Wohn-Riester: Gesetzentwurf bringt Klarheit

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Das Bundesfinanzministerium hat einen Gesetzentwurf für die Ausweitung der Riester-Förderung auf selbstgenutzte Wohnungen und Häuser vorgelegt. Wir stellen Ihnen die wichtigsten Punkte des "Eigenheimrentengesetzes" vor. 

Das Finanzministerium verspricht sich von dem Gesetzentwurf ein hohes Maß an Flexibilität für die Sparer. 

Wohn-Riester soll  es danach künftig geben:
  • für die Anschaffung oder Herstellung einer selbstgenutzten Wohnung
  • zur Entschuldung einer selbstgenutzten Wohnung
  • für die Anschaffung von weiteren Genossenschaftsanteilen
  • oder für die Anschaffung eines eigentumsähnlichen Dauerwohnrechts

Förderung in der Ansparphase

Riester-Sparer können zunächst einen klassischen Riester-Renten-Vertrag abschließen. Während der gesamten Ansparphase haben sie die Wahlmöglichkeit, ob sie das Sparguthaben für den Immobilienkauf verwenden oder sich später in Form einer Rente auszahlen lassen.

Wer das Sparguthaben aus einem Riester-Vertrag für eine Wohnimmobilie verwendet, muss es nicht – wie bisher - später  wieder in den Sparvertrag zurückzahlen. Diese verbesserte Entnahmeregelung gilt auch für bereits bestehende Riester-Verträge.

Wer sich sofort eine Immobilie anschafft, ohne bereits ein Riester-Guthaben angespart zu haben, kann die Riester-Förderung für die Entschuldung des Darlehens nutzen. Die Zulage fließt dann zu 100 Prozent in die Tilgung.

Besteuerung in der Auszahlungsphase

Die nachgelagerte Besteuerung in der Auszahlungsphase wird in beiden Fällen durch die Bildung eines "Wohnförderkontos" gewährleistet. Auf diesem Konto werden die für die Immobilie ausgezahlten Förderbeträge erfasst. Sie bilden die Grundlage für die spätere Besteuerung. Achtung: Der Kontostand wird verzinst. Am jedem Jahresende werden dem bis dahin verzeichneten Betrag 2 Prozent hinzugerechnet.

Der Rentenempfänger hat bei Renteneintritt die Wahl, ob er seine Steuerschuld auf einen Schlag oder jedes Jahr einen kleinen Teil begleichen will.

Wer die Einmalbesteuerung wählt, bei dem erhöht sich das zu versteuernde Einkommen im Jahr des Renteneintritts um 70% des auf dem Wohnförderkonto angesparten Kapitals.

Die jährliche Besteuerung erfolgt, abhängig vom Alter bei Renteneintritt, über 17 bis 23 Jahre bis zum 85. Lebensjahr. Wie hoch die Steuerbelastung ist und ob überhaupt Steuer fällig wird, hängt von der Höhe des gesamten steuerpflichtigen Einkommen des Empfängers ab. Verstirbt der Rentenempfänger vor dem 85. Lebensjahr, ist der noch nicht versteuerte Restwert in der Einkommensteuererklärung des Todesjahres zu versteuern. Die anfallende Einkommensteuer mindert das Erbe. Ist der Ehegatte Erbe, soll eine Ausnahmeregelung greifen.

Weitere erfreuliche Neuregelungen


Zwei weitere Änderungen sollen im Rahmen des Wohn-Riesters verabschiedet werden:

Wer vor dem 21. Geburtstag einen Riester-Vertrag abschließt, soll mit einem einmaligen "Berufseinsteiger-Bonus" von 100 Euro belohnt werden.  Außerdem soll der Kreis der Riester-Förderberechtigten erweitert werden. Dann könnten auch Empfänger einer Rente wegen vollständiger Erwerbsminderung  oder einer  Versorgung wegen vollständiger  Dienstunfähigkeit von der Riester-Zulage profitieren.

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