Pflege im Heim erneut teurer geworden
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Wer in ein Pflegeheim einzieht, muss 2026 erneut mit einem höheren Eigenanteil rechnen. Trotz der Zuschüsse der Pflegekassen müssen Betroffene aktuell im Schnitt beim Einzug in ein Heim 3.245 Euro im Monat aus eigener Tasche zuzahlen. Das sind 261 Euro mehr als Anfang 2025. Das ergab eine Auswertung des Verbands der Ersatzkassen (vdek).
Zusammenfassung
Die Eigenbeteiligung für Pflegeheimbewohner steigt 2026 erneut, trotz Zuschüssen der Pflegekassen. Im Schnitt zahlen Betroffene dann 3.245 Euro monatlich, 261 Euro mehr als Anfang 2025. Die Eigenanteile bestehen aus Kosten für Pflege, Unterkunft, Verpflegung und Investitionen. Mit längerer Aufenthaltsdauer erhöht sich der Zuschuss der Pflegekasse und die Belastung sinkt, bleibt aber hoch. Wer die Kosten nicht tragen kann, erhält Unterstützung vom Sozial- oder Wohngeldamt oder den Angehörigen.
Inhalt
Pflegeheim Kosten 2026: Wie setzt sich die Eigenbeteiligung zusammen?
Die von den Pflegebedürftigen zu tragenden Eigenanteile bestehen aus drei Teilen:
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Einrichtungseinheitlicher Eigenanteil (EEE) für pflegerische Kosten (inklusive Ausbildungskosten): Das ist der größte Anteil, aktuell 1.685 Euro im ersten Aufenthaltsjahr.
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Kosten für Unterkunft und Verpflegung: Derzeit 1.046 Euro pro Monat.
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Investitionskosten: Für alle Bewohnerinnen und Bewohner einer Einrichtung gleich hoch, unabhängig von der Aufenthaltsdauer.
Seit 2022 beteiligt sich die Pflegekasse mit einem Zuschuss am EEE, der sich nach der Aufenthaltsdauer richtet und 2024 erhöht wurde:
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15% Zuschuss im ersten Jahr,
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30% im zweiten Jahr,
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50% im dritten Jahr,
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75% ab dem vierten Aufenthaltsjahr.
Mit zunehmender Aufenthaltsdauer sinkt somit die Eigenbeteiligung, was besonders langjährige Bewohnerinnen und Bewohner entlastet.
Tabelle: Eigenbeteiligung bei Pflegeheimkosten 2026
Durchschnittliche Höhe der Eigenbeteiligung beim Heimkosten 2025 und 2026 (Quelle: VdEK)
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Aufenthaltsdauer im Pflegeheim |
2025 |
2026 |
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Kurzer Heimaufenthalt (bis 12 Monate) |
2.984 Euro |
3.245 Euro |
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Ab 12 Monate |
2.720 Euro |
2.947 Euro |
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Ab 24 Monate |
2.368 Euro |
2.551 Euro |
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Ab 36 Monate |
1.928 Euro |
2.056 Euro |
Was ist das Zuschussmodell der Pflegeversicherung?
Die Logik hinter dem Zuschussmodell der Pflegeversicherung: Der Gesetzgeber kalkuliert ein, dass Pflegebedürftige zunächst bei Einzug in ein Pflegeheim einen größeren Teil der Pflegekosten aus den eigenen Rücklagen, also durch »Entsparen«, decken. Insoweit gibt es bei Heimeinzug auch nur geringere Zuschüsse zum Eigenanteil bei der Pflege.
Wohl erwünschter (Neben-)Effekt: Die Heimkosten bei Einzug sind abschreckend hoch. Für diejenigen, die trotz der enormen Kosten in ein Pflegeheim eingezogen sind, setzen mit längerer Aufenthaltsdauer im Pflegeheim die höheren Zuschüsse ein.
Pflegeheim: Eigenanteil zu hoch?
Wer den teuren Eigenanteil im Pflegeheim nicht bezahlen kann, für den müssen Sozialamt, Wohngeldamt oder Angehörige einspringen.
Geringer Trost: Wer mehrere Jahre in einem Pflegeheim lebt, dessen Eigenanteil sinkt. Denn die Pflegekasse zahlt für jedes Jahr der Heimzugehörigkeit einen höheren Zuschuss zu den Pflegekosten. Da die Entlastungszuschläge mit längerem Heimaufenthalt steigen, werden dann auch die Kostenzuwächse jeweils stärker abgefedert. Aber auch mit dem höchsten Zuschlag, den es ab dem vierten Jahr im Heim gibt, steigt die Zuzahlung 2026 pro Monat auf 2.056 Euro (2025: 1.928 Euro).
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(MB, LBW)