Vermögenswirksame Leistungen auch vor Renteneintritt

Vermögenswirksame Leistungen auch vor Renteneintritt

 - 

Vermögenswirksame Leistungen können als Altersvorsorge dienen, sie können jedoch auch bereits nach sieben Jahren ausgezahlt werden. Diese siebenjährige Bindungsfrist hindert wohl viele Arbeitnehmer, die in zwei oder drei Jahren in Rente gehen, am Abschluss eines neuen VL-Vertrags. Schade drum.

Verträge über vermögenswirksame Leistungen (geregelt im Fünften Vermögensbildungsgesetz) haben eine Laufzeit von sechs Jahren plus maximal ein Jahr Ruhezeit oder von sieben Jahren. Diese sogenannte Sperrfrist sollte für Arbeitnehmer, denen nur noch wenige Jahre bis zum Ruhestand bleiben, allerdings kein Grund sein, auf den Abschluss eines VL-Vertrags und damit auf die entsprechenden Arbeitgeberzuschüsse zu verzichten.

Viele Arbeitgeber gewähren zusätzlich zum Arbeitsentgelt einen Zuschuss zu vermögenswirksamen Leistungen zusätzlich zum Arbeitsentgelt. Diese Arbeitgeberleistungen sind in der Regel in einem Tarifvertrag festgelegt. Zu den selbst gezahlten Beiträgen gibt der Arbeitgeber monatlich zwischen 6,45 € und 40,– € dazu. Zusätzlich gibt es für Arbeitnehmer mit niedrigem Einkommen noch eine staatliche Förderung durch die sogenannte Arbeitnehmersparzulage.

Nach dem Übergang in den Ruhestand und der Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses bleiben den Betroffenen verschiedene Möglichkeiten.

  • Kündigung: Die Kündigung des Vertrags ist dann grundsätzlich möglich. Eine solche »vorzeitige Verfügung« ist nach dem Gesetz allerdings schädlich in dem Sinne, dass die Betroffenen keinen Anspruch auf die staatliche Arbeitnehmersparzulage haben. Eine erhaltene Zulage muss in diesem Fall zurückgezahlt werden. Wer keine staatliche Zulage erhalten hat, braucht sich hierum nicht zu scheren. Die Arbeitgeberzulagen müssen nicht zurückgezahlt werden. Allerdings kann der VL-Vertrag Klauseln erhalten, dass bei einer vorzeitigen Kündigung Gebühren fällig werden. Hier hilft nur ein Blick in den eigenen Vertrag.

  • Stilllegung: Der Vertrag wird beitragsfrei gestellt. Und nach dem Ablauf der Sieben-Jahres-Frist kann man hierauf zurückgreifen.

  • Private Weiterführung: Auch das ist möglich. Ob sich das weitere Ansparen ohne Arbeitgeber-Beteiligung lohnt, hängt von den jeweiligen Vertragskonditionen ab.

Niemand muss sich bei Vertragsabschluss für eine der genannten Varianten entscheiden.

(MS)

Weitere News zum Thema

  • Mehr Schein als Sein bei der UniProfiRente

    [] Union Investment ist mit seiner UniProfiRente unbestritten Marktführer unter den Riester-Fondssparplänen. Stolz verweist der Finanzdienstleister darauf, dass "1,8 Millionen zufriedene Menschen in Deutschland bereits mit dem Marktführer riestern". Das scheint jedoch stark übertrieben zu sein, denn es mehren sich diejenigen, die ihre Riester-Rente beziehen und keineswegs mit deren Rendite zufrieden sind. mehr

  • Lebenserwartung hängt von Arbeitsbelastung und Rentenhöhe ab

    [] Am heutigen Tag der älteren Menschen können wir uns glücklich schätzen, in einer langen Friedensperiode leben und uns über ein langes Leben freuen zu dürfen. Dafür sorgen unter anderem gesunde Ernährung und gute Ärzte. Doch nicht alle profitieren von Wohlstand und medizinischem Fortschritt, denn noch immer gibt es Lebensumstände, die sich negativ auf Gesundheit und Langlebigkeit auswirken.  mehr

  • Vergessene Information zur Betriebsrente: kein Schadenersatz

    [] Über den schmalen Grat zwischen Verschweigen und Fehlinformieren – unter diese Überschrift könnte man ein Urteil des Bundesarbeitsgerichts stellen. Worum es ging? Um einen Arbeitgeber, der seinen Beschäftigten Informationen vorenthalten hat, die für den Abschluss einer betrieblichen Altersvorsorge eigentlich eminent wichtig sind: nämlich die viel diskutierte Belastung der später bezogenen Betriebsrente durch Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge.  mehr

  • Private Rente: Hartz-IV-Schutz kaum genutzt

    [] Wer eine private Rentenversicherung oder eine Kapitallebensversicherung besitzt, kann diese Hartz-IV-sicher machen, und wer Bescheid weiß, kann die Rücklage fürs Alter auch vor einer Pfändung schützen. Zahlen der Debeka belegen allerdings: Diese Möglichkeiten werden kaum genutzt. mehr

  • Betriebsübernahme: Betriebsrente darf nicht gekürzt werden

    [] Jedes Jahr wechseln Hunderttausende Arbeitnehmer den Arbeitgeber – ohne dabei selbst aktiv zu werden: nämlich durch eine Betriebsübernahme. Die Betroffenen haben dann, ohne den Arbeitsplatz zu wechseln, über Nacht einen neuen Arbeitgeber. Das kann gegebenenfalls Folgen auch für die betriebliche Altersversorgung der Beschäftigten haben – etwa wenn beim neuen Arbeitgeber eine betriebliche Versorgungsordnung besteht. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.