Werbungskosten fürs Studium geltend machen: Das müssen Sie wissen

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Endlich können auch die Kosten für eine Erstausbildung oder ein Erststudium direkt nach dem Schulabschluss steuerlich als Werbungskosten geltend gemacht werden. Worauf Studenten und Eltern dabei achten müssen, erfahren Sie bei uns!

Wer ist überhaupt betroffen?

Das Urteil ist eine gute Nachricht vor allem für die etwa 2 Millionen Studenten, die zurzeit an den Hochschulen und Universitäten eingeschrieben sind.

Auszubildende in einem Lehrverhältnis mit Ausbildungsvergütung profitieren nicht von den Urteilen. Wer bei einem staatlichen Lehrbetrieb lernt (sich also nicht in einem Angestelltenverhältnis befindet), darf sich dagegen über die Entscheidungen des BFH freuen.

Ganz wichtig: Steuererklärung abgeben!

Jeder, der von der Änderung betroffen ist, sollte auf jeden Fall eine Steuererklärung abgeben. Das geht rückwirkend für die letzten vier Jahre.

In Einzelfällen können noch Steuererklärungen der letzten sieben Jahre beeinflusst werden. Voraussetzung ist, dass der Student eine Steuererklärung eingereicht hat und der Steuerbescheid dazu noch offen ist. Dann können nachträglich Werbungskosten geltend gemacht werden.

Wichtig: In der Steuererklärung muss angekreuzt werden, dass für die Werbungskosten ein Verlustvortrag beantragt wird.

Welche Kosten werden anerkannt?

Welche Belege müssen die Betroffenen jetzt sammeln, um ihre Werbungskosten nachzuweisen? Anerkannt werden müssen uE auf jeden Fall

  • Studiengebühren
  • Prüfungsgebühren
  • Kurskosten
  • Kosten für Fachliteratur und Arbeitsmaterialien
  • Aufwendungen für Computer, Drucker usw.
  • Kosten für das Binden der Abschlussarbeit
  • Aufwendungen für die Fahrten von der Wohnung zum Ausbildungsort

Ob auch die Mietkosten für die Wohnung am Studienort anerkannt werden, ist noch nicht sicher.

Können Eltern die Kosten geltend machen?

Oft sind es die Eltern, die das Studium oder die Ausbildung ihrer Kinder finanzieren. Dürfen sie jetzt die Kosten dafür in ihrer Steuererklärung geltend machen? – Leider nein. Ihre Aufwendungen sind mit dem Kindergeld und den Freibeträgen für Kinder abgegolten.

Der Staat kann noch querschießen

Der BFH hat in seinen Urteilen klar Position bezogen gegen die Argumentation des Gesetzgebers. Im Bundesfinanzministerium war man von den Entscheidungen überrascht – mit diesem Ausgang hatte man dort nicht gerechnet. Der Gesetzgeber kann jetzt entweder das Gesetz ändern (und dabei den Werbungskostenabzug deutlich ausschließen), oder es gibt einen Nichtanwendungserlass. Der bewirkt, dass die Urteile nur für die entschiedenen Einzelfälle angewendet werden. Niemand anderes darf sich dann darauf berufen und von den Entscheidungen profitieren.

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