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Erbschaft, Spende, Kapitalanlage - steuerliche Optimierungsmöglichkeiten

Die Besteuerung von Kapitalerträgen hat sich grundlegend verändert: Bis 2008 waren sie mit dem persönlichen Steuersatz des Anlegers, also mit bis zu 45 % Einkommensteuer belastet. Seit 2009 behalten Banken, Aktien- und Fondsgesellschaften auf ausgezahlte Zinsen, Dividenden, Veräußerungsgewinne aus Wertpapieren sowie Termingeschäfte eine Abgeltungsteuer von 25% ein - und zwar unabhängig vom persönlichen Steuersatz des Anlegers.

Abgeltungsteuer: Einfach, aber nicht immer die beste Lösung

Mit dieser Steuer ist grundsätzlich die Einkommensteuer auf Ihre Kapitaleinkünfte abgegolten und Sie müssen dazu keine Angaben mehr in Ihrer Einkommensteuererklärung machen. Die Bank wickelt die Steuererhebung in den meisten Fällen von sich aus ab, ohne dass Sie als Kapitalanleger selbst tätig werden müssen. Ziel: Die Steuer soll einfach und gleichmäßig erhoben werden.

Soweit die Theorie: Tatsächlich gibt es jedoch zahlreiche Gründe, weiterhin eine Anlage KAP beim Finanzamt einzureichen. Zum einen, weil damit ein überhöhter Abzug von Abgeltungsteuer (Kapitalertragsteuer) korrigiert werden kann. Zum anderen, weil manchmal gar keine Abgeltungsteuer während des Jahres erhoben wurde oder die Kapitalerträge nicht abgeltend, sondern wie bisher mit dem persönlichen Steuersatz zu besteuern sind.

Wann die Anlage KAP Pflicht ist

Erzielen Sie Kapitalerträge, auf die keine Abgeltungsteuer an der Quelle einbehalten wird, sind Sie zur Abgabe der Anlage KAP verpflichtet. Das gilt z.B., wenn Sie Wertpapiere bei einer ausländischen Depotbank verwalten oder Auslandskonten besitzen. Das Gleiche gilt für Erträge, bei denen Ihr persönlicher Steuersatz greift, etwa die Auszahlung einer steuerpflichtigen Kapitallebensversicherung oder Zinsen aus Darlehen an Angehörige.

Außerdem müssen Eltern die Kapitalerträge ihres volljährigen Kindes trotz Abgeltungsbesteuerung dem Finanzamt melden, wenn sie für den Nachwuchs den Kinderfreibetrag, den Erziehungs- oder den Ausbildungsfreibetrag bekommen möchten. Ebenfalls nicht um die Anlage KAP herum kommen kirchensteuerpflichtige Personen, die ihre Bank nicht beauftragt haben, diese Steuer zusammen mit der Abgeltungsteuer abzuführen.

Mit der Anlage KAP Steuern sparen

Oft lohnt es sich, diese Anlage freiwillig auszufüllen, etwa in folgenden Fällen:
  • Bei einem persönlichen Steuersatz von unter 25%, beispielsweise bei Rentnern oder bei Kindern mit hohem Kapitalvermögen aber ohne sonstige Einkünfte,
  • wenn die Freistellungsaufträge zwischen verschiedenen Banken ungünstig verteilt sind,
  • wenn die Bank die Abgeltungsteuer von 30% des Veräußerungserlöses und damit zu hoch bemisst, weil ihr die Anschaffungskosten des Wertpapiers nicht bekannt sind,
  • wenn Sie Verluste und Erträge zwischen verschiedenen Banken verrechnen wollen,
  • um den Altersentlastungsbetrag zu nutzen.

Die Anlage KAP richtig auszufüllen, bereitet oft Kopfzerbrechen. Denn obwohl mit der Abgeltungsteuer alles einfacher werden sollte, bleibt dieses Formular eine Herausforderung. Bei Ehepaaren muss jeder eine eigene Anlage KAP abgeben, Erträge aus Gemeinschaftskonten sind aufzuteilen.

Kapitalanlagen kennen

Jede Kapitalanlage hat ihre Besonderheiten. Zwei Beispiele: Bei Aktien sind zwar – wie bei den übrigen Kapitalanlagen auch – keine Werbungskosten abziehbar. Dennoch gibt es einige Positionen, die den Veräußerungsgewinn und damit die Steuer mindern, beispielsweise Gebühren für die Vermögensverwaltung. Bei Lebensversicherungen richtet sich die Steuer u.a. nach der Vertragslaufzeit, dem Anteil des Todesfallschutzes an der Beitragssumme und dem Lebensalter des Versicherten bei Fälligkeit der Versicherungssumme.

