Zerstörerisches Wetter: Wann Sie bei Schäden an Wohnung und Hausrat Unterstützung von Vater Staat bekommen

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Manchmal schlägt das Pech zu: Haben Sie durch ein "unabwendbares Ereignis" (Hochwasser, extremer Niederschlag, Orkan, Brand usw.) Schäden an Ihrer Wohnung, Ihren Möbeln, Ihrem Hausrat oder Ihrer Kleidung ("existenziell notwendige Gegenstände"), ist die Schadensbeseitigung oft teuer und eigentlich Ihre Privatsache. Vater Staat hilft Ihnen aber trotzdem, wenn Sie nicht leichtfertig gehandelt haben: Ihre Kosten dürfen Sie nämlich steuermindernd als außergewöhnliche Belastungen allgemeiner Art abziehen,

  • wenn Sie die "allgemein zugänglichen und üblichen" Versicherungsmöglichkeiten ausgeschöpft hatten (BFH-Urteil vom 26.6.2004, BStBl. 2004 II, S. 47, Az. III R 36/01). Sie müssen also zum Beispiel eine Gebäude- bzw. Hausratversicherung in ausreichender Höhe abgeschlossen haben. Dabei gilt eine Elementarversicherung (gegen Überschwemmung, Erdbeben, Erdrutsch usw.) nicht als allgemein zugänglich. Aber Vorsicht: Eine Absicherung gegen Hagel, Sturm oder Blitzschlag bekommen Sie trotz "Elementarcharakter" über eine normale Gebäude- bzw. Hausratversicherung. Auf solchen Schäden bleiben Sie deshalb sitzen, wenn eine Versicherung den Schaden übernommen hätte, Sie aber eine solche Versicherung nicht oder nicht in ausreichender Höhe abgeschlossen hatten;
  • wenn Sie kein eigenes Verschulden an den Schäden trifft, zum Beispiel weil Sie eine Immobilie in Hochwasser- oder Feuchtgebieten gekauft oder gebaut haben, ohne für entsprechenden Schutz zu sorgen. Oft ist es für den Finanzbeamten aber unmöglich zu entscheiden, ob Sie an den Schäden mit Verantwortung tragen. Dann verlangt er ein Gutachten, das vor der Schadensbeseitigung erstellt sein muss.


Unser Steuertipp:

Bevor Sie mit der Schadensbeseitigung beginnen, müssen Sie Ihren Finanzbeamten um Auskunft bitten, welche Nachweise er benötigt. Das gilt insbesondere bei Schäden ohne Breitenwirkung.

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