Selbstständige: Jetzt über einen Wechsel zum Fahrtenbuch nachdenken!

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Ist Ihnen der Privatanteil nach der 1 %-Methode zu hoch? Oder sollen Sie womöglich für mehrere Betriebs-Pkw einen pauschalen Privatanteil versteuern? Dann sollten Sie dringend ein steuerlich anerkanntes Fahrtenbuch führen.

Auf ein Fahrtenbuch umsteigen können Sie immer nur zu Beginn eines Jahres oder beim Kauf eines neuen Fahrzeugs.

Sollte sich später herausstellen, dass der Privatanteil nach der 1 %-Methode niedriger wäre, dürfen Sie sich trotz Führen des Fahrtenbuchs nachträglich bei Ihrer Steuererklärung für die 1 %-Regelung entscheiden.

Das Fahrtenbuch muss folgende Angaben enthalten: Datum und Kilometerstand zu Beginn und zum Ende jeder einzelnen betrieblichen und beruflich veranlassten Fahrt, Reiseziel und bei Umwegen auch die Reiseroute, Reisezweck und aufgesuchte Geschäftspartner.

Für Privatfahrten genügen jeweils Kilometerangaben, für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte genügt ein kurzer Vermerk im Fahrtenbuch. Anstelle eines Fahrtenbuches kann ein Fahrtenschreiber eingesetzt werden, wenn sich daraus die gleichen Erkenntnisse gewinnen lassen.

Wichtig: Nach einem Urteil des Bundesfinanzhofs müssen Fahrtenbücher zeitnah geführt werden und dürfen nicht im Nachhinein ohne größeren Aufwand veränderbar sein.

Praxistipps:

  • Ein Fahrtenbuch kann mit Hilfe eines Computerprogramms erstellt werden, wenn eine nachträgliche Veränderung der ursprünglich eingegebenen Daten ausgeschlossen ist oder wenn eine Änderung von Daten in der Datei dokumentiert wird (BFH-Urteil vom 16.11.2005, VI R 64/04 ). Ein mit Excel geführtes Fahrtenbuch wird nicht akzeptiert, da nachträgliche Änderungen nicht ausgeschlossen sind!

  • Ein Fahrtenbuch kann trotz kleiner Mängel ordnungsgemäß sein (BFH-Urteil vom 10.4.2008, VI R 38/06 ).

  • Geringe Rechenfehler gefährden nicht die Ordnungsmäßigkeit eines Fahrtenbuchs (BFH-Urteil vom 7.11.2008, 12 K 4479/07 E ).

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