Erbschaft und Schenkung: Frühzeitig planen und so Steuern sparen

Erbschaft- und Schenkungsteuer fällt immer dann an, wenn Vermögen ohne Gegenleistung übertragen wird und der Wert des Vermögens bestimmte Grenzen übersteigt. Die Freibeträge, bis zu denen keine Schenkungsteuer anfällt, hängen vom Verwandtschaftsverhältnis zwischen Schenker und Beschenktem ab. Möchten Sie Einkünfte und damit auch Vermögen auf Angehörige verlagern, fällt dann Schenkungsteuer an, wenn die persönlichen Freibeträge überschritten werden.
In den nächsten Jahren werden in Deutschland enorme Vermögenswerte durch Erbschaft den Eigentümer wechseln. Nicht selten werden dabei die steuerlichen Freibeträge überschritten werden, sodass das Vermögen mit Erbschaftsteuer belastet sein wird.

Es gibt viel zu tun – Ihre Handlungsoptionen

Wer sich frühzeitig Gedanken zur Erbschaftsteuerbelastung macht, kann seinen Kindern und Enkeln die Steuer möglicherweise ersparen oder die Steuerbelastung zumindest stark abmildern. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, die Erbschaftsteuer zu senken. Einige Beispiele:
  • Übersteigt das Vermögen im Erbfall die Freibeträge, können Eltern bereits frühzeitig Teile des Vermögens übertragen. Vergehen bis zum Erbfall mehr als zehn Jahre, leben die Freibeträge wieder auf und können wieder genutzt werden.
  • Besitzt nur ein Ehepartner den Hauptteil des Vermögens und der andere nur geringes Vermögen, können die Eheleute frühzeitig ihren Besitz untereinander umverteilen. So werden beim Übergang auf die Kinder die Freibeträge beider Ehepartner optimal genutzt.
  • Bei größeren Vermögen kann eine Einbeziehung mehrerer Generationen in die Übertragungsvorgänge die Steuerbelastung erheblich verringern. So können Sie auch Steuerfreibeträge Ihrer Enkelkinder nutzen.
  • Die Gestaltung von Lebensversicherungen zur Absicherung eines Partners ist aus steuerlicher Sicht häufig ungünstig. Wir zeigen Ihnen, wie Sie durch richtige Vertragsgestaltung eine Steuerbelastung dennoch vollständig vermeiden.

Mittelbare Grundstücksschenkung: Umweg mit Sparfaktor

Bei dieser Konstruktion wird Geld verschenkt, um damit ein anderes Wirtschaftsgut zu erwerben. Der Clou: Es wird nicht der Wert des geschenkten Geldes besteuert, sondern der Wert des damit erworbenen Vermögensgegenstandes. Auch nach der seit 2009 geltenden Immobilienbewertung gibt es Fälle, in denen der steuerliche Wert einer Immobilie unter dem Verkehrswert liegt. Hinzu kommt, dass Immobilienvermögen bei der Übertragung mit einem Bewertungsabschlag angesetzt wird, wenn diese Immobilien zu Wohnzwecken genutzt werden. Ihr Vorteil: Durch die mittelbare Schenkung können Sie Steuern sparen.

Erbschaft- und Einkommensteuer: Wenn doppelt zu viel ist

In bestimmten Fällen unterliegen Vermögensteile zunächst einmal der Erbschaftsteuer und einige Jahre später zusätzlich der Einkommensteuer. Diese Doppelbelastung mit zwei unterschiedlichen Steuerarten kann für den Erben eine unzumutbare Härte bedeuten. Um das zu vermeiden, gilt eine Einkommensteuer-Ermäßigung für bereits mit Erbschaftsteuer belastete Einkünfte, wenn die Einkommensteuerbelastung innerhalb von fünf Jahren nach dem Erbfall eintritt. Die Ermäßigung gibt es aber nur, wenn verschiedene Voraussetzungen erfüllt sind. Wir zeigen Ihnen den Weg zum Steuernachlass.

Erbschaftsteuererklärung: Ohne Formulare geht es nicht

Wie bei der Einkommensteuer gibt es auch hier einen Mantelbogen - die Basis der Erbschaftsteuererklärung. Daneben müssen Sie in bestimmten Fällen noch die »Anlage Erwerber« abgeben, zum Beispiel wenn Sie bei einem Erbfall einen Anteil am Nachlass erhalten haben. Wir erläutern die beiden Formulare Zeile für Zeile mit detaillierten Ausfüllhinweisen.

