Entlastungsbetrag für Alleinerziehende: Wohnsitz des Kindes entscheidet

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Die Meldung eines Kindes in der Wohnung eines Alleinerziehenden begründet eine unwiderlegbare Vermutung für die Haushaltszugehörigkeit des Kindes. Wenn auch die weiteren Voraussetzungen vorliegen, ist daher der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende zu gewähren.

Das entschied der BFH in folgendem Fall:

Ein Witwer war Vater einer Tochter, für die ihm Kindergeld zustand. Die Tochter war zwar in der Wohnung des Vaters gemeldet, lebte aber in einer eigenen Wohnung. Das Finanzamt lehnte es daher ab, dem Vater den Entlastungsbetrag für Alleinerziehende zu gewähren. Die Klage des Vaters vor dem Finanzgericht hatte keinen Erfolg – der BFH jedoch, also die nächste Instanz, erklärte, dass dem Vater auch in dieser Situation der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende zustehe.

Den Entlastungsbetrag für Alleinerziehende gibt es, wenn einem alleinerziehenden Elternteil für mindestens ein Kind entweder Kindergeld oder ein Freibetrag für Kinder zusteht. Zusätzlich muss das Kind zum Haushalt gehören. Dafür, stellte der BFH jetzt klar, genügt es, wenn das Kind im Haushalt des Alleinerziehenden gemeldet ist. Bei Vorliegen der übrigen Voraussetzungen kann der Alleinerziehende also den steuerlichen Entlastungsbetrag auch dann beanspruchen, wenn das Kind tatsächlich in einer eigenen Wohnung lebt (BFH-Urteil vom 5.2.2015, III R 9/13 ).

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