So wird eine Rürup-Rente versteuert

 - 

Die Rentenzahlung aus einer Rürup-Rente wird vom Finanzamt wie die Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung behandelt. Versteuern müssen Sie den sog. Besteuerungsanteil. Das ist der Teil der Rente, der über den Rentenfreibetrag hinausgeht.

Altersrente, Erwerbsminderungsrente und/oder Hinterbliebenenrente: Alles, was später an Leistungen aus einem Rürup-Vertrag fließt, wird so besteuert. Und dabei gelten die gleichen Regeln wie für Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung(§ 22 Nr. 1 Satz 3 Buchstabe a Doppelbuchstabe aa EStG).

Faustregel
Je später Ihre Rente beginnt, umso höher ist der steuerpflichtige Anteil Ihrer Rente.

Wird die Rürup-Rente bereits seit dem Jahr 2005 ausgezahlt, beträgt der Besteuerungsanteil 50%, bei Rentenbeginn in 2009 58%. Je nach Jahr des Rentenbeginns steigt der Besteuerungsanteil bis zum Jahr 2020 um zwei Prozentpunkte jährlich auf 80% und danach jährlich um einen Prozentpunkt. Bei Rentenbeginn nach 2039 müssen Sie die Rentenzahlungen voll versteuern.

Anders als bei der Riester-Rente spielt es für die spätere Besteuerung einer Rürup-Rente keine Rolle, inwieweit Ihre Beiträge tatsächlich als Sonderausgaben abzugsfähig waren.

Beispiel:
Herr Müller zahlt von 2005 bis 2025 20 Jahre lang Beiträge in eine Rürup-Rente ein. Anfangs konnte er nur 60% (2005), 62% (2006) usw. seiner Beiträge als Sonderausgaben absetzen.
Der gut verdienende Herr Schmidt zahlt in den Jahren 2023 bis 2025 jeweils einen größeren Betrag in eine Rürup-Rente ein. Er kann 96% (2023) bis 100% (2025) seiner Beiträge als Sonderausgaben geltend machen.
Bei Rentenbeginn in 2026 beträgt bei beiden der Besteuerungsanteil 85%, obwohl Herr Müller einen wesentlich geringeren Anteil seiner Beiträge steuerlich absetzen konnte. Ob im Fall von Herrn Müller eine verfassungswidrige Doppelbesteuerung vorliegt, wird erst noch das Bundesverfassungsgericht klären müssen (Az. 2 BvR 288/10, 2 BvR 289/10, 2 BvR 290/10 und 2 BvR 323/10).
Da die Steuerbescheide in dieser Frage ohnehin vorläufig ergehen, brauchen Sie keinen Einspruch einzulegen!

Steuertipp
Bewahren Sie Ihre Steuerbescheide auf. Damit können Sie in der späteren Rentenphase ggf. nachweisen, in welcher Höhe Sie Rürup-Beiträge aus versteuertem Einkommen gezahlt haben.

Weitere News zum Thema

  • Grundrente bei Einkommen unter 1.250 Euro

    [] Für die am 10.11.2019 verabschiedete Grundrente müssen Daten zwischen den Finanzämtern und der Deutschen Rentenversicherung ausgetauscht werden. Die neue Grundrente hilft Menschen, die 35 Jahre rentenversicherungspflichtig gearbeitet, Kinder erzogen und Angehörige gepflegt haben und dennoch weniger als 1.250 Euro Alterseinkommen erzielen. mehr

  • Versorgungsehe oder nicht?

    [] Kurzwährende Ehe: Selbst wenn der Ehepartner nach wenigen Monaten stirbt, muss es sich nicht unbedingt um eine Versorgungsehe handeln. mehr

  • Rentenabschlag bei unfallbedingter Erwerbsminderungsrente?

    [] Wer Pech hat, dem kann dies passieren: Ein unverschuldeter Verkehrsunfall führt zu einer erheblichen Minderung der Erwerbsfähigkeit und man ist auf die Erwerbsminderungsrente der gesetzlichen Rentenversicherung angewiesen. Die EM-Rente wird dann wegen des frühzeitigen Renteneintritts gekürzt um einen Rentenabschlag von 10,8 % gezahlt. mehr

  • Altersvorsorge-Freibetrag bei Grundsicherung im Alter: DRV weist freiwilligen Teil der Rente aus

    [] Für Einkünfte aus einer zusätzlichen Altersvorsorge gilt bei der Grundsicherung im Alter ein Freibetrag von mindestens 100,– € und höchstens 212,– € im Monat. Der Freibetrag gilt auch für den Teil der gesetzlichen Rente, der auf freiwilligen Beiträgen beruht. Eine Bescheinigung über diesen Anteil erstellt die gesetzliche Rentenversicherung – allerdings nur auf eine entsprechende Anfrage des Sozialamts. mehr

  • Betriebsrente erst nach vierjähriger Ehe?

    [] Immer wieder entscheidet das Bundesarbeitsgericht (BAG) über Ausschlussklauseln in betrieblichen Versorgungswerken. Häufig geht es dabei um Regelungen zur Hinterbliebenenrente. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.