Was das Erbschaftsteuerrecht sonst noch bietet

Mit der Erbschaftsteuerreform 2009 hat sich einiges geändert. Das sind die wichtigsten Punkte:

  • Die Freibeträge für Ehepartner, Kinder und Enkel steigen, auch Lebenspartner werden bessergestellt. Im Gegenzug müssen weiter entfernte Angehörige sowie Familienfremde mehr Steuern zahlen.
  • Für vermietete Immobilien gibt es einen Abschlag von 10 % auf den Verkehrswert.
  • Selbst genutztes Wohneigentum bleibt meist steuerfrei: Witwen, Witwer und Kinder des Erblassers müssen keine Erbschaftsteuer auf eine vererbte Immobilie zahlen, wenn sie diese mindestens zehn Jahre lang selbst nutzen. Das gilt auch für eingetragene Lebenspartner. Eine Obergrenze beim Immobilienwert gibt es dabei nicht. Für Kinder bleibt die Immobilie allerdings nur dann steuerfrei, wenn die Wohnfläche nicht größer als 200 Quadratmeter ist.

Spenden: Gutes tun und dabei Steuern sparen

Geld- und Sachspenden sind steuerlich abziehbar, wenn sie freiwillig und ohne Gegenleistung für gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Zwecke geleistet werden. Auch Mitgliedsbeiträge an Vereine und Organisationen sind absetzbar, sofern deren Tätigkeit nicht in erster Linie der Freizeitgestaltung ihrer Mitglieder dient. Mitgliedsbeiträge an Sport-, Heimat- und Gesangvereine sind deshalb leider nicht absetzbar.

Unentgeltliche Arbeits- oder Dienstleistungen für einen Verein oder eine Organisation sind eigentlich nicht als Spende abzugsfähig. Haben Sie aber einen Anspruch auf Erstattung der Aufwendungen im Vorhinein durch Vertrag oder Satzung und verzichten auf die Erstattung, ist dieser Betrag als sogenannte Aufwandsspende absetzbar.

Beispiel: Sie fahren mit Ihrem Privat-Pkw die Jugendmannschaft des Sportvereins zu den Auswärtsspielen. Aufgrund vertraglicher Vereinbarung steht Ihnen ein Aufwandsersatz von € 0,30 für jeden gefahrenen Kilometer zu. Verzichten Sie auf die Erstattung, kann Ihnen der Sportverein über diesen Betrag eine Spendenquittung ausstellen.

Achtung! Das Finanzamt akzeptiert nur Spenden an steuerbegünstigte Organisationen. Dazu gehören zum Beispiel die Gemeinde, der Bund, die Kirchen sowie öffentliche Dienststellen wie Universitäten, Schulen und staatliche Museen. Auch gemeinnützige Vereine, Organisationen und Stiftungen sind begünstigt.

Zuwendungen direkt an bedürftige Personen sind keine steuerlich abziehbaren Spenden. Zweckbindung einer Spende kann aber dadurch erreicht werden, dass eine steuerbegünstigte Organisation ein Spendenkonto für eine bestimmte geplante Maßnahme einrichtet. Spenden sind in dem Jahr absetzbar, in dem sie geleistet werden und zwar bis zu 20 % des Gesamtbetrages Ihrer Einkünfte. Spenden Sie in einem Jahr so viel, dass sich Ihre Zuwendungen nicht vollständig steuerlich auswirken, dürfen Sie den unberücksichtigt gebliebenen Betrag ins nächste Jahr vortragen und dann zusammen mit den Spenden dieses Jahres im Rahmen des Höchstbetrages absetzen.

Über diesen Spenden-Höchstbetrag hinaus sind zusätzlich absetzbar:
  • Spenden in den Vermögensstock einer Stiftung;
  • Spenden und Mitgliedsbeiträge an Parteien und unabhängige Wählervereinigungen.

Grundsätzlich verlangt das Finanzamt als Spendennachweis eine vom Spendenempfänger nach amtlichen Vordruck ausgestellte Spendenquittung, fachlich korrekt Zuwendungsbestätigung genannt. Bei Spenden bis € 200,- und zur Hilfe in bestimmten Katastrophenfällen genügt aber erfreulicherweise ein vereinfachter Spendennachweis.

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