Steuererklärung und Finanzamt
Sicher im Umgang mit dem Finanzamt

So machen Sie Ihre Steuererklärung

Die Steuererklärung - oft lästige Pflicht, der man aber gerne nachkommt, wenn am Ende eine schöne Steuererstattung winkt. Bis es aber so weit ist, gilt es, etliche formale Hindernisse zu überwinden.

Beachten Sie die Abgabefristen

Fünf Monate, zwei Jahre, vier Jahre, sieben Jahre: Wissen Sie, wie lange Sie Zeit für Ihre Steuererklärung haben? Nein? Macht nichts! Denn mit dieser Frage sind Sie nicht alleine. Welche Abgabefrist für Sie tatsächlich gilt, hängt davon ab, ob Sie eine Steuererklärung abgeben müssen oder ob Sie freiwillig eine abgeben dürfen.

Zur Abgabe einer Steuererklärung sind Sie zum Beispiel verpflichtet, wenn Sie einen Freibetrag für den Lohnsteuerabzug beantragt haben, bei berufstätigen Ehepartnern einer die Steuerklasse V oder VI hat, die Ehepartner die Kombination IV-Faktor/IV-Faktor gewählt haben, Sie Elterngeld oder Krankengeld oder eine andere Lohnersatzleistung über 410 € bezogen haben. In diesen Fällen gilt: Ihre Steuererklärung muss bis zum 31.5. des nächsten Jahres beim Finanzamt sein. Für das Jahr 2013 ist der letzte Abgabetermin also der 31.5.2014.

Fünf Monate sind nicht viel Zeit, um eine Steuererklärung fertigzustellen. In der Regel hat das Finanzamt nichts dagegen, wenn die Steuererklärung ein paar Tage später eintrifft. Danach müssen Sie mit Sanktionen rechnen. Denn wenn Sie Ihre Steuererklärung zu spät abgeben, kann das Finanzamt Sie dafür bestrafen - mit dem Verspätungszuschlag. Er ist aber nicht nur Strafe, sondern auch ein Druckmittel, damit Sie Ihre Steuererklärungen in Zukunft rechtzeitig abgeben. Beantragen  Sie deshalb rechtzeitig eine Fristverlängerung, wenn Sie für Ihre Steuererklärung noch mehr Zeit brauchen.

Wer nicht muss, der kann - die freiwillige Steuererklärung

Wer nicht zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet ist, muss auch keine abgeben. Als Arbeitnehmer zum Beispiel zieht Ihnen der Arbeitgeber Monat für Monat Lohnsteuer ab und bezahlt so Ihre Steuerschuld. Für Sie ist steuerlich damit alles erledigt und Sie müssen sich eigentlich nicht weiter mit dem Finanzamt auseinandersetzen. Haben Sie jedoch während des Jahres zum Beispiel hohe Werbungskosten (z.B. durch einen berufsbedingten Umzug), Sonderausgaben (z.B. aufgrund einer Ausbildung) oder außergewöhnliche Belastungen (z.B. wegen Zerstörung von Hausrat durch ein Hochwasser), lohnt es sich, freiwillig eine Steuererklärung abzugeben. Denn dann können Sie mit einer Steuererstattung rechnen. In diesem Fall haben Sie für Ihre Steuererklärung vier Jahre Zeit. Bis zum 31.12.2011 können Sie also noch eine Steuererklärung für das Jahr 2007 abgeben. 

Wenn es schnell gehen muss: Unvollständige Steuererklärung

Haben Sie diese vierjährige Abgabefrist verpasst? Dann war’s das leider! Selbst wenn Sie lange krank oder längere Zeit auf Dienstreise waren, ist eine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand nicht möglich. Eine vorherige Fristverlängerung auf Antrag gibt es hier nicht. Achten Sie deshalb auf die Einhaltung dieser Frist und auf die richtige Fristenberechnung! Wird die Zeit knapp, geben Sie einfach eine unvollständige Steuererklärung ab: Mantelbogen (Angaben zur Person ausfüllen, Unterschrift nicht vergessen) und Anlage N (Bruttoarbeitslohn und einbehaltene Lohnsteuer eintragen) genügen. Den Rest reichen Sie dann schnellstmöglich nach.

