Partner auf Geschäftsreise mitnehmen: Kein Betriebsausgabenabzug

 - 

Ein Selbstständiger nahm seine Ehefrau mit zu beruflichen Veranstaltungen im Ausland, wo das Paar anschließend noch Urlaub machte. Der Selbstständige machte jeweils die gesamten Reisekosten als Betriebsausgaben geltend. Das ließ ihm das Finanzamt nicht durchgehen.

Ausgerechnet ein Steuerberater und Wirtschaftsprüfer war auf die Idee gekommen, dabei hätte er es eigentlich wirklich besser wissen müssen... Und das ist die ganze Geschichte:

Besagter Steuerberater und Wirtschaftsprüfer besuchte internationalen Konferenzen in Delhi, Barcelona und Prag, die von einem beruflichen Netzwerk veranstaltet wurden. Auf diesen Reisen begleitete ihn seine Ehefrau, wobei die Eheleute im Anschluss an die Veranstaltungen noch an den jeweiligen Tagungsorten Urlaub machten.

Seine Ehefrau habe ihn bei seiner Tätigkeit unterstützt, insbesondere durch die Kontaktpflege zu Mandanten und Kollegen, erklärte der Steuerberater und machte auch die Reisekosten seiner Ehefrau als Betriebsausgaben geltend.

So einfach funktioniert das aber nicht, erklärte ihm das FG Münster: Die Unterstützung der Ehefrau bei der Aufnahme und Pflege von Kontakten zu ausländischen Berufsträgern gehe nicht über das Maß an Unterstützungsleistungen hinaus, die das bürgerliche Recht von Eheleuten verlange. Die Begleitung des Steuerberaters an touristisch attraktive Orte mit hohem Freizeitwert und die Verbindung mit einem privaten Urlaub sei ganz vorrangig durch die Rolle als Ehefrau veranlasst. Eine etwaige berufliche Motivation trete dahinter als unbedeutend zurück.

Im Ergebnis wurden daher nur die anteilig auf den Steuerberater entfallenden Kosten für die Konferenztage als Betriebsausgaben anerkannt.

Was eigentlich nur vernünftig, fair und logisch klingt, will der Steuerberater nicht akzeptieren. Er hat daher Nichtzulassungsbeschwerde beim BFH eingelegt (FG Münster, Urteil vom 14.5.2019, Az. 2 K 2355/18 E; Az. der NZB beim BFH: VIII B 127/19).

(MB)

Weitere News zum Thema

  • Ein eigenes Buch schreiben - steuerbegünstigt

    [] Viele Menschen träumen davon, ein eigenes Buch zu schreiben. Seit der Verbreitung von Self-publishing und Print on Demand ist das auch deutlich einfacher geworden. Und sogar steuerlich lässt sich was machen. Mit der Recherche und dem Schreiben sollten Sie sich allerdings nicht zu viel Zeit lassen. mehr

  • Künstlersozialabgabe bleibt 2020 bei 4,2 Prozent

    [] Der Abgabesatz zur Künstlersozialversicherung wird im Jahr 2020 unverändert 4,2 Prozent betragen. Die entsprechende Verordnung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales ist am 5.9.2019 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht worden. mehr

  • Kein voller Abzug für häuslichen Arbeitsraum eines Bühnen- und Kostümbildners

    [] Die Kosten Ihres betrieblich genutzten häuslichen Raums sind nur dann unbegrenzt als Betriebsausgaben absetzbar, wenn der Raum entweder als Arbeitszimmer einzustufen ist und Sie darin den Mittelpunkt Ihrer betrieblichen Tätigkeit haben oder er ein betriebsstättenähnlicher Raum ist. Hierfür kommt es auf die Art der Nutzung und die Ausstattung des Raumes an. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.