Zu Unrecht gezahlte Zulagen bei Riester-Rente

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Von mehr als 1,5 Millionen Riester-Sparern holt der Bund die staatlichen Zuschüsse zurück, berichtet das Wirtschaftsmagazin "Geld & Leben" des Bayerischen Rundfunks. Insgesamt geht es um 500 Millionen Euro. Wie funktioniert die Riester-Rente und wann sind Sie zulageberechtigt?

Das Wichtigste zur Wohn-Riester-Förderung in Kürze:

Förderung: Wohn-Riester-Verträge werden genauso gefördert wie die übrigen Riester-Verträge, nämlich mit Altersvorsorgezulagen und einem ergänzenden Sonderausgabenabzug.

Kapitalentnahme: Wer bereits staatlich gefördertes Kapital angespart hat, kann dieses zum Erwerb oder zur Herstellung einer Wohnimmobilie entnehmen. Eine solche Kapitalentnahme ist auch noch zu Beginn der Rentenphase (frühestens mit 60 Jahren) möglich, um so die Wohnimmobilie zu entschulden.

Darlehensaufnahme: Gefördert werden ebenfalls Darlehensverträge sowie zertifizierte Riester-Bausparverträge zum Erwerb oder zur Herstellung der Wohnimmobilie. Dann gelten die laufenden Tilgungsbeiträge - nicht aber die Zinsen - als Altersvorsorgebeiträge und werden mit Zulage und Sonderausgabenabzug gefördert. Die Zulagen verwenden Sie zu 100 % für die Tilgung.

Besteuerung: In der Ansparphase bleiben die Beiträge steuerfrei, dafür werden die Leistungen in der Auszahlungsphase besteuert. Grundlage der nachgelagerten Besteuerung ist das Wohnförderkonto, in dem das geförderte Kapital erfasst wird. Zu Beginn der Auszahlungsphase kann der Sparer wählen, ob er das geförderte Kapital jährlich über einen Zeitraum von 17 bis 25 Jahren (je nach Renteneintrittsalter) versteuern will oder ob er die Steuerschuld auf einen Schlag begleichen will. Im letzten Fall muss er nur 70% des Kapitals im Wohnförderkonto mit dem individuellen Steuersatz versteuern.

Die Wohn-Riester-Förderung müssen Sie bei der Zentralen Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) beantragen. Das funktioniert grundsätzlich genauso wie bei "klassischen" Riester-Verträgen. Zusätzlich müssen Sie beim Antrag auf Wohn-Riester-Förderung die Herstellungs-/Anschaffungskosten nachweisen, z.B. durch den Kaufvertrag oder eine Rechnung über die Herstellungskosten. Das dürfte in der Regel unproblematisch sein, da die Herstellungs-/Anschaffungskosten meist über dem Entnahmebetrag liegen werden. Bei bestehenden Riester-Verträgen müssen Sie der Zulagenstelle außerdem mitteilen, aus welchem Ihrer Altersvorsorgeverträge welche Beträge ausgezahlt werden sollen (§ 92b Abs. 1 EStG).

Im Unterschied zur "normalen" Immobilienfinanzierung müssen Ehepartner bei Wohn-Riester zwei getrennte Darlehensverträge abschließen (BMF-Schreiben vom 31.3.2010, BStBl. 2010 I S. 270 Rz. 22). Das gilt auch für Ehepartner von Förderberechtigten ohne eigenes Einkommen, die einen abgeleiteten (mittelbaren) Förderanspruch haben.

Das sind Ihre Fördermöglichkeiten

Sie können das bereits angesparte oder künftig noch anzusparende Riester-Kapital für die Anschaffung, Herstellung oder auch Entschuldung einer begünstigten Immobilie oder von Genossenschaftsanteilen verwenden. Da eigentumsähnliche oder lebenslange Dauerwohnrechte ebenfalls förderfähig sind, können Sie sich auch in einem Senioren- oder Pflegeheim einkaufen. Eine solche Einrichtung gehört zu den begünstigten Immobilien.

Wenn Sie ein Darlehen für Ihre selbst genutzte Immobilie aufnehmen, können Sie dieses mithilfe der Riester-Zulagen tilgen.

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