuweisungen jeweils im Jahr der Zuweisung als laufende Einkünfte versteuert wurden, ermittelt sich das steuerpflichtige Ergebnis der Beteiligung wie folgt:

Auseinandersetzungsguthaben

75.000 €

+ Verlustzuweisungen

20.000 €

./. Gewinngutschrift

15.000 €

./. Einlage

80.000 €

Gewinn nach § 20 Abs. 4 Satz 1 EStG

0 €

Weitere News zum Thema

  • Unfall: Dauerblinker trägt Teilschuld

    [] Blinker älterer Pkws funktionieren ohne signalgebende Klickgeräusche, was dazu beiträgt, dass deren Fahrer mitunter übersehen, dass das Dauerblinklicht nach wie vor einen (tatsächlich nicht vorhandenen) Willen zum Abbiegen signalisiert. Ein Urteil des Oberlandesgerichts Dresden zeigt, dass aus einer solchen Nachlässigkeit bei einem Autounfall durchaus eine Teilschuld erwachsen kann, wenn ein anderer das Blinken ernst nimmt und sich entsprechend verhält. mehr

  • Pauschalreisen in Corona-Zeiten

    [] Die Deutschen sind Reiseweltmeister. Doch dann kam Corona, und alle Pläne mussten über Bord geworfen werden. Lockdown, Reisewarnungen, Einreiseverbote machten den Urlaubern einen gehörigen Strich durch die Rechnung. Welche Rechte haben Pauschaltouristen in diesem Fall? Muss ich die Reise bezahlen oder kann ich sie kostenfrei stornieren? mehr

  • Keine Ausweitung der Gold-Besteuerung geplant

    [] Die Bundesregierung plant keine Ausweitung der Besteuerung bei sog. Gold-ETCs. Bei diesen Kapitalanlagen handelt sich um »Exchange Traded Commodities« (ETC) in Form von Inhaberschuldverschreibungen, bei denen die Käufer eine Lieferung von physischem Gold verlangen können. mehr

  • Vererben für den guten Zweck

    [] Der 5. September ist »Internationaler Tag der Wohltätigkeit«. Wir nehmen dies zum Anlass, weiter zu denken als an Spenden zu Lebzeiten – denn viele Menschen machen sich Gedanken, wie sie auch über ihren Tod hinaus noch Gutes tun können. mehr

  • Unfallschaden: Versicherer muss Spezialuntersuchung zahlen

    [] Kfz-Haftpflichtversicherer beäugen mitunter mit großem Misstrauen, wie hoch der Schaden ist, der durch einen auf den ersten Blick eher kleinen Unfall verursacht worden sein soll. Oft gibt es dann zwar keinen Streit um die Schuldfrage, aber sehr wohl um die zu übernehmenden Reparaturkosten. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.