Wenn es noch schneller gehen muss: Versand per Elster

Ihre Steuererklärung senden Sie am schnellsten elektronisch per ELSTER via Internet ans Finanzamt. Dadurch ersparen Sie auch dem Finanzamt das Erfassen der Daten. Das hat Vorteile für Sie: Erstens geht die Bearbeitung schneller. Und zweitens können beim Finanzamt keine Eingabefehler mehr auftreten.

Müssen Sie die Abgabefrist einhalten, heißt es aber aufgepasst: Versenden Sie Ihre Steuererklärung elektronisch per ELSTER ohne digitale Signatur, zählt bei dieser Versandart nicht der Zeitpunkt der elektronischen Übermittlung. Entscheidend ist der Eingang der komprimierten Steuererklärung. Wenn diese erst nach dem 31.12. beim Finanzamt eingeht, haben Sie die Frist versäumt. Versenden Sie mit digitaler Signatur, haben Sie Ihre Steuererklärung mit erfolgreicher Übersendung wirksam abgegeben.

 

Form der Steuererklärung: Handschriftlich oder mit PC - beides geht

Für Ihre Steuererklärung ist eine besondere Form vorgeschrieben: Sie müssen dafür die amtlichen Formulare nutzen und ausfüllen. Klingt streng, ist es in der Praxis aber längst nicht mehr. Denn ob Sie die Formulare mit der Hand ausfüllen oder dafür den Computer nutzen, ist mittlerweile egal. Auch per Steuererklärungs-Programm oder online können die Formulare ausgefüllt werden. Selbst eine einseitige Kopie des amtlichen Formulars ist erlaubt. Am einfachsten ist die Bearbeitung der Steuererklärung mit einem entsprechenden Steuererklärungs-Programm  und der elektronische Versand per ELSTER. Dann müssen Sie nur noch die „komprimierte Steuererklärung“ ausdrucken und an das Finanzamt schicken. Beim ELSTER-Versand mit digitaler Unterschrift entfällt sogar das.


Belege und Nachweise: Finger weg von Manipulationen und erfundenen Aufwendungen

Wenn Sie bestimmte Aufwendungen von der Steuer absetzen wollen, müssen Sie diese nachweisen. Das geht am einfachsten mit Quittungen und Rechnungen oder anderen Belegen. Sammeln und sortieren  Sie diese am besten schon während des Jahres. Wenn Sie am Jahresende vor unzähligen Ordnern stehen, die Sie erst nach steuerlich relevanten Belegen durchsuchen müssen, oder Sie eine ungeordnete Schachtel voller Quittungen vor sich haben, vergeht Ihnen die Lust auf die Steuererklärung.

Verwenden Sie nur eigene Quittungen, die Sie selbst oder Ihr Ehepartner bezahlt haben. Von einem Tausch von Belegen unter Freunden oder Kollegen oder gar von einem Kauf fremder Quittungen lassen Sie besser die Finger! Denn das ist verboten! Auch das Ausstellen unrichtiger Belege oder das „Berichtigen“ eines Belegs kann eine Anzeige wegen Steuerhinterziehung nach sich ziehen.


Ihr Steuerbescheid kommt: Sorgfältig prüfen

Lesen Sie Ihren Steuerbescheid von vorne bis hinten ganz genau durch? Eher nicht, oder? Wichtig ist doch nur, ob unter dem Strich das rauskommt, was Sie sich an Erstattung oder Nachzahlung ausgerechnet haben. Aber was, wenn da ein ganz anderer Betrag steht und Sie im schlimmsten Fall statt der erwarteten Erstattung kräftig Steuern nachzahlen müssen?

Abweichungen von der Steuererklärung sind allerdings leider nicht immer so offensichtlich. Der Teufel steckt oft im Detail. Nehmen Sie deshalb nicht nur Ihren Steuerbescheid genau unter die Lupe. Ein wichtiger Punkt, den Sie besonders sorgfältig prüfen sollten, ist der Vorläufigkeitsvermerk. Denn in diesen Punkten bleibt Ihr Steuerbescheid offen und kann später noch zu Ihren Gunsten geändert werden, auch wenn die einmonatige Einspruchsfrist schon längst abgelaufen ist.

Fehler im Steuerbescheid: Einspruch einlegen

Wenn Sie in Ihrem Steuerbescheid dann tatsächlich einen Fehler entdecken, müssen Sie das nicht tatenlos hinnehmen: Sie können gegen Ihren Steuerbescheid Einspruch einlegen. Auch wenn Sie vergessen haben, Aufwendungen in der Steuererklärung geltend zu machen, ist ein Einspruch möglich. Den Einspruch können Sie ganz einfach selbst  erledigen. Und das schöne ist, er kostet nichts (außer Papier und Porto). Für den Einspruch haben Sie einen Monat Zeit. Ist die Einspruchsfrist abgelaufen, wird Ihr Steuerbescheid bestandskräftig und kann nur in Ausnahmefällen noch geändert werden.

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Keine Angst vor dem Finanzamt

Scheu vor dem Finanzamt solllten Sie nicht haben, wenn es um Ihr Geld geht. Steuerbescheid prüfen, Einspruch einlegen, Steuerbescheid ändern lassen: Es ist meist einfacher als Sie denken und auskennen kann sich lohnen. Lesen Sie in unserem Praxisratgeber alles Wissenswerte über den Umgang mit dem Finanzamt.



Einspruchsfrist abgelaufen (I): Antrag auf Wiedereinsetzung 

Haben Sie die Einspruchsfrist versäumt, kann ein „Antrag auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand“ helfen. Dieser kann aber nur dann Erfolg haben, wenn Sie die Einspruchsfrist ohne Verschulden versäumt haben. Geht Ihr Einspruchsschreiben auf dem Postweg verloren, sind Sie längere Zeit wegen Urlaub oder Dienstreise abwesend oder erkranken Sie plötzlich schwer, kann dies eine Wiedereinsetzung rechtfertigen und Sie können trotz Fristversäumung doch noch Einspruch einlegen.

Hier hängt viel von den Umständen des Einzelfalls ab. Mal urteilen die Gerichte ziemlich streng, mal großzügig - wie in diesem Fall: Ein Familienvater hatte seine drei Kinder im Alter von 13 bis 17 Jahren angewiesen, nach der Schule den Briefkasten zu leeren, die Post sorgfältig von der Reklame zu trennen und auf seinen Schreibtisch zu legen. Den Steuerbescheid übersahen die Kinder jedoch. Der Vater fand ihn im Altpapier, nachdem die Einspruchsfrist bereits abgelaufen war. Die Kinder bestätigten vor Gericht diese Darstellung. Dem Gericht reichte das als Nachweis, dass der Vater ohne Verschulden die Einspruchsfrist versäumt hatte. Ihm wurde Wiedereinsetzung in den vorigen Stand gewährt.

Einspruchsfrist abgelaufen (II): Antrag auf Änderung eines bestandskräftigen Steuerbescheids

Nach Ablauf der Einspruchsfrist wird der Steuerbescheid bestandskräftig. Dann ist es eine große Herausforderung, ihn noch zu Ihren Gunsten ändern zu lassen. Es gibt nur wenige Ausnahmen, die eine Änderung eines bestandskräftigen Steuerbescheids möglich machen. Das geht zum Beispiel bei Schreibfehlern und anderen offensichtlichen Unrichtigkeiten, wenn ein Feststellungsbescheid oder ein anderer Grundlagenbescheid geändert wird und sich das auf Ihren Steuerbescheid auswirkt oder bei einer neuen Tatsache (z.B. nachträglich festgestellte Einnahmen, vergessene Werbungskosten).

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Der SteuerBerater für jeden

Wenn die Steuererklärung ansteht, ist es meist schon zu spät, um alle Steuersparmöglichkeiten auszuschöpfen. Treffen Sie rechtzeitig die richtigen steuerlichen Entscheidungen und nutzen Sie die Gestaltungsmöglichkeiten zu Ihrem Steuervorteil. Steuerfälle werden lebensnah und praxisgerecht abgebildet. Sofort umsetzbare Steuertipps, Mustereinsprüche und Beispiele zeigen Ihnen klipp und klar, wie Sie Steuern sparen können.


Finanzamt ändert Steuerbescheid zu Ihrem Nachteil: Einspruch

Für eine Änderung zu Ihren Gunsten hat der Gesetzgeber die Hürden sehr hoch gelegt. Aber auch das Finanzamt kann einen bestandskräftigen Steuerbescheid nicht so einfach ändern. Und das ist gut so, denn das ist natürlich immer eine Änderung zu Ihrem Nachteil.

Und wenn Ihnen doch mal ein geänderter Steuerbescheid ins Haus flattert? Gegen die Änderung Ihres Steuerbescheids sollten Sie zum einen Einspruch einlegen, wenn Sie damit nicht einverstanden sind. Zum anderen sollten Sie aber gleichzeitig überprüfen, ob nicht auch eine Änderung zu Ihren Gunsten möglich ist. Ändert das Finanzamt zum Beispiel einen Steuerbescheid wegen nachträglich festgestellter Einnahmen, können mit einem Einspruch gegen die Änderung alle im Zusammenhang mit diesen Einnahmen stehenden Aufwendungen steuermindernd geltend gemacht werden.

Das Finanzamt macht einen Fehler: Schadensersatz?

Auch Finanzbeamte sind nur Menschen und auch sie machen Fehler. Mit einem Einspruch lässt sich einiges wieder ausbügeln. Nicht jeder traut sich jedoch zu, den Einspruch selbst einzulegen. Manchmal muss einfach ein Profi her. Der Haken: Ein Steuerberater oder Rechtsanwalt kostet Geld, das erst mal Sie bezahlen müssen. Je nachdem, um wie viel Sie sich mit dem Finanzamt streiten, kann da einiges zusammenkommen. Ist jedoch das Finanzamt dafür verantwortlich, dass Sie für einen Einspruch einen Steuerberater oder Rechtsanwalt einschalten mussten, können Sie sich unter Umständen die dadurch entstandenen Kosten vom Finanzamt bezahlen lassen und einen „Anspruch auf Schadensersatz aus Amtshaftung“ geltend machen.

Die Klage vor dem Finanzgericht: Nur was für Profis?

Das Finanzamt hat Ihren Einspruch ganz oder teilweise mit einer Einspruchsentscheidung abgelehnt. Wer jetzt zu seinem Recht kommen will, muss den nächsten Schritt gehen: Das ist die Klage vor dem Finanzgericht. Klagen oder nicht? Das ist die Frage, die Sie sich stellen müssen. Denn anders als der Einspruch entstehen bei einer Klage teilweise erhebliche Kosten.

Gegen welche Bescheide kann ich klagen? Wann beginnt die Klagefrist, wann endet sie und was kann ich tun, wenn ich die Klagefrist versäumt habe? Wie formuliere ich eine Klage richtig? Verschicke ich die Klage per Fax, per E-Mail oder per Post? Wann muss ich vor Gericht erscheinen und wann verzichtet das Gericht auf eine mündliche Verhandlung? In welchen Fällen entscheidet das Gericht durch Urteil und wann erhalte ich einen Gerichtsbescheid? Warum ist eine Erledigung besser als eine Rücknahme der Klage? Mit diesen und noch mehr Fragen  müssen Sie sich ebenfalls auseinander setzen. Klingt kompliziert und ist es auch.

Selbstanzeige: Das Wichtigste in Kürze

Wenn Sie Steuern hinterzogen haben und eine Selbstanzeige planen, dann raten wir auf jeden Fall dazu, einen Steuerberater oder Rechtsanwalt hinzuzuziehen! Die wichtigsten Grundlagen, die Sie natürlich selbst kennen sollten, haben wir in einem kostenlosen Beitrag für Sie zusammengefasst: Wir erklären Ihnen, wann eine Selbstanzeige möglich ist, wer sie einreichen kann und wo, was angezeigt werden muss, ob es Formvorschriften gibt und was nach der Selbstanzeige passiert.

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