Zahlungszeitpunkt bei haushaltsnahen Hilfen: Steuerabzugsbeträge optimieren

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Die Steuerabzugsbeträge für Handwerker und Hilfen in Haus und Garten sind ein schönes Steuerbonbon. Bei Arbeiten, die Sie um den Jahreswechsel ausführen lassen, bietet sich die Chance, die Abzugsbeträge für zwei Jahre auszunutzen.

Die Abzugsbeträge gibt es – mit Ausnahme der unten genannten Fälle – im Jahr der Zahlung. Soweit Sie den Zahlungszeitpunkt bestimmen können, liegt hier Ihr Gestaltungspotenzial.

Gestaltungsbedarf gibt es dann, wenn Sie den betreffenden Abzugsbetrag bereits ausgeschöpft haben.

Beispiel

Sie lassen im Dezember 2011 Ihre gesamte Wohnung von einem Malermeister renovieren. Es kommen brutto knapp 3.000 Euro an Material auf Sie zu und knapp 9.000 Euro an Arbeitskosten. Das Verhältnis von nicht begünstigtem Material zu begünstigter Arbeitsleistung beträgt also 1:3. Die Endabrechnung werden Sie erst im Januar 2012 bekommen.

Um die Höchstbeträge für 2011 und 2012 auszuschöpfen, bitten Sie den Maler darum, dass Sie noch im alten Jahr eine Abschlagsrechnung in Höhe von brutto 8.000 Euro erhalten, die Sie noch im Dezember per Überweisung begleichen. Die restlichen 4.000 Euro bezahlen sie nach Erhalt der Abschlussrechnung im Jahr 2012.

Von den 8.000 Euro der Abschlagzahlung entfallen 2.000 Euro auf das Material, die übrigen 6.000 Euro auf die Arbeitsleistung (Verhältnis 1:3). So ist der Abzugsbetrag 2011 genau ausgeschöpft:

Abschlagszahlung: 6.000 Euro
davon 20%: 1.200 Euro

In der 2012 zu leistenden Restzahlung stecken noch 3.000 Euro für die begünstigte Arbeitsleistung. Für diesen Betrag können Sie 2012 die Steuervergünstigung beanspruchen. Sie können 2012 also noch weitere 3.000 Euro in die Arbeitsleistung eines Handwerkers investieren, um den Höchstbetrag auszuschöpfen.

Ausnahmen: Hier können Sie den Zahlungszeitpunkt nicht beliebig steuern

In bestimmten Ausnahmefällen ordnet der Finanzbeamte die Zahlung abweichend vom tatsächlichen Geldfluss einem anderen Kalenderjahr zu:

Regelmäßige Zahlungen, die Sie in den ersten 10 Tagen eines Jahres leisten, berücksichtigt der Finanzbeamte in dem Jahr, zu dem sie wirtschaftlich gehören ("10-Tage-Frist"). Das kann zum Beispiel vorkommen, wenn Sie die monatliche Rechnung des Pflegedienstleisters erst Anfang des folgenden Jahres begleichen.

Diese 10-Tage-Frist gilt analog, wenn eine regelmäßige Vorauszahlung noch in das alte Jahr fällt.

Bei einem 400-Euro-Job zieht die Minijob-Zentrale von Ihrem Konto die Steuern und Abgaben ein. Für Juli bis Dezember geschieht das zwar erst am 15.1. des Folgejahres. Dennoch berücksichtigt die Finanzverwaltung diese Abgaben noch im alten Jahr.

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