Die Steuererklärung 2016

Müssen Sie die Steuererklärung für 2016 noch abgeben? Hier finden Sie eine Übersicht der für dieses Jahr erstmals anwendbaren Steueränderungen.

Abgabefristen für die Steuererklärung

Welche Frist Sie bei der Abgabe Ihrer Steuererklärung für 2016 einhalten müssen, hängt davon ab, ob Sie eine Steuererklärung abgeben müssen oder ob Sie freiwillig eine abgeben dürfen.

Zur Abgabe einer Steuererklärung sind Sie zum Beispiel verpflichtet, wenn Sie einen Freibetrag für den Lohnsteuerabzug beantragt haben, bei berufstätigen Ehepartnern einer die Steuerklasse V oder VI hat, die Ehepartner die Kombination IV-Faktor/IV-Faktor gewählt haben, Sie Elterngeld oder Krankengeld oder eine andere Lohnersatzleistung über 410 € bezogen haben. In diesen Fällen gilt: Ihre Steuererklärung muss bis zum 31.5.2017 eingegangen sein. Der Termin ist natürlich schon verstrichen. Wenn Sie vom Finanzamt aufgefordert werden, trotzdem noch eine Steuererklärung 2016 abzugeben, sollten Sie die Steuererklärung so schnell wie möglich abgeben.

Normalerweise ist es kein Problem, die Steuererklärung ein paar Tage später beim Finanzamt abzugeben. Wer sich aber extrem viel Zeit lässt, muss mit Sanktionen rechnen: Wenn Sie Ihre Steuererklärung zu spät abgeben, kann das Finanzamt Sie mit dem Verspätungszuschlag dafür bestrafen. Dieser ist aber nicht nur Strafe, sondern auch Druckmittel, damit Sie Ihre Steuererklärungen in Zukunft rechtzeitig abgeben. Beantragen Sie also rechtzeitig eine Fristverlängerung, wenn Sie für Ihre Steuererklärung noch mehr Zeit brauchen.

Wichtige Steueränderungen für 2016

Grundfreibetrag
Der Grundfreibetrag beträgt seit dem 1.1.2016 8.652 Euro. Als Ausgleich der 2014 und 2015 entstandenen kalten Progression werden zusätzlich die Eckwerte des Steuertarifs um 1,48 % angehoben. Das entspricht der kumulierten Inflationsrate der Jahre 2014 und 2015 und führt ab 2016 zu einer zusätzlichen Steuerentlastung. Der Eingangssteuersatz von 14 Prozent bleibt konstant.

Lohnsteuer-Ermäßigung
Für 2016 kann im Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung erstmals beantragt werden, dass der beim Lohnsteuerabzug zu berücksichtigende Freibetrag für zwei Jahre gelten soll, also für die Kalenderjahre 2016 und 2017. Das gilt entsprechend für den vereinfachten Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung 2016.

Steuerklasse IV mit Faktor
Beim Faktorverfahren für Ehepartner/eingetragene Lebenspartner soll der beantragte Faktor ab 2016 nicht mehr nur ein Kalenderjahr, sondern für bis zu zwei Kalenderjahre gültig sein. Die gesetzlichen Voraussetzungen dafür sind geschaffen, technisch aber hapert es aber derzeit noch. Ab wann genau die Regelung angewandt werden kann, wird die Finanzverwaltung noch bekannt geben.

Freistellungsaufträge
Ab 2016 muss der Bank für einen bereits erteilten Freistellungsauftrag die Identifikationsnummer des Konto- bzw. Depotinhabers vorliegen. Anderenfalls ist der Auftrag unwirksam. Die Bank darf die Nummer auch beim Bundeszentralamt für Steuern abfragen.

Mehr Geld für Eltern
Ab 2016 gibt es für das erste und zweite Kind ein Kindergeld in Höhe von 190 Euro, für das dritte Kind 196 Euro und für das vierte und jedes weitere Kind je 221 Euro.

Der Kinderfreibetrag fällt ab 2016 mit 7.248 Euro ebenfalls etwas höher aus.

Der Kinderzuschlag wird ab dem 1.7.2016 auf 160 Euro monatlich angehoben, aktuell beträgt er 140 Euro. Ihn erhalten Eltern, die zwar ihren eigenen Lebensunterhalt selbst bestreiten können, aber nicht genug Geld haben, um auch den Bedarf für ihre Kinder zu decken.
Für Kinder von bis zu fünf Jahren gibt es ab 1.1.2016 einen Unterhaltsvorschuss von 145 Euro pro Monat, für Kinder von 6 bis 11 Jahren von 194 Euro pro Monat.

Kindergeld
Ab 2016 erhalten Eltern nur noch dann Kindergeld, wenn sie der Familienkasse die Steuer-Identifikationsnummer des Kindes und des Kindergeld-Empfängers mitgeteilt haben. Eltern, die schon Kindergeld beziehen und die Identifikationsnummern noch nicht angegeben haben, können die Identifikationsnummer im Laufe des Jahres 2016 nachreichen.

Unterhaltshöchstbetrag
Entsprechend der Änderung beim Grundfreibetrag erhöht sich auch der Unterhaltshöchstbetrag ab 2016. Er beträgt dann 8.652 Euro. Durch die Erhöhung können auch höhere Unterhaltsleistungen steuerlich geltend gemacht werden.

Realsplitting
Voraussetzung für den Abzug von Unterhaltsleistungen an den geschiedenen oder dauernd getrennt lebenden Ehepartner (Realsplitting) ist ab 2016 die Angabe der Identifikationsnummer des Unterhaltsempfängers in der Steuererklärung des Unterhaltsleistenden (Geber).

Buchführungspflicht
Die Grenzwerte für die Buchführungspflicht wurden zum 1.1.2016 um jeweils 20% erhöht: die Gewinngrenze liegt jetzt bei 60.000 Euro, die Umsatzgrenze bei 600.000 Euro. Damit können jetzt mehr Betriebe die einfachere Einnahmen-Überschuss-Rechnung anwenden und auf diesem Weg ihren Gewinn ermitteln.

Investitionsabzugsbetrag
Bis Ende 2015 musste bei Bildung eines Investitionsabzugsbetrags (IAB) genau angegeben werden, was angeschafft werden soll. Diese Funktionsbezeichnung fällt ab 2016 weg.

Form der Steuererklärung: Handschriftlich oder am Computer - beides ist erlaubt

Für Ihre Steuererklärung benutzen Sie am einfachsten ein Computer-Programm. Das nimmt Ihnen das Ausfüllen der komplizierten Formulare ab und Sie sind schneller fertig. Natürlich können Sie auch die Papierformulare nutzen und per Hand ausfüllen. Die Liste der Formulare finden Sie rechts oben. Ob Sie die Formulare mit der Hand ausfüllen oder dafür den Computer nutzen, ist mittlerweile egal. Auch per Steuererklärungs-Programm oder online können die Formulare ausgefüllt werden.

Jetzt schon auf die Steuererklärung 2016 vorbereiten

Die Steuererklärung für 2016 können Sie erst 2017 abgeben. Im Herbst 2016 erscheint dafür die neue Steuersoftware und Sie können sich schon heute dafür vormerken lassen.

Weitere Informationen zur Vormerkung

Mit Elster die Steuererklärung besonders schnell abgeben

Ihre Steuererklärung senden Sie am schnellsten elektronisch per ELSTER via Internet ans Finanzamt. Dadurch ersparen Sie auch dem Finanzamt das Erfassen der Daten. Das hat zwei wesentliche Vorteile für Sie: Erstens geht die Bearbeitung schneller, und zweitens können beim Finanzamt keine Eingabefehler mehr auftreten.

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