Wohn-Riester kommt - Antworten auf die wichtigsten Fragen

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Die Riester-Förderung gibt es rückwirkend zum 1.1.2008 auch für die Anschaffung einer selbstgenutzten Immobilie. Nach dem Bundestag hat auch der Bundesrat hat einem entsprechenden Gesetzentwurf zugestimmt. Wir erklären Ihnen, wie es funktioniert und für wen sich die Förderung lohnt.

Wofür können Sie die Riester-Förderung erhalten?

Sie erhalten die Riester-Förderung für die Anschaffungen einer selbstgenutzten Immobilie, für den Erwerb von Anteilen an einer Wohnungsbaugenossenschaft oder für den Erwerb eines Dauerwohnrechts

Sie haben bei der Finanzierung verschiedene Möglichkeiten. Sie können sofort eine selbstgenutzte Wohnung anschaffen. Dann gibt es die Riester-Förderung für die Tilgung des Immobilien-Darlehens. Oder Sie sparen zunächst Kapital an, das sie später für die Anschaffung Ihrer Immobilie verwenden. Zum Beispiel über einen Bausparvertrag.

Sie können auch zunächst in einen anderen Riester-Vertrag einzahlen (Rente, Fondssparplan, Banksparplan). Sie haben später jederzeit die Möglichkeit, das Geld zu entnehmen und damit eine Immobilie anzuschaffen oder zu entschulden. Das gilt auch für Altverträge, die Sie vor dem 1.1.2008 abgeschlossen haben. Beachten Sie dabei, dass Sie entweder den vollen bisher angesparten Betrag entnehmen dürfen oder nur einen Teil. Wollen Sie nur einen Teil für die Immobilie verwenden, müssen Sie mindestens 25% des angesparten Kapitals im Vertrag belassen. Durch diese Aufteilung haben Sie nach Renteneintritt nicht nur den Vorteil des mietfreien Wohnens, sondern erhalten zusätzlich eine kleine Rente.

Bei einem bestehenden Riester-Vertrag können Sie das angesparte Kapital leider nicht sofort für die Immobilie verwenden. Eine Übergangsregelung sieht vor, dass dies 2008 und 2009 nur dann möglich ist, wenn Sie bereits mindestens 10.000 Euro auf dem Riester-Vertrag angesammelt haben. Dies ist selbst für Riester-Sparer der ersten Stunde faktisch nicht zu erreichen.

Wie hoch ist die Riester-Förderung?

Die selbstgenutzte Immobilie wird mit denselben Beträgen gefördert, wie andere Riester-Varianten. Sie erhalten entweder eine staatliche Zulage oder dürfen Ihre Riester-Beiträge als Sonderausgaben von der Steuer abziehen

Die Zulage beträgt jährlich 154 Euro zzgl. 185 Euro für jedes vor 2008 geborene Kind und 300 Euro für jedes ab 2008 geborene Kind. Der Sonderausgabenabzug beträgt maximal 2.100 Euro. Zahlen Sie einen Immobilienkredit ab, dürfen Sie die Tilgungsleistung als Sonderausgaben ansetzen, nicht jedoch die Zinsen.

Berufseinsteiger, die nicht älter als 25 Jahre sind, erhalten einen einmaligen Bonus von 200 Euro bei Abschluss eines Riester-Vertrags. Diesen Bonus gibt es für Wohn-Riester und für jede andere Form des Riester-Sparens. 

Ab wann gibt es die Wohn-Riester-Förderung?

Die Zulage können Sie erstmals für das Jahr 2008 in Anspruch nehmen. Voraussetzung ist, dass Sie noch in diesem Jahr einen entsprechenden Vertrag abschließen und den Mindestbeitrag einzahlen. Allerdings wird es noch bis zum Herbst dauern, ehe die Banken und Versicherungen Wohn-Riester-Produkte entwickelt haben und in ihr Angebot aufnehmen. 

Was bekommen Sie nach Renteneintritt?

Nach Renteneintritt haben Sie den Vorteil des kostenlosen Wohnens in Ihren eigenen vier Wänden. Sie erhalten aber keine Rentenzahlung. Im Gegenteil: Sie müssen auf die Mietersparnis sogar Steuern zahlen.

Ausnahme: Sie haben in der Ansparphase einen Riester-Vertrag nur zum Teil für die Anschaffung einer Immobilie verwendet. Dann erhalten Sie zusätzlich eine kleine Rente.

Was müssen Sie versteuern?

Während der Ansparphase hält der Fiskus alle geförderten Riester-Beiträge und die staatlichen Zulagen auf einem sogenannten Wohnförderkonto fest. Dieses Konto wird jedes Jahr mit 2 Prozent verzinst.

Nach Renteneintritt, in der Regel ab dem 67. Lebensjahr, müssen Sie den auf dem Konto verzeichneten  Betrag (Auflösungsbetrag) versteuern. Dies können Sie entweder sofort und auf einen Schlag erledigen. Dann setzt der Fiskus „nur“ 70 Prozent des Kontostandes als sonstige Einkünfte an. Oder Sie versteuern Jahr für Jahr - bis zu Ihrem 85. Geburtstag - einen Teil des Auflösungsbetrags.

Haben Sie in der Ansparphase nur einen Teil eines Riester-Vertrags zur Anschaffung einer Immobilie verwendet, bekommen Sie eine kleine Rente, die Sie zusätzlich zum Auflösungsbetrag versteuern müssen.

Wie hoch die zusätzliche Steuerbelastung durch Wohn-Riester nach dem Renteneintritt ist, hängt von Ihrem individuellen Steuersatz ab und von der Höhe der Förderung, die Sie zuvor kassiert haben.

Für Ruheständler mit hohem Steuersatz lohnt es sich eher, den Sofortzahler-Rabatt in Anspruch zu nehmen. Wer jedoch als Rentner ohnehin keine oder nur wenig Steuern zahlen muss, fährt mit dem zweiten Modell der Besteuerung in jährlichen Raten besser.

Weiter zu Teil 2:
Gibt es Wohn-Riester auch für die vermietete Immobilie?
Was sind die Nachteile von Wohn-Riester?
Für wen lohnt sich Wohn-Riester?
Gilt Wohn-Riester auch für schon laufende Immobilien-Darlehen?

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