Erste Schritte bei der Existenzgründung: Beratung und Finanzierung

1. Expertenrat einholen

Jedes Jahr gibt es eine Vielzahl von Unternehmensgründungen, mit denen oft große persönliche Hoffnungen verbunden sind. Leider gibt es aber auch eine ständige Zunahme von Unternehmenspleiten – ca. 50 % der Neugründungen überstehen die kritischen ersten fünf Jahre nicht. Zu den wichtigsten Ursachen für die Pleite junger Unternehmen zählen falsche Finanzierung und Mangel an Informationen.

Auch wenn Sie bereits Unternehmer sind, können Sie auf den folgenden Seiten viele wertvolle Informationen finden. Denn die meisten Angebote zu Finanzierung und Beratung gelten nicht nur für Existenzgründer, sondern auch für bestehende Unternehmen. Dann geht es nämlich um die Existenzfestigung, die schließlich genauso wichtig ist.

Leider nutzt nur etwa jeder zehnte Existenzgründer eine professionelle Gründungsberatung durch Fachleute. Damit aber fehlt vielen nicht nur dringend notwendiges Fachwissen, sondern sie verbauen sich auch den Weg zu öffentlich geförderten Existenzgründungsdarlehen. Denn staatliche Mittel werden nur dann gewährt, wenn der Existenzgründer das Gutachten eines Fachmanns vorlegen kann, wonach sein Vorhaben eine tragfähige Existenz verspricht (Tragfähigkeitsbescheinigung). Und zu einem solchen Gutachten kommt man eben nur über die Existenzgründungsberatung von dazu geeigneten Institutionen oder Personen.

Bei einer Existenzgründungsberatung werden im Allgemeinen folgende Themen abgeklopft:

Sind Sie überhaupt ein Unternehmertyp?

  • Haben Sie die notwendigen beruflichen Erfahrungen (fachlich und kaufmännisch)?

  • Wird Ihr Vorhaben durch Ihre Familie unterstützt?

  • Haben Sie ein finanzielles Polster?

  • Sind Sie bereit, in der Gründungsphase auch über 40 Stunden in der Woche hinaus zu arbeiten?

  • Halten Sie Stress und finanzielle Unsicherheit aus?

  • Sind Sie risikobereit?

Stimmt Ihr Unternehmenskonzept?

  • Welches Produkt oder welche Dienstleistung wollen Sie verkaufen?

  • Wer sind Ihre potenziellen Kunden?

  • Was für Konkurrenten haben Sie?

  • Stimmt der Preis?

  • Wie viel Umsatz müssen Sie machen, wenn Sie von Ihrem Unternehmen leben wollen?

  • Stimmt der vorgesehene Standort?

  • Wie machen Sie Ihr Produkt bekannt (Marketingstrategie)?

Investitions- und Finanzplanung

  • Wie viel Fremdkapital brauchen Sie?

  • Wann müssen Sie welche Investitionen vornehmen?

  • Drei-Jahres-Vorausschau auf die Entwicklung von Kosten, Umsatz, Gewinn und Liquidität.

Für so manche Existenzgründer mögen diese Fragen unangenehm oder sogar lästig sein, denn sie zwingen dazu, sich auf den Boden der Realität zu begeben. Aber bedenken Sie, dass Konzeptionsfehler in der Gründungsphase sich später häufig nicht mehr korrigieren lassen. Und mithilfe von erfahrenen Fachleuten lassen sich solche gravierenden Fehler (z.B. zu niedriger Ansatz von Material- oder Personalkosten) oft vermeiden.

Wenn Sie für Ihr Vorhaben gar kein Fremdkapital brauchen und deshalb nicht auf öffentliche Finanzmittel angewiesen sind, womöglich überhaupt kein finanzielles Risiko damit eingehen, müssen Sie natürlich nicht unbedingt zur Existenzgründungsberatung gehen. Sie sollten dann aber wenigstens für sich persönlich diese Fragen durchgehen, die eine Art Checkliste für alle wichtigen Probleme darstellen. Und natürlich sollten Sie ehrlich zu sich sein, auch wenn es unangenehm ist!

Hier gibt es weitere Informationen

Beim Bundeswirtschaftsministerium (Referat Öffentlichkeitsarbeit) können Sie kostenlos die Broschüre Starthilfe – Der erfolgreiche Schritt in die Selbstständigkeit anfordern.

Außerdem gibt es eine Vielzahl von Büchern und Broschüren zu diesem Thema, die alle weitgehend ähnlich aufgebaut sind.

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