Drittaufwand: Finanzverwaltung wendet positives BFH-Urteil nicht an

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Werbungskosten kann grundsätzlich nur abziehen, wer selbst Aufwendungen getragen hat, die durch ihm zuzurechnende Einnahmen veranlasst sind. Trägt dagegen eine Person Aufwendungen, während eine andere Person die dadurch resultierenden Einnahmen erzielt, handelt es sich um nicht abziehbaren Drittaufwand.

In einem neuen Urteil hatte der BFH für den Fall des so genannten abgekürzten Vertragswegs den Abzug von Drittaufwand zugelassen (BFH-Urteil vom 15.11.2005, Az. IX R 25/03, BFH-NV 2006 S. 418): Ein Sohn vermietete ein Haus an seinen Vater. Der Vater beauftragte im Interesse seines Sohnes Handwerker mit Renovierungsarbeiten an dem von ihm gemieteten Haus. Der Vater bezahlte die auf ihn ausgestellten Rechnungen, die später auf den Sohn umgeschrieben wurden.

Im Gegensatz zum Finanzamt erkannten die BFH-Richter die entsprechenden Werbungskosten an. Begründung: Die Herkunft der Mittel ist bei Werkverträgen über Erhaltungsarbeiten ohne Bedeutung. Der Werbungskostenabzug ist deshalb auch möglich, wenn ein Dritter im eigenen Namen einen Vertrag für den Steuerpflichtigen abschließt und die Aufwendungen selbst zahlt (abgekürzter Vertragsweg).

Die Finanzverwaltung akzeptiert diese BFH-Rechtsprechung nicht und hat mit einem Nichtanwendungserlass reagiert (BMF-Schreiben vom 9.8.2006, Az. IV C 3 - S 2211 - 21/06). Danach sind beim abgekürzten Vertragsweg Drittaufwendungen nur noch dann abziehbar, wenn es sich um Bargeschäfte des täglichen Lebens handelt.

Wenn Drittaufwand nicht anerkannt wird, sollten Sie Einspruch gegen Ihren Steuerbescheid einlegen. Allerdings müssen Sie aufgrund des Nichtanwendungserlasses damit rechnen, dass das Finanzamt Ihren Einspruch ablehnen wird. In diesem Fall bliebe Ihnen nur die Klage vor dem Finanzgericht